California-Effekt

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Als California-Effekt oder California Effect wird die Übernahme strengerer lokaler Vorschriften durch eine bislang weniger strenge übergeordnete Gesetzgebung oder Normung bezeichnet, zum Beispiel Übernahme von einem Bundesland auf einen Staat, oder von einem Staat auf weltweit gültige Normen. Er kann insbesondere dann auftreten, wenn die Ursprungsregion der strengen Vorschriften besonders einflussreich ist.[1][2][3]

Die Bezeichnung „California-Effekt“ geht auf den Clean Air Act zurück, der 1970 im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien verabschiedet wurde und strengere Vorschriften bezüglich der Autoabgasnormen vorschrieb als der Nationalstaat und jeder andere amerikanische Bundesstaat. Zwei Jahrzehnte später passte der Kongress der Vereinigten Staaten die nationalen Schadstoffnormen an das kalifornische Niveau an. Kaliforniens politische Schlagkraft und Marktgröße waren vermutlich wichtige Faktoren in der Fähigkeit des Bundesstaates, Gerichtsbarkeiten anderer Bundesstaaten und die des Nationalstaates zu beeinflussen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Delaware-Effekt, eine Konkurrenz zwischen US-amerikanischen Bundesstaaten um das günstigste Unternehmensrecht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The California Effect. In: David Vogel: Trading Up: Consumer and Environmental Regulation in a Global Economy. Harvard University Press, 2009, ISBN 978-0-674-04468-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Huber: Allgemeine Umweltsoziologie. Westdeutscher Verlag, 2011, ISBN 978-3-531-17872-1.
  2. Mathias M. Siems: Die Konvergenz der Rechtssysteme im Recht der Aktionäre: ein Beitrag zur vergleichenden Corporate Governance in Zeiten der Globalisierung. Mohr Siebeck, 2005, ISBN 3-16-148668-4, S. 416f.
  3. Jan von Hein: Die Rezeption US-amerikanischen Gesellschaftsrechts in Deutschland. Mohr Siebeck, 2008, ISBN 978-3-16-149667-7, S. 308.
  4. publicpolicy.utoronto.ca: California Effect (Memento vom 27. Februar 2013 im Internet Archive)