Budinoi

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Die Budinoi (griechisch Βουδίνοι, eingedeutscht auch Budiner) waren ein von Herodot in seinen Historien[1] erwähntes nomadisch lebendes Volk mit blauen Augen und rötlicher Haarfarbe, das vornehmlich der Jagd nachging. Es lebte in den ausgedehnten Waldsteppen nördlich der Heimat der Skythen an der Nordküste des Schwarzen Meeres am Fluss Tanais (Don). Trotz ihrer vornehmlich nomadischen Lebensweise bauten sie feste Siedlungen aus Holz, darunter das von Herodot als ihre Hauptstadt erwähnte Gelonos. Als westliche Nachbarn nennt Herodot die Neurer und Thyssageten, während östlich der Budinoi die Argippaioi hausten.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welcher Volksgruppe die Budinoi angehörten, ist (wohl auch wegen der ungenauen Angaben bei Herodot) Gegenstand zahlreicher Spekulationen: Ellis Hovell Minns sieht sie als Vorfahren der Permjaken oder Woten,[2] Aleksander Brückner für altertümliche Balten,[3] Zbigniew Gołąb hingegen für Vorfahren der Slawen.[4] In der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste wird vermutet, dass sich die Budinoi eigentlich Wudinoi oder Wenden (mutmaßlich von slaw. woda = Wasser) nannten (weil das Beta in klassischen Griechisch auch für den Laut ​[⁠v⁠]​ stand) und die Budinoi daher ebenfalls als proto-slawische Ethnie gedeutet.[5]

Der Archäologe Boris Schramko will in den Ausgrabungen von Bilsk (Kotelwa) bei Poltawa Gelonos wiedererkannt haben.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herodot, Historien 4, 108–109.
  2. Budini. In: Encyclopædia Britannica. 1911. Abrufbar auf Wikisource.
  3. Aleksander Brückner: Starożytna Litwa. Ludy i bogi. Szkice historyczne i mitologiczne. Pojezierze, Allenstein 1979, S. 188.
  4. Zbigniew Gołąb: O pochodzeniu Słowian w świetle faktów językowych. Towarzystwo Autorów i Wydawców Prac Naukowych „Universitas“, Krakau 2004, ISBN 83-242-0528-4, S. 166.
  5. Budini. In: Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. Theil 13: Briänsk – Bukuresd. Gleditsch, Leipzig 1824, S. 341–342 (online).
  6. Timothy Taylor: A platform for studying the Scythians. 2007. http://antiquity.ac.uk/reviews/taylor.html (Memento vom 6. Juli 2007 im Internet Archive). Abgerufen am 10. Juni 2013.