Cerro Chajnantor Atacama Telescope

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Computerrendering des CCAT-Domes

Koordinaten: 22° 59′ 9″ S, 67° 44′ 25″ W Das Cerro Chajnantor Atacama Telescope (CCAT) ist ein in der Entwicklung befindliches Teleskop, welches mit Hilfe supraleitender Kameras Planeten, Sterne und Galaxien im Terahertz-Wellenlängenbereich untersuchen soll. Als Standort wurde der im nördlichen Chile in der Atacama-Wüste gelegene Cerro Chajnantor gewählt[1]. Der Bau sollte 2013 begonnen werden. first light war für das Jahr 2017 geplant,[2] Anfang 2015 war das Teleskop allerdings noch nicht im Bau[veraltet]. Mit einem Durchmesser von 25 Metern wäre es zu diesem Zeitpunkt das größte Teleskop in diesem Wellenlängenbereich.[3] Mit einer Höhenlage von 5612 Metern über dem Meeresspiegel wäre es zudem auch das am höchsten gelegene Teleskop der Erde.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die volle Funktionalität des CCAT hängt von den richtigen klimatischen Bedingungen ab. Da die zu untersuchende Terahertzstrahlung von Luftfeuchtigkeit absorbiert wird, muss der Standort des Teleskops so trocken wie möglich sein. Aus diesem Grund wurde ein über 5600 Metern hoch gelegenes Plateau des Cerro Chajnantor in der chilenischen Atacama-Wüste gewählt. Hier beträgt die Niederschlagsmenge während des Winters nur etwa 0,7 Millimeter[1], die Menge an vorhandenem Wasserdampf in der Atmosphäre fällt ebenfalls sehr gering aus. Etwa 400 Meter unterhalb des CCAT befindet sich das Atacama Large Millimeter Array (ALMA).

Das Paranal-Observatorium befindet sich etwa 200 km südwestlich und 2000 m tiefer dicht an der Pazifikküste.

Technische Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das CCAT wird Terahertzstrahlung von Sternen und Galaxien einfangen. Der Durchmesser des Spiegels wird 25 Meter betragen. Das Gesichtsfeld des CCAT soll eine Fläche von 20 Winkelminuten abdecken[1]. Der Reflektor muss leicht sein, um auf den über den Himmel ziehenden Sterne nachführen zu können. Gleichzeitig darf die Verformung des Reflektors einen Bruchteil der Wellenlänge der Terahertzstrahlung nicht überschreiten. In diesem Zusammenhang führten die Universität zu Köln, die Universität Bonn und die Vertex Antennentechnik GmbH eine Designstudie durch. Die Vertex Antennentechnik GmbH war bereits an der Entwicklung der Antennen für ALMA beteiligt.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem CCAT sollen bisher offene Fragen der Kosmologie und Astrophysik geklärt werden. Das Teleskop wird einen Blick in die Frühzeit des Universums vor etwa 10 bis 12 Milliarden Jahren ermöglichen und die Entstehung der ersten Galaxien beobachten. In diesem Zusammenhang erhoffen sich die Wissenschaftler auch weitere Erkenntnisse über die Entstehung von Galaxienhaufen, sowie die Eigenschaften der Dunklen Materie und der Dunklen Energie.

Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Entwicklung und dem Bau des CCAT sind die Cornell University sowie weitere US-amerikanische und kanadische Universitäten beteiligt. Deutsche Unterstützung erfolgt seitens der Universität zu Köln, der Universität Bonn und der Duisburger Firma Vertex Antennentechnik GmbH; hierbei tragen die deutschen und kanadischen Universitäten jeweils 10 % der Kosten von rund 140 Mio. US-Dollar.[4][5] Das zunächst beteiligte California Institute of Technology zog sich 2014 aus dem Projekt zurück, nachdem ein Antrag auf Unterstützung durch die National Science Foundation erfolglos war. [6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Homepage des Cerro Chajnantor Atacama Telescopes

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c http://www.astro.uni-koeln.de/ccat
  2. http://www.ccatobservatory.org/docs/ccat-presentations/2011-09-13-zivick.pdf
  3. http://www.astronews.com/news/artikel/2010/12/1012-017.shtml
  4. Startschuss für CCAT-Teleskop – Universität unterzeichnet Vertrag über den Bau von Ferninfrarot-Teleskop in Chile, Presseinformationen der Universität zu Köln, 2010
  5. Astronomers hope telescope unlocks secrets of universe, The Globe and Mail, 2011-2012
  6. http://www.ccatobservatory.org/index.cfm, abgerufen am 27. April 2015