Brockdorff-Palais

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Blick vom Fleth auf das Brockdorff-Palais
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Das Brockdorff-Palais in Glückstadt in Schleswig-Holstein ist ein früherer Adelshof. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Palais zählt neben dem Wasmer-Palais zu den bedeutendsten profanen Bauwerken der Stadt. Es beherbergt mit dem „Detlefsen-Museum“ eine Sammlung zur Geschichte der Stadt Glückstadt und ihrer Umgebung.

Das Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brockdorff-Palais wurde während in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges für den damaligen Glückstädter Festungskommandanten Christian Graf von Pentz errichtet. Pentz verteidigte die Stadt 1627/28 erfolgreich vor den Truppen Wallensteins und stand dadurch in der Gunst des dänischen Königs Christian IV., der den Grafen darauf mit einer seiner Töchter aus der Ehe zur linken Hand mit Kirsten Munk, Sophie Elisabeth, vermählte. Das Palais diente dem Grafen als standesgemäßes Stadthaus des damals blühenden Glückstadt, doch aufgrund seiner Trunksucht wurde er später aus allen Ämtern entlassen und starb eingekerkert im Alter von 51 Jahren.

In der Folgezeit wechselte das Haus mehrmals den Eigentümer und wurde von seinen neuen Eigentümern von einem Stadthaus der späten Renaissance in ein modernes barockes Palais umgebaut. Es gelangte 1727 an den Kanzleirat Rheder und war von 1802 bis 1877 für drei Generationen im Besitz der uradligen Holsteiner Familie Brockdorff. Der Leiter der schleswig-holsteinischen Kanzlei in Glücksburg und spätere Präsident des Oberappellationsgerichts in Schleswig Cay Lorenz von Brockdorff gab dem Haus seinen heutigen Namen. Ab dem Jahr 1900 nahm das Palais für 35 Jahre das Glückstädter Amtsgericht auf. Aufgrund zunehmender Mängel in der Bausubstanz drohte 1962 der Abriss, anschließend folgte eine erste Sanierung. Das heutige Museum fand seinen Platz ab 1969 in dem Haus, das 1992 noch einmal restauriert wurde.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais wurde von 1631 bis 1632 durch die Baumeister Willem van Steenwinckel und H. Bolten errichtet. Es ist eines der ältesten erhaltenen Häuser Glückstadts, wo viele Bauten aus der Zeit der Stadtgründung – so auch das Glückstädter Schloss – aufgrund mangelnder Fundamentierung in dem feuchten Baugrund später abgetragen werden mussten. Das Palais ist ein langgestrecktes, dreizehnachsiges Haus, das mit seiner Traufenseite auf das Fleet ausgerichtet ist. Das Gebäude war ursprünglich komplett unverputzt, die aus abwechselnden Schichten roter und gelber Backsteine errichteten Wände sind heute nur noch auf der Hofseite sichtbar.

1727 wurde das ursprünglich neunachsige Gebäude um vier Fensterachsen nach Westen verlängert, der rückwärtige Flügel angefügt und eine zur Hofseite liegende Kapelle und der Treppenturm abgebrochen. Anstelle des Treppenturms wurde hinter dem Hauptportal ein repräsentatives Treppenhaus mit einer hölzernen Stiege eingefügt, das Portal erhielt seinen barocken Schmuck. Zur Fleetseite haben sich drei Enfilade gereihte Räume mit bemalten Holzdecken von 1695 erhalten.

Das Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlungen des Museums entstanden bereits 1893 auf Anregung des Glückstädter Lehrer Detlef Detlefsen, der dem Haus auch seinen heutigen Namen gab. Sie beinhalten Zeugnisse der Gründung Glückstadts und seiner Entwicklung. Ausgestellt sind unter anderem eine erhaltene Bauernstube, die frühere Stadtapotheke und Räume der Großbürgerlichen Wohnkultur. Weiter finden sich Zeugnisse der einst hier führenden Wirtschaftszweige, wie der Landwirtschaft, der Herings- und der Walfang.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Flügel des Kopenhagener Schlosses Amalienborg wird ebenfalls nach der Familie Brockdorff als Palais Brockdorff bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Michaelsen: Das Brockdorff-Palais in Glückstadt. In: Heimatverband für den Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1964. Itzehoe 1963, S. 106–110.
  • Carl-Heinrich Seebach: Das Brockdorff-Palais. In: Heimatverband für den Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1970. Itzehoe 1969, S. 119–124.
  • Tatjana Ceynowa: Das Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais in Glückstadt. In: Heimatverband für den Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 2003. Itzehoe 2002, S. 131–138.
  • Catharina Berents, Christian Boldt: Das Detlefsen-Museum und das Stadtarchiv im Brockdorff-Palais in Glückstadt. In: Heimatverband für den Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 2009. Itzehoe 2008, S. 218–231.
  • C. Boldt/K.J. Lorenzen-Schmidt (Hrsg.): Detlefsen zum 100. Todestag: Ein Colloquium der Detlefsen-Gesellschaft Glückstadt, Glückstadt 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brockdorff-Palais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 47′ 20″ N, 9° 25′ 19″ O