Brehm-Gedenkstätte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Wohnhaus der Familie Brehm in Renthendorf (Thüringen). Hier wurde die Brehm-Gedenkstätte gegründet.

Die Brehm-Gedenkstätte ist ein Memorialmuseum in Renthendorf (Thüringen, Deutschland), das den beiden Naturforschern Christian Ludwig Brehm und Alfred Edmund Brehm gewidmet ist. Es wurde 1946 von Frieda Poeschmann, Tochter Alfred E. Brehms, gegründet. Während es zu dieser Zeit allerdings nur aus zwei Memorialräumen bestand, wurde es bald erweitert und befindet sich bis heute in den ehemaligen Wohnhäusern und Arbeitsstätten der Familie Brehm. Besucher können dort Möbel, Alltagsgegenstände und Bücher der Brehms, Reisemitbringsel von Alfred. E. Brehm sowie originale Vogelpräparate von C. L. Brehm beschauen und sich über das Leben und Werk der beiden Naturforscher informieren. Den wertvollsten Teil der Sammlung bilden über 2000 Autographen, also Handschriften, der gesamten Brehm-Familie. Direkt neben der Brehm-Gedenkstätte befindet sich die Kirche Renthendorfs sowie der Friedhof mit den Brehm-Gräbern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrhaus in Renthendorf (Thüringen): Aktuelles Ausstellungsgebäude der Gedenkstätte

Die Brehm-Gedenkstätte wurde 1946 von Frieda Poeschmann, geb. Brehm, im 1864/65 erbauten Wohnhaus der Familie Brehm gegründet. Zu dieser Zeit bestand die Gedenkstätte allerdings nur aus zwei Räumen (Arbeitszimmer und Wohnzimmer), welche mit alten Möbeln ausgestattet waren. Der Neffe Poeschmanns, Hans-Renatus Brehm, erbte nach ihrem Tod das Gebäude, schenkte es aber bereits 1952 mitsamt Ausstattung der Gemeinde Renthendorf. Ab 1952 übernahm Gustav Boldt, damaliger Schulleiter in Renthendorf, die ehrenamtliche Leitung der Memorialräume, welcher nach 1968 von Willi Beer abgelöst wurde. Beer erstellte 1973 eine Konzeption zur zukünftigen Entwicklung der Gedenkstätte, welche ab 1975 auch umgesetzt wurde. Es folgten als weitere Leiter Manfred Jeche und Edgar Wolf (1976–1981). Wolf restaurierte während seiner Zeit als Leiter die Räume und machte eine noch umfassendere museale Nutzung möglich. Von 1983 bis 1990 wurde Klaus Fischer zum Leiter der Einrichtung, der die Restaurierungsarbeiten fortsetzte. Fischer wurde 1990 abgelöst von Jörg Hitzing, der das Amt bis 2012 innehatte und zusammen mit dem 1991 gegründeten Förderkreis Brehm e.V. maßgeblich zur Erweiterung der Sammlung von Schriftstücken beitrug. 2012 musste die Brehm-Gedenkstätte aufgrund der Finanzlage der Gemeinde Renthendorf kurzzeitig geschlossen werden. Die Wiedereröffnung wurde schließlich durch die Gründung eines Zweckverbands „Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf“ möglich, welcher sich aus sechs umliegenden Gemeinden zusammensetzt und von Volker Bauer geleitet wird. Als neuer Leiter der Gedenkstätte wurde Jochen Süss eingesetzt, der sich seitdem insbesondere um die dringend erforderliche bauliche Sicherung und Restaurierung des Gebäudes und die Einwerbung der dafür nötigen Gelder bemüht. Der Umbau des Gebäudes wurde 2013 begonnen und soll 2018 abgeschlossen sein. Während dieser Zeit ist die ehemalige Ausstellung im Pfarrhaus in Renthendorf, der Wohn- und Arbeitsstätte von Christian Ludwig Brehm, für Besucher zugänglich. Am 28. April 2017 wurde die "Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehm-Stiftung" gegründet, die in Zukunft Träger des Museums werden soll.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehm auf einem DDR-Briefmarkenblock: Alfred Edmund verbrachte insbesondere seine Jugend und die letzten Monate vor seinem Tod in Renthendorf – Christian Ludwig fast sein ganzes Leben.

Die in den 1980er Jahren gestaltete und in Teilen bis heute vorliegende Ausstellung der Brehm-Gedenkstätte konzentriert sich auf das Leben und Werk Alfred Edmund und Christian Ludwig Brehms. Neben den authentischen Wohn- und Arbeitsstätten selbst, in denen beide Naturforscher gelebt haben, sind in den aktuell noch vorhandenen Ausstellungsteilen originale Alltagsgegenstände aus dem Hause Brehm; Briefe, Bücher und Bilder der Brehms, Reisesouvenirs von Alfred E. Brehm, sowie originale Vogelpräparate von C. L. Brehm und zahlreiche weitere Dermoplastiken von Vögeln zu sehen. Weiterhin können die Brehm-Gräber an der nahegelegenen Kirche besucht werden. Aktuell wirbt die Gedenkstätte mit der Begehung des Brehm-Wohnhauses nach Art einer 'Gläsernen Baustelle'. Besucher können hier Restaurierungsarbeiten verfolgen und an der Neugestaltung des Museums teilhaben. Die Ausstellung wird derzeit neu konzipiert und wird nach Aussage der Mitarbeiter dann auch Themen behandeln, die über das Leben und Werk der Naturforscher Brehm hinausgehen werden.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den genannten Ausstellungsobjekten ist die Gedenkstätte im Besitz von etwa 1300 originalen Autographen der Brehm-Familie (davon ca. 700 von Alfred E. Brehm) sowie weiteren 600 Autographen in Form von Kopien. Dazu zählen unter anderem Briefe, (Steno-)Postkarten und Reisetagebücher, die im Zuge der konzeptionellen Neuausrichtung des Museums online frei zugänglich gemacht werden sollen. Weiterhin umfasst die Sammlung die Haus- und Forschungsbibliothek der Brehms, die auch nach dem Ableben Alfred Edmund Brehms stetig weitergewachsen ist. Sie umfasst derzeit ca. 13.000 Bände. Rund 300 Fotografien und einzelne Expeditionszeichnungen zählen ebenso zur Sammlung. Ebenso besitzt die Gedenkstätte originales Mobiliar der Brehm-Familie, das derzeit allerdings restauriert wird und deshalb nur teilweise zugänglich ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brehm-Gedenkstätte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Knorre, Dietrich. "Die Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf". In: Haemmerlein, Hans-Dietrich. Alfred Brehm: Biografie in Zeit- und Selbstzeugnissen. Sax-Verlag Beucha: Markkleeberg, 2015.