Cardiff Giant

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Eine Fotografie der Ausgrabung des Riesen aus dem Oktober 1869.
Cardiff Giant

Der Cardiff Giant (Gigant von Cardiff) oder der amerikanische Goliath ist als eine der größten wissenschaftlichen Fälschungen in die Geschichte der nordamerikanischen Archäologie eingegangen[1]. Es handelte sich dabei um die nach ihrem Herkunftsort, dem Dorf Cardiff im Staat New York, benannte Statue eines Riesen. Hergestellt wurde die Statue von dem Tabakpflanzer George Hull, eines Atheisten, nach einer Meinungsverschiedenheit bei einem Methodistentreffen über Genesis 6,4 und die Annahme es gab in alter Zeit Riesen auf der Erde. Hull erwarb einen 3,2 m langen Gipsblock aus Fort Dodge, Iowa, wobei er erzählte, dieser würde für eine Statue von Abraham Lincoln benötigt. Er verfrachtete den Gips nach Chicago, wo er den deutschen Steinmetz Edward Burghardt beauftragte, das Ebenbild eines Mann zu erstellen und verpflichtete ihn zu Verschwiegenheit.

Es wurden verschiedene Säuren und Farben benutzt, um den Riesen alt und verwittert aussehen zu lassen. Die Oberfläche wurde mit auf einem Brett befestigten Stahlnadeln bearbeitet, um Poren zu simulieren. Im November 1868 transportierte Hull die Statue per Bahn und vergrub sie auf dem Gelände seines Verwandten und Komplizen William Newell. Bis dahin hatte er 2600 US Dollar für die Fälschung ausgegeben (ungefähr 46000 US Dollar in heutiger Zeit). Ungefähr ein Jahr später heuerte Newell, Gideon Emmons and Henry Nichols an, angeblich um einen Brunnen zu graben und der Riese wurde am 16. Oktober 1869 „entdeckt“.

Newell stellte ein Zelt über den "Cardiff Giant" und berechnete 25 Cent Eintritt für Besucher, die den Riesen sehen wollten. Zwei Tage später erhöhte er den Preis auf 50 Cent. Die Menschen kamen in ganzen Wagonladungen. [2]

Wissenschaftliche Beobachter identifizierten die angeblichen Fossilien schon kurze Zeit nach ihrer Entdeckung auf einer Farm als Schwindel, was der großen Zahl von zahlungswilligen Touristen aber keinen Abbruch tat.

Der amerikanische Zirkuspionier P. T. Barnum soll die Gunst der Stunde genutzt und mit einer Nachbildung die anreisenden Schaulustigen in die Irre gelockt haben. Nachdem das Interesse an der echten Fälschung nach Bekanntwerden der Hintergründe abnahm, entwickelte sich Barnums Ausstellung zum eigentlichen Renner.

Die Überreste des angeblichen Riesen von Cardiff sind heute im Landwirtschaftsmuseum von Cooperstown ausgestellt.

Angebliche Funde von Skeletten und anderen Relikten von „Riesen“ beschäftigen auch in heutiger Zeit noch die Medien in den USA.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ceram, Seite 264
  2. When Giants Roamed the Earth
  3. History-Channel, Search for the Lost Giants

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • James Taylor Dunn: The True, Moral and Diverting Tale of the Cardiff Giant or The American Goliath. New York 1948
  • C. W. Ceram: Der erste Amerikaner. die Entdeckung der indianischen Kulturen in Nordamerika. Hannelore Marek und Artemis & Winkler Verlag, München und Zürich 1991, ISBN 3-7608-1928-1, Kapitel 17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]