Caspar U 1

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Caspar U 1
Caspar U-1.jpg
Typ: Patrouillen-Wasserflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller: Caspar-Werke AG
Erstflug: 1922
Stückzahl: 2 + 2 U 2

Die Caspar U 1 war ein Wasserflugzeug der Caspar-Werke AG, das von Ernst Heinkel in den 1920er Jahren konstruiert worden war. Neben der Caspar S I war die U 1 einer der ersten Entwürfe der 1922 in Travemünde wieder eröffneten Caspar-Werke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Vorgaben der United States Navy konstruierte Ernst Heinkel, der auf Erfahrungen mit der Hansa-Brandenburg W.20 zurückgreifen konnte,[1] einen kleinen Doppeldecker, der an Bord von U-Booten mitgeführt werden sollte. Dafür war es erforderlich, das Flugzeug schnell montieren und zerlegen zu können. Das demontierte Flugzeug musste in einen 7,40 m langen zylindrischen Behälter mit einem Durchmesser von 1,70 m passen.[2] Nach anderen Quellen betrugen die Abmessungen lediglich 6 m und 1,50 m.[3] Die kurze Montagezeit wurde durch die Ausführung als freitragender (streben- und verspannungsloser) Doppeldecker erreicht. Vier Techniker sollen das Flugzeug in 1:03 min montiert haben. Andere Quellen sprechen von 3:20 min;[3] ein nach Japan geliefertes Flugzeug wurde von fünf Personen in etwa 15 min auf- oder abgerüstet.[1]

Zwei U 1 (A.6434 und A.6435) wurden 1922 an die US Navy geliefert. Von den zwei für Japan vorgesehenen unwesentlich modifizierten U 2 mit dem stärkeren Oberursel-Motor wurde nur eine ausgeliefert, während D-293 von der Reichsmarine erprobt wurde.[1]

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flugzeug war weitgehend aus Holz gebaut. Ober- und Unterflügel besaßen Holzholme und -rippen mit Sperrholzbeplankung. Die zwei einstufigen Holzschwimmer waren mit in Längsrichtung mit Draht verspannten Stahlrohrstreben am Rumpf befestigt. Das Cockpit befand sich unmittelbar hinter der oberen Tragfläche. Eine Bewaffnung war nicht vorgesehen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten (U 1)[4] Daten (U 2)[4]
Besatzung 1
Länge 6,20 m 6,18 m
Spannweite 7,20 m
Höhe 2,59 m
Flügelfläche 14,00 m²
Rüstmasse 360 kg 345 kg
Nutzlast 88 kg 41 kg
Startmasse 572 510 kg
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h in Bodennähe
142 km/h in 1000 m Höhe
138 km/h in 2000 m Höhe
134 km/h in 3000 m Höhe
150 km/h in Bodennähe
Reisegeschwindigkeit 120 km/h in Bodennähe 130 km/h in Bodennähe
Landegeschwindigkeit 60 km/h k. A.
Steigzeit 6 min auf 1000 m
15:34 min auf 2000 m
34:52 min auf 3000 m
k. A.
Reichweite 360 km 250 km
Dienstgipfelhöhe 3000 m
Triebwerk ein luftgekühlter Fünfzylinder-Sternmotor
Siemens & Halske Sh 4
ein luftgekühlter Siebenzylinder-Stern-Umlaufmotor
Oberursel U 0
Startleistung
Nennleistung
62 PS (46 kW)
58 PS (43 kW) am Boden
84 PS (62 kW)
84 PS (62 kW) am Boden

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Caspar U.1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge. In: Die deutsche Luftfahrt. 1. Auflage. Band 21. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3, S. 138.
  2. AERO, Heft 47, S. 1316.
  3. a b Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1919–1934. Mittler, Herford 1984, ISBN 3-8132-0184-8, S. 115.
  4. a b Stützer, Militärflugzeuge, S. 174.