Chapelle des Moines (Berzé-la-Ville)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chapelle des Moines
Chorfresken

Die Chapelle des Moines (Kapelle der Mönche) in Berzé-la-Ville (Département Saône-et-Loire) ist die Kapelle eines ehemaligen Cluniazenserpriorats mit den bedeutendsten romanischen Fresken in Burgund.

Das Priorat wurde um 1100 durch Abt Hugo von Cluny für die Novizen des Ordens gegründet und erhielt daher den Namen „Château des Moines”. 1740 wurden die Gebäude des Priorats erneuert, das mit der Französischen Revolution aufgehoben wurde. Nach Wiederentdeckung der Fresken 1887 wurde die Kapelle 1893 als Monument historique klassifiziert. Seit 1947 befindet sie sich im Besitz der Académie de Mâcon.

Die Kapelle ist ein einschiffiger tonnengewölbter Saal mit Chor und Apsis mit kryptenartiger Unterkirche. Der Außenbau ist durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliedert. Die Fresken an den Wänden des Chores und der Apsis gehören zu den Hauptwerken romanischer Wandmalerei in Europa. Vergleiche mit der Maltechnik der wenigen erhaltenen Fragmente der Abteikirche von Cluny ergaben, dass die Malereien von Berzé-la-Ville derselben Werkstatt entstammen. Die in fünf Schichten aufgetragenen Malereien reduzieren sich auf eine siebenfarbige Palette: Rauchschwarz, Bleiweiß, Grün, Blau, gelbes und rotes Ocker und Zinnober. Zwischentöne ergaben sich durch den mehrschichtigen Farbauftrag und durch Farbmischung.

Hauptthema in der Apsiskalotte ist die „Vision Christi inmitten der Apostel” (Christus in der Mandorla), verbunden mit der Schlüsselübergabe an Petrus in Anwesenheit von Priestern und Diakonen. Des Weiteren finden sich Heiligen- und Märtyrer-Darstellungen, thematisiert ist ferner die Verbindung der Cluniazenser mit Papst und römischer Kirche.

Stilistisch besteht eine Verwandtschaft zur byzantinisch inspirierten Malerei Italiens (die Cluniazenser standen in Verbindung mit der Abtei Monte Cassino) sowie zur ottonischen Kunst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Raymond Oursel: Romanisches Burgund. Echter Verlag, Würzburg 1979, ISBN 3-429-00705-4, S. 149–161 [nicht ausgewertet].

Weblinks[Bearbeiten]

46.3635333333334.7004666666667Koordinaten: 46° 21′ 49″ N, 4° 42′ 2″ O