Breitschwanzkolibri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Breitschwanzkolibri
Breitschwanzkolibri (Selasphorus platycercus)

Breitschwanzkolibri (Selasphorus platycercus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Nordelfen (Selasphorus)
Art: Breitschwanzkolibri
Wissenschaftlicher Name
Selasphorus platycercus
(Swainson 1827)

Der Breitschwanzkolibri (Selasphorus platycercus) oder Breitschwanzelfe ist eine amerikanische Vogelart, die innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung der Nordelfen (Selasphorus) gehört.

Merkmale[Bearbeiten]

Charakteristisch für diese Kolibri-Art ist ein auffälliges Summen, das durch die Flügelschläge entsteht. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen in der Gefiederfärbung deutlich (Sexualdimorphismus). Das Gefieder der Männchen ist im Bereich der Kehle rot bis metallisch schimmernd. Der Rücken und die Schwanzoberseite sind grünlich gefärbt. Die Weibchen sind deutlich weniger bunt. Sie besitzen eine weiße Kehle und an der Kopfunterseite eine weiße Färbung mit schwarzen Punkten. Junge Männchen ähneln in der Gefiederfärbung den Weibchen.[1]

Der Breitschwanzkolibri erreicht eine Körperlänge zwischen 83 und 97 Millimetern und wird 3 bis 4 Gramm schwer.[1] Die Flügelspannweite beträgt 12 bis 14 Zentimeter. Die Männchen sind etwas kleiner und leichter als die Weibchen.

Breitschwanzkolibri bei der Aufzucht des Nachwuchses

Lebensweise[Bearbeiten]

Ernährung[Bearbeiten]

Der Breitschwanzkolibri ernährt sich im Flug von Blütennektar und kleinen Insekten. Sie fliegen vor allem rote Blüten mit tiefer Öffnung, wie Ipomopsis aggregata, an.[1] Während der Überwinterung sind die Tiere deutlich weniger wählerisch, weil sie sonst ihren Nahrungsbedarf aufgrund des geringen Angebots nicht decken könnten.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Geschlechtsreife des Breitschwanzkolibris tritt mit etwa einem Jahr ein. Die Paarungszeit im Frühjahr ist der einzige Zeitpunkt, an dem beide Geschlechtspartner zusammenfinden (Promiskuität). Das Männchen begattet bis zu sechs Weibchen[1] und ist an der Aufzucht der Jungen nicht beteiligt.

Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen gebaut, in das sie zwei Eier legt. Die Jungtiere schlüpfen nach 16 bis 19 Tagen. Zehn bis zwölf Tage danach übernachtet das Weibchen nicht mehr im Brutnest, da dieses zu klein ist. Die Jungen sind nach etwa 25 Tagen flügge.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet der Breitschwanzelfe

Die Brutgebiete des Breitschwanzkolibris befinden sich in Nevada, Utah, und Wyoming bis Ost-zentral-Kalifornien, Arizona, New Mexico, Colorado, und West-Texas. Die Tiere brüten aber auch in höher gelegenen Regionen in Mexiko und Guatemala. Zur Überwinterung ziehen die Vögel im Herbst in das Hochland von Mexiko und im Süden bis Guatemala.[2]

Breitschwanzkolibris an einer Tränke

Der Breitschwanzkolibri lebt bevorzugt in blumenreichen Heidelandschaften des Tieflandes und Regionen mit Pinyon-Kiefern-, Wacholder-, Kiefern-, Eichen-, Zypressen- und Tannen-Vegetation in höheren Gebieten. Einige nisten in Höhen von über 3.000 Metern. Viele Vögel haben sich auch in der Nähe von Menschen angesiedelt.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

William Swainson beschrieb die Breitschwanzelfe unter dem Namen Trochilus platycercus. Das Typusexemplar wurde in Mexiko von William Bullock und dessen Sohn William Bullock Jr. gesammelt. [3] Erst später wurde sie der Gattung Selasphorus zugeschlagen.

Das Wort Selasphorus leitet sich von den griechischen Worten »selas σέλας« für »Glanz, Licht, Flamme«  und »-phoros , pherō πηοροσ « für »tragend, Träger« ab.[4]

Das Wort »platycercus« ist ein Wortgebilde aus den griechischen Worten »platus πλάτος« für »breit« und »kerkos κέρκος« für »Schwanz«.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  William Swainson: A Synopsis of the Birds discovered in Mexico by W. Bullock, F.L.S. and H.S. and Mr. William Bullock, jun.. In: The Philosophical magazine: or Annals of chemistry, mathematics, astronomy, natural history and general science.. Bd. 1, Nr. 85, 1827, S. 433–442 (online, abgerufen am 14. Februar 2014).

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Selasphorus platycercus im Animal Diversity Web
  2. Broad-tailed Hummingbird bei All About Birds
  3. William Swainson, S. 441
  4. James A. Jobling S. 352
  5. James A. Jobling S. 309

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Selasphorus platycercus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien