brut Wien

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brut im Künstlerhaus (2014)

Das brut Wien ist ein Koproduktionshaus und Spielstätte für die freie österreichische und internationale Theater-, Performance- und Tanzszene. Seit der Saison 2017/18 musste das Koproduktionshaus wegen Renovierungsarbeiten an andere Orte ausweichen.[1] Bis Frühjahr 2021 realisierte brut Programm an wechselnden temporären Spielstätten, dabei wurden 90 verschiedene Orte in 19 Wiener Gemeindebezirken bespielt.[2] Im September 2020 entschied sich die Frage nach einem neuen festen Standort für brut. Von März 2021 bis 2023 bespielt brut das neue temporäre Hauptquartier „brut nordwest“, eine zwischengenutzte Industriehalle in der Brigittenau. Ab 2024 bezieht brut eine neue feste Spielstätte in der ehemaligen Zentralbankzweigstelle St. Marx im dritten Bezirk.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

brut im Künstlerhaus (2013)

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 finden im brut neben zeitgenössischer Performance, Tanz und Theater auch Vorträge, Diskussionen und Workshops statt. Der Fokus des Programms liegt auf spartenübergreifender Kunst und der Verschränkung von popkulturellen mit künstlerisch avancierten Formaten. Gründungsintendanten waren Thomas Frank und Haiko Pfost, die bis 2013 gemeinsam die künstlerische Leitung innehatten und für die Spielzeit 2008/2009 mit dem Spezialpreis des Nestroy-Theaterpreises 2009 ausgezeichnet wurden. Ab 2013 war Thomas Frank alleiniger künstlerischer Leiter.

Ihm folgte ab der Saison 2015/16 Kira Kirsch[4], die bis dahin leitende Dramaturgin beim steirischen herbst in Graz war. Temporäre Spielorte außerhalb der Spielstätte selbst waren von Kirsch von Anfang an konzeptuell angelegt, was ihr ab der Saison 2017/18 aufgrund der Sanierung des Künstlerhauses zugutekommt.

Künstler und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konea Ra im brut im Künstlerhaus (Popfest 2012)

Pro Saison finden rund 300 Veranstaltungen statt. Knapp zwei Drittel der gezeigten Performances sind Koproduktionen mit österreichischen Künstlern und Künstlergruppen. Für verschiedene Künstler und freie Theatergruppen war brut seit der Gründung eine Station auf dem Weg zur Bekanntheit über Österreich hinaus. Eine regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit Künstlern und Künstlergruppen wie God’s Entertainment, Anne Juren, Michikazu Matsune, Die Rabtaldirndln, Oleg Soulimenko, Theater im Bahnhof, Nesterval und Doris Uhlich. Außerdem ist brut regelmäßig Spielstätte von Festivals wie Freischwimmer und imagetanz.[5] Seit 2011 war brut im Künstlerhaus einer der Veranstaltungsorte des Popfest und seit 2014 des Waves Vienna.

International kooperiert brut eng mit den Sophiensaelen in Berlin, dem Kunstencentrum Campo in Gent, dem Kulturzentrum Kampnagel in Hamburg oder dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main. Weiters ist brut Partner in verschiedenen EU-Netzwerken und -Projekten. Dazu gehören u. a. die Netzwerke „House on Fire“, „Up to Nature“, „Connections“ und „Europe in Motion“.

Zudem ist brut Gründungsmitglied von „PAKT WIEN Plattform der Häuser darstellender Künste“[6] sowie Teil von „Be SpectACTive!“[7] und „Die Vielen“[8].[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: brut im Künstlerhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brut Wien startet Saison bei Bushaltestelle. 21. Juni 2017 (orf.at [abgerufen am 9. Juli 2018]).
  2. Brut Wien: Mit neuem Programm weiter auf Wanderschaft - derStandard.at. Abgerufen am 14. Dezember 2020 (österreichisches Deutsch).
  3. wien ORF at/Agenturen red: brut Wien bekommt Theater in St. Marx. 12. September 2020, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  4. Der Standard: Neue Leitungen für Wiener Schauspielhaus und Brut, 2. Juli 2014
  5. Der Standard: Mozart krümmt sich in der Kugel, 21. März 2014
  6. Ein Dach für viele Häuser, auf wuk.at, abgerufen am 3. Jänner 2021
  7. User-generated Content – jetzt auch am Theater: „Be Spectactive!“, auf derstandard.de, abgerufen am 3. Januar 2021
  8. "Die Vielen" formieren sich für „Solidarität und Freiheit der Kunst“, auf diepresse.com, abgerufen am 3. Januar 2021
  9. brut Wien: Profil. Abgerufen am 14. Dezember 2020 (deutsch).