Briquet-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
F45.0 Somatisierungsstörung
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Briquet-Syndrom ist die historische Bezeichnung innerhalb der Psychotherapie und Neurosenlehre für einen polysymptomatischen Typ der Hysterie. Diese Form wird im DSM-IV unter die Somatisierungsstörungen eingeordnet und zeichnet sich durch eine rasch wechselnde Symptomatik aus.

Der Begriff wurde letztlich durch den der Hysteria abgelöst. Der Psychiater Samuel B. Guze führte diese Unterscheidung ein und unterschied damit pseudoneurologische Konversionssymptome von denen der Hysterie, denen seiner Meinung nach eine vielfältige Symptomatik zugrunde liegt und sich nicht mit der Histrionischen Persönlichkeitsstörung deckt.

In Deutschland überschneidet sich dieser Typ mit der psychovegetativen Störung und den funktionellen Syndromen.

In der ICD-10-GM Version 2016 wird die Erkrankung dem Kode F45.0 zugeordnet.[1] bzw. Der Kode F45.0 bezeichnet die Subkategorie Somatisierungsstörung.

In der DSM-IV wird das Briquet-Syndrom unter den Somatoforme Störungen geführt. Im aktuellen Diagnosemanual, DSM-V[2], wird das Briquet-Syndrom der Kategorie Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen zugeordnet.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven O. Hoffmann, Gerd Hochapfel: Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin. Schattauer, Stuttgart, New York, NY 1995, ISBN 3-7945-1680-X, neubearbeitete Auflagen: Neurotische Störungen und psychosomatische Medizin : mit einer Einführung in Psychodiagnostik und Psychotherapie, zuletzt 8. Auflage 2009, ISBN 978-3-7945-2619-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIMDI - ICD-10-GM Version 2016 (2016). Online verfügbar unter http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2016/block-f40-f48.htm, zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2016, zuletzt geprüft am 14. Februar 2016.
  2. http://www.dsm5.org/Pages/Default.aspx
  3. Winfried Rief u. a.: Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen: Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen-DSM-5. Hogrefe, Göttingen 2015, S. 424
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