Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen

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Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bvkm) wurde 1959 von regionalen Zusammenschlüssen von Eltern mit körper- und mehrfachbehinderten Kindern gegründet. Er versteht sich als Selbsthilfeverband, Eltern-, Fach- und Dachverband für Menschen mit insbesondere körperlicher und mehrfacher Behinderung und ihren Familien.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelpunkt der Arbeit des Bundesverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen stehen Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung und ihre Familien. Zu ihnen gehören Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung, die ständig auf Begleitung, Pflege und Zuwendung angewiesen sind, sowie Menschen mit Behinderung, deren Leben sich kaum von dem nichtbehinderter Menschen unterscheidet. Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen bilden die größte Gruppe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1950er-Jahre schlossen sich Eltern behinderter Kinder zu regionalen Selbsthilfeorganisationen zusammen. Die wenigen örtlichen Initiativen gründeten 1959 den Bundesverband. Somit war eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die rechtliche, pädagogische und therapeutische Erkenntnisse und insbesondere selbsthilfeorientierte Ideen bündelt. In über 280 regionalen Mitgliedsorganisationen sind im Jahr 2015 rund 28.000 Familien organisiert.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen mit Behinderung haben ein Recht darauf, in Würde und Selbstbestimmung am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Teilhabe erfordert die rechtliche Gleichstellung behinderter Menschen, Schutz vor Diskriminierung, eine für alle nützliche barrierefreie Umwelt und den Zugang zu sämtlichen Lebensbereichen nicht behinderter Menschen. Ziel des Bundesverbandes ist es, die Lebensbedingungen so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien ein möglichst selbstbestimmtes Leben nach ihren eigenen Vorstellungen führen können. Unterschiedliche Lebens- und Familienformen werden gleichermaßen unterstützt.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesverbände koordinieren die Arbeit der Ortsvereine im jeweiligen Bundesland [1]. Sie haben eine Mittlerfunktion zwischen dem Bundesverband und den Ortsvereinen. Sie übernehmen die Interessenvertretung der zusammengeschlossenen Menschen auf der Landesebene. Die Orts- und Kreisvereine sind eine erste Anlaufstelle und stellen den Kontakt zu Menschen mit Behinderung und anderen Eltern her. Sie verrichten ihre Arbeit in rechtlicher Selbstständigkeit vom Bundesverband. Die rund 280 Orts- und Kreisvereine betreiben in Städten und Gemeinden Frühförder- und Beratungsstellen, familienentlastende Angebote, Schulen, Wohnangebote, Werkstätten. Die in den Clubs und Gruppen zusammengeschlossenen Menschen mit Behinderung vertreten sich im Verband selbst [2]. Der Bundesverband wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geführt. Die Versammlung der Mitglieder und der Bundesausschuss (Ländervertretung des Bundesverbandes) überwachen die Arbeit und bestimmen die Richtlinien der Verbandsarbeit.

Verlag, Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verlag selbstbestimmtes leben ist Eigenverlag des bvkm. Neben Fachbüchern und Einführungsliteratur z.B. zu den Themenkreisen Cerebrale Bewegungsstörungen, geistige Behinderung, schwere Mehrfachbehinderung gibt der Verlag weit über 80 Fachbücher zu rechtlichen, sozialen, psychologischen und Alltagsthemen für Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen, für ihre Angehörigen und für Fachkräfte heraus[3]/ Darüber hinaus publiziert der Bundesverband drei Zeitschriften:

  • Zeitschrift „Das Band“ ist die verbandliche Informationsplattform und wendet sich an Eltern, Angehörige, ehrenamtliche und professionell Engagierte.
  • Die MiMMi ist eine Abkürzung für Mitmach-Mädchenmagazin-Mittendrin. Sie ist eine Zeitschrift, in der Mädchen und junge Frauen mit und ohne Behinderung zu Wort kommen.
  • Die „Fritz und Frida“ ist eine Zeitschrift von und für Frauen und Männer mit Behinderung, sie entstand im Rahmen eines dreijährigen Projektes für ebendiesen Personenkreis.

Außerdem bietet der Verband Präsentationsmaterial zu Fragen im Zusammenhang von Behinderung und Migration in deutscher, englischer, französischer, russischer und türkischer Sprache an[4].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachlexikon der sozialen Arbeit, Hrsg.: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Baden-Baden: Nomos-Verlag, 7. Auflage 2011 ISBN 978-3-8329-5153-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesverbände
  2. Fachkäfteportal der Kinder- und Jugendhilfe
  3. Fachbücher und Broschüren des bvkm
  4. Mehrsprachiges Material Behinderung und Migration