Camera tossing

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Kamerawurf bzw. camera tossing (auch camera toss) ist eine Technik der Fotografie. Hierbei wird die Fotokamera in die Luft geworfen und das Bild entsteht im Flug.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist die Idee der „geworfene Kamera“ (englisch Tossed Camera) vermutlich aufgrund der anfangs recht langen Auslöseverzögerung älterer Digitalkameras. Scherzhaft hieß es dazu: „Die [Kamera] kannst du auslösen, in die Luft werfen, auffangen – und hast immer noch genug Zeit für das Foto.“ Dabei sollen in einigen Fällen, in denen das ausprobiert wurde, tatsächlich Bilder entstanden sein. So ist neues Gestaltungsmittel der Fotografie entstanden, das bei sich drehender Kamera zu ansprechenden Lichtmalereien führen kann.[1] Über Ryan Gallagher aus Textas wird gesagt er habe diese Form des Fotografierens erfunden, so dass sie sich von den USA, Kolumbien und Equador über Portugal bis England und Deutschland verbreitet habe.[2] Angafangen habe es mit einem Wutanfall, aus dem heraus Gallagher seine Kamera, die wieder einmal nicht so funktionierte wie sie sollte, den Apparat kurzerhand in die Luft warf. Nun löste diese aus und da das entstandene Bild Gallagher gut gefiel, begründete er ein neues Genre: den Kamerawurf.[3]

Techniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Auslösen der Kamera erfolgt im letzten Moment beim Hochwerfen oder über den Selbstauslöser. Diese Technik funktioniert laut angaben des Verbandes der Fotoindustrie mit jeder Kamera, die mit einem Selbstauslöser ausgestattet ist. Kleine leichte Kameras eigenen sich besser. Alternativ lassen sich ähnliche Effekte auch durch eine schnelle Drehbewegung erzielen.[4] Bei Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtung entstehen durch die Eigenbewegung der Kamera Bilder mit oft ineinander gezirkelten Lichtbahnen. Aufnahmen können aber auch bei Tageslicht gemacht werden. Der Reiz liegt dann eher in der ungewöhnlichen Aufnahmeperspektive, hier wird nicht mit Langzeitbelichtung gearbeitet, sondern mit dem Selbstauslöser oder Mehrfachaufnahmen. Hierbei kann der Selbstauslöser gedrückt und die Kamera hochgeworfen werden. Je nachdem welchen Effekt erzielt werden soll, wird sie gerade nach oben geworfen oder in eine Rotation versetzt. Ein Nachteil bei Tageslichtaufnahmen ist die Unschärfe der Aufnahmen. Es empfiehlt sich den Blitz dabei nicht zu verwenden oder die Funktion auszuschalten. Eine weitere Alternative ist es, die Kamera an einer Schnur zu befestigen und sie wie ein Pendel schwingen zu lassen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kevin Meredith: 52 fotografische Projekte: Kreative Foto-Arbeiten für experimentierfreudige Bildkünstler. MITP-Verlags, Heidelberg / München / Landsberg / Frechen / Hamburg 2011, ISBN 978-3-8266-9121-8, S. 265–267 (Leseprobe, books.google.de).
  • BILD – Der grosse Wurf – Der neue Fotospass: Camera-Tossing. In: Fotomagazin. Nr. 8, August 2007, S. 18 ISSN 0340-6660 (fotomagazin.de).
  • Chris Gatcum: Creative Photography. Ilex Press, London 2009, ISBN 978-1-905814-61-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fototipp Camera Tossing – Mit viel Glück ein großer Wurf. In: Stiftung Warentest (Hrsg.): Test Nr. 1, 2007 (test.de).
  2. Imke Schridde: Unberechenbare Fotos – Ryan Gallagher macht das Camera-Tossing populär 10. April 2006, deutschlandfunkkultur.de.
  3. «Camera Tossing»: Jeder Wurf kann der letzte sein. 2006, 20min.ch.
  4. Der große Wurf: „Camera Tossing“. In: Frankfurter Rundschau. 5. August 2010 (fr.de).