Boyan-Enravota

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Der heilige Enravota (bulgarisch: Свети Енравота, geboren Anfang des 9. Jahrhunderts; gestorben um 833) war der älteste Sohn des Khan Omurtag. Er trug ebenfalls den Namen Boyan, abgeleitet aus dem slawischen Wort für Kämpfer (kyrillisch: Воин). Enravota war der erste bulgarische christliche Märtyrer sowie der erste Heilige, der als bulgarischer Knes kanonisiert wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren wurde Enravota Anfang des 9. Jahrhunderts, er starb um das Jahr 833.

Einer der mächtigsten Khane zu dieser Zeit in Bulgarien, Khan Krum, nahm bei einer seiner mehreren Invasionen auf Byzanz den gebildeten Bischof Kinam fest. Dem Sohn und Thronfolger von Khan Krum, Khan Omurtag, fiel der christianisierende Einfluss Kinams auf seine Söhne auf. Omurtag versuchte einmal, ihn zu zwingen, bei einer götzendienerischen Opferfestlichkeit teilzunehmen. Da Kinam dies schroff ablehnte und sich weigerte, den christlichen Glauben aufzugeben, wurde er zu vielen Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach Angaben des Erzbischofs Theophylakt von Ohrid wurde Enravota unter Einfluss des byzantinischen Bischofs Kinam mit dem Namen Boyan heimlich christlich getauft. Aufgrund seiner Neigung zum Christentum wurde ihm das Recht zum Thronfolger von seinem Vater Omurtag entzogen. Nach dem Tod von Omurtag wurde der Thron seinem jüngsten Sohn Malamir übergeben (der zweite Sohn Zwiniza starb vermutlich), an dessen Loyalität zu den „Volksgöttern“ Omurtag nicht zweifelte.

Laut Theophylakt von Ohrid bat Enravota seinen Bruder Malamir, ihm den festgenommenen Kinam als Sklaven zu übergeben. Malamir hatte den Wunsch seines Bruders nicht im Verdacht und ließ Kinam frei. Als er später jedoch erfuhr, dass Enravota unter Einfluss von Kinam christlich getauft wurde, deutete er diese Tat als Verrat gegen die langjährigen Traditionen der Familie und als Zuneigung zum ewigen Feind, Byzanz. Er rief seinen Bruder und zwang ihn, den neuen Glauben aufzugeben, worauf Enravota antwortete:

„Nichts kann mich von der Liebe Christi fernhalten, weder Feuer noch Schwert, Peitsche oder eine andere Qual!“

Nachdem sein Bruder diese Worte hörte, wurde Boyan-Enravotas Todesurteil ausgesprochen. Laut Hagiographie erwiesen sich die Worte des Märtyrer's direkt vor seiner Hinrichtung nur drei Jahrzehnte später als Prophezeiung:

„… Dieser Glaube, für den ich jetzt sterbe, wird sich in dem gesamten bulgarischen Land ausbreiten, trotz eurer Versuche, dies durch meinen Tod zu verhindern. Das Kreuz Christi wird überall aufgestellt werden, Kirchen werden errichtet und reine Priester, die dem reinen Gott dienen, werden opferbereit die belebende Heilige Dreieinigkeit mit Lob bekennen. All die Idole, zusammen mit den Priestern und deren gottungefälligen Heiligtümern, werden zerstört und in Vergessenheit geraten, als ob sie nie existiert hätten. Aber, allein du (Malamir), nach vielen Jahren, wird deine gottlose Seele zugrunde gehen, ohne jegliche Belohnung für deine Grausamkeit zu bekommen.“

Nach seinem Tod wurde er zum Märtyrer ernannt. Unter dem Namen Märtyrer Boyan-Enravota gilt er als erster Heiliger bulgarischer Abstammung in der Geschichte und der Hagiographie.

Bald danach starb auch Malamir, und da er keine eigenen Nachfolger hatte, wurde Thronfolger Presian, Sohn des Knes Zwiniza, sein zweiter größerer Bruder. Und der Sohn und Thronfolger von Presian, Boris, bekehrte sich zum Christentum und christianisierte im Jahr 856 unter dem Namen Mihail das gesamte bulgarische Volk. Somit erfüllte sich die Prophezeiung des heiligen Märtyrers Boyan-Enravota, bulgarischer Knes.

Fast alle Angaben über Enravotas Leben stammen aus dem Schreibwerk Theophylakts von Ohrid (griechischer Abstammung). Es existiert die Vermutung, dass Enravota in eine Verschwörung gegen seinen Bruder Malamir hineingezogen wurde, die im Nachhinein zum Grund seiner Hinrichtung wurde.

Außer diesen Angaben ist es nicht bekannt, wo sein Grab liegt, ob seine Leiche feierlich beigesetzt wurde und wo sich derzeit seine Gebeine befinden.

Namenstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bulgarisch-orthodoxe Kirche feiert Boyan-Enravotas Tag am 28. März.

Ehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Enravota-Gletscher an der Nordenskjöld-Küste in Grahamland, Antarktika, ist nach dem Heiligen Boyan-Enravota benannt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]