Ceelen-Gellerstedt-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
E83.1 Störungen des Eisenstoffwechsels
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Bei dem Ceelen-Gellerstedt-Syndrom handelt es sich um eine seltene Lungenerkrankung. Synonym: Idiopathische primäre Hämosiderose der Lunge.

Ursache und Epidemiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der seltenen Erkrankung ist die Entstehung unklar. Vermutet wird ein Autoimmunprozess, also eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems. Beschrieben wurde ein gehäuftes gleichzeitiges Vorkommen einer Kuhmilchallergie (Lactoseintoleranz, Heiner-Syndrom) sowie einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Lane-Hamilton-Syndrom). Man kann zwischen einer chronischen Verlaufsform mit Beginn in der Kindheit und familiärer Häufung und einer seltenen akuten Verlaufsform im Erwachsenenalter unterscheiden. Betroffen sind vorwiegend Männer im Verhältnis 2:1.

Pathologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erkrankung führt zu Schädigungen kleinster Blutgefäße der Lungen. Dadurch kommt es zu wiederkehrenden kleinsten aber auch größeren Blutungen in das Lungengewebe. Diese wiederholten Schädigungen des Lungengewebes, v. a. durch die Ablagerungen des Blutabbauproduktes Hämosiderin, führen nach und nach zu einer vermehrten Produktion von Bindegewebe und somit zu einer Lungenfibrose.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Symptome sind abhängig von der Aktivität der Erkrankung, d. h. von der Zahl der Blutungsschübe sowie vom Ausmaß der Blutungen und im späteren Stadium auch vom Ausmaß der Fibrose. Im Allgemeinen führen die Blutungen zu Hämoptysen, d. h. zum Aushusten von Blut, und zur Anämie (Blutarmut) mit all ihren Symptomen wie Dyspnoe (Atemnot), Tachykardie (Herzrasen), Schwäche und Müdigkeit. Wird das ausgehustete Blut verschluckt, kann es auch zum Erbrechen von Blut kommen (Hämatemesis). Mit der zunehmenden Entstehung einer Lungenfibrose rückt die Atemnot mehr und mehr in den Vordergrund.

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verdachtsdiagnose wird anhand der Symptomatik gestellt. Eine weitere Abklärung erfolgt mittels bildgebender Verfahren (Röntgen und Computertomographie). Gesichert wird die Diagnose bei konkretem Verdacht anhand von Gewebeproben aus der Lunge mittels feingeweblichen Untersuchungen. Alternative Diagnosen, die bei der beschriebenen Symptomatik mit in Betracht gezogen werden müssen, sind Vaskulitiden (Entzündungen der Gefäße) und die sekundäre Hämosiderose der Lunge bei Herzklappenfehlern (Mitralvitien).

Therapie und Prognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wirksame kausale Therapie existiert bislang nicht. Die Prognose der Erkrankung ist schlecht. Bis zu 10 % der erkrankten Kinder versterben innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose. Die 12-Jahres-Überlebensrate beträgt ca. 40 %.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Fendel, J. Tremper, M. Horger: Idiopathic hemosiderosis of the lung, synonym is Ceelen-Gellerstedt syndrome. In: Rofo. 2002 Jun;174(6), S. 653–635.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!