Boleyn Ground

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Boleyn Ground
Upton Park
Haupteingang des Boleyn Ground
Haupteingang des Boleyn Ground
Daten
Ort Green Street
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Upton Park, London E13 9AZ, Vereinigtes Königreich
Koordinaten 51° 31′ 54,9″ N, 0° 2′ 21,9″ OKoordinaten: 51° 31′ 54,9″ N, 0° 2′ 21,9″ O
Eigentümer West Ham United
Betreiber West Ham United
Eröffnung 1904
Renovierungen 1944, 1993, 1995, 2001
Abriss 2016 (geplant)
Oberfläche Naturrasen
Kosten 16 Mio. £
Architekt Henri Pillipe Tiite Parker
Kapazität 35.345 Plätze
Spielfläche 100,58 × 68 m
Veranstaltungen

Boleyn Ground ist der offizielle Name für das ehemalige Fußballstadion des Londoner Traditionsclubs West Ham United. Die gängige Bezeichnung der Spielstätte ist jedoch Upton Park. Nach dem Umzug von West Ham in das umgebaute Olympiastadion im Jahr 2016 wird der Boleyn Ground abgerissen und Gebäudekomplexe darauf errichtet.[1]

Bau und Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion wurde 1904 nach dem Entwurf von Henri Pillipe Tiite Parker für 16 Mio. £ erbaut, nachdem der Club das Grundstück vom „London District of Upton Park“ zur Verfügung gestellt bekommen hatte.[2] Dort wurde das so genannte „Green Street House“ als Schule benutzt. Dieses Gebäude war aufgrund der Verbindung zu Anne Boleyn, der einst das Grundstück gehörte, auch bekannt als Boleyn Castle.

Im Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion ist ein reines Fußballstadion. Es hat eine Gesamtkapazität von 35.345 Zuschauern und bietet ausschließlich Sitzplätze.[3] Während der 1990er Jahre wurde Boleyn Ground mehrfach umgebaut:

Die Fans von West Ham United nehmen traditionell auf der legendären „Bobby Moore Stand“ ihren Platz ein. Diese in Südrichtung gelegene Tribüne fasst nach einem Umbau 1993 nun 9.000 Zuschauer und enthält exklusive VIP-Boxen.

Die Gästeanhänger sitzen auf der im Norden befindlichen Sir Trevor Brooking Stand (bis Juli 2009 Centenary-Stand), die nach einem Umbau 1995 nun insgesamt 6.000 Zuschauern Platz bietet. Im oberen Bereich befindet sich der Familienblock, während der untere Bereich in einen Gäste- und einen Heimabschnitt aufgeteilt ist. Für Gästefans werden in der Regel 2.500 bis 3.000 Plätze reserviert.

Die Haupttribüne nennt sich „Dr. Martens Stand“. Diese Tribüne bietet nach einem Umbau 2001 nun 15.000 Fans einen Sitzplatz. Auch hier befinden sich exklusive VIP-Boxen, sowie ein Hotel, welches in die Tribüne integriert wurde und von dem aus man das komplette Spielfeld überblicken kann. Sie wurde im Jahr 2001 eröffnet. Das Bauwerk, in dessen Inneren sich ebenfalls noch ein Fanshop und ein Ticketschalter befinden, wird von zwei großen Türmen eingerahmt, welche dem Vereinswappen von West Ham United nachempfunden sind.

Die Gegengerade ist die so genannte „East-Stand“, welche 1969 eröffnet wurde. In der Nordost- sowie in der Südwestecke befindet sich jeweils eine große Videowand.

Zudem befindet sich das West Ham United Museum (Baukosten: ca. vier Millionen Pfund) im Stadion. Dort werden z.B. einige historische Gegenstände, wie die Weltmeisterschaftsmedaillen von u.a. Geoff Hurst aus dem Jahre 1966 ausgestellt.

Das Stadion ist am einfachsten mit der Underground zu erreichen. Die nächste Station heißt „Upton Park“ und wird von District- sowie Hammersmith & City Line bedient. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Stadion.

Panoramabild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum des Boleyn Grounds (4. Oktober 2009)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein West Ham United bewarb sich am 30. September 2010 als späterer Nutzer des Olympiastadions London. Er möchte das Stadion von 80.000 auf 60.000 Plätze reduzieren; die Leichtathletikanlage soll aber erhalten bleiben. Der Verein sucht eine neue Spielstätte, weil auf dem Gelände des jetzigen Stadions Boleyn Ground ein Wohngebiet und Einkaufszentrum gebaut werden sollen. Auch der Verein Tottenham Hotspur zeigte Interesse am Olympiastadion.[4][5] Die endgültige Entscheidung des LOCOG war für den 11. Februar 2011 vorgesehen, doch bereits einen Tag früher sickerte durch, dass West Ham United den Zuschlag erhalten habe.[6]

Am 11. Oktober 2011 erklärte die Olympic Park Legacy Company (OPLC) den Deal mit West Ham United jedoch für gescheitert, womit das Stadion nach den Olympischen Spielen in den öffentlichen Besitz übergehen wird. Zuvor war bekannt geworden, dass Tottenham Hotspur nach dem Zuspruch an West Ham United Klage erhoben hatte, in der Korruption vorgeworfen wurde.[7]

Im Dezember 2011 wurde die Nachnutzung neu ausgeschrieben. Seitdem haben sich 16 Interessenten bei der zuständigen Olympiaparkgesellschaft OPLC gemeldet. Unter den Interessenten ist auch erneut West Ham United. Der offizielle Bewerbungsprozess begann am 23. März 2012. 2014 sollte das Olympiastadion an den Nachnutzer übergeben werden.[8]

Am 10. Mai 2016 trug West Ham United nach 112 Jahren sein letztes Spiel im Boleyn Ground aus. Die Premier-League-Partie gegen Manchester United vor 34.662 Zuschauern endete mit einem 3:2-Sieg für die Hammers. Zur Saison 2016/17 bezieht der Verein das umgebaute Londoner Olympiastadion mit 60.000 Plätzen.[9] Der Vertrag geht über 99 Jahre und West Ham zahlt jährlich 2,5 Mio. £ Stadionmiete. Für die erste Spielzeit in der neuen Heimstätte wurden 50.000 Dauerkarten verkauft. Auf dem Grund des Boleyn Ground sollen 842 Wohnungen bis 2022 entstehen.[10] Am 7. Juni 2016 ist die erste Begegnung der Londoner im Olympiastadion gegen Juventus Turin geplant.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boleyn Ground – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. West Ham agree to sell Upton Park after Olympic Stadium move, Artikel des Guardian vom 10. Februar 2014
  2. foreverwestham.com: Farewell Upton Park – Hello Olympic Stadium Artikel vom 29. März 2013 (englisch)
  3. premierleague.com: Premier League Handbook Season 2015/16 - Seite 41 (PDF, englisch)
  4. West Ham will ins Olympiastadion. Handelsblatt, 30. September 2010, abgerufen am 2. Oktober 2010.
  5. Auch Tottenham will ins neue Olympiastadion. Die Zeit, 1. Oktober 2010, abgerufen am 2. Oktober 2010.
  6. West Ham beat Tottenham to win Olympic stadium backing. BBC News, 10. Februar 2011, abgerufen am 10. Februar 2011 (englisch).
  7. West Ham doch nicht ins Olympiastadion. 11. Oktober 2011, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch).
  8. Schmidt, Kathrin: 16 Interessenten für Londoner Olympiastadion, sponsors.de, 1. Februar 2012, abgerufen am 5. Februar 2012
  9. stadiumdb.com: London: It’s the end for Upton Park Artikel vom 10. Mai 2016 (englisch)
  10. bbc.com: West Ham's Boleyn Ground farewell: What will become of Upton Park? Artikel vom 10. Mai 2016 (englisch)
  11. stadiumdb.com: London: WHU and Juventus to open Olympic Stadium Artikel vom 25. April 2016 (englisch)