Calciumsulfid

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Kristallstruktur
Struktur von Calciumsulfid
__ Ca2+     __ S2−
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Fm3m (Nr. 225)

Koordinationszahlen

Ca[6], S[6]

Allgemeines
Name Calciumsulfid
Andere Namen

Calciummonosulfid

Verhältnisformel CaS
CAS-Nummer 20548-54-3
PubChem 30182
Kurzbeschreibung

farbloses bis gelbliches Pulver mit Geruch nach Schwefelwasserstoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 72,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,8 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

Zersetzung >2000 °C[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335​‐​400
EUH: 031
P: 261​‐​273​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Reizend Umweltgefährlich
Reizend Umwelt-
gefährlich
(Xi) (N)
R- und S-Sätze R: 31​‐​36/37/38​‐​50
S: (2)​‐​28​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Calciumsulfid ist ein farbloses Salz bestehend aus den Elementen Calcium und Schwefel mit der Summenformel CaS. Es kristallisiert kubisch in der Natriumchlorid-Struktur.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Natur kommt Calciumsulfid in Form des seltenen Minerals Oldhamit vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird durch Reduktion von Calciumsulfat mit Kohle hergestellt:

und kann in dem Reaktionsgemisch zu Calciumoxid und Schwefeldioxid weiterreagieren.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumsulfid ist instabil und reagiert im Kontakt mit Wasser zu Calciumhydrogensulfid (Ca(HS)2), Calciumhydroxid (Ca(OH)2) und dem gemischten Salz Ca(HS)(OH).

Kalkmilch Ca(OH)2, ergibt beim Kochen mit elementarem Schwefel „Schwefelkalkbrühe“, die als Insektizid und Fungizid verwendet wird. Die darin wirksame Substanz ist wahrscheinlich Calciumpolysulfid, nicht CaS.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Calciumsulfid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 29. Dezember 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 20548-54-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 20548-54-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  5. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1244.