Chemietoilette

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Toilettenkabine auf einer Baustelle

Die Chemietoilette ist eine Toilette, bei der chemische Substanzen zur Fäulnisreduzierung (Geruchsbildung) und Desinfektion der Ausscheidungen zum Einsatz kommen. Die Fäkalien werden in einem Tank gesammelt. Es gibt Ausführungen mit und ohne Spülung.

Als Desinfektionsmittel werden unter anderem Formaldehyd, Glutaraldehyd oder quartäre Ammoniumverbindungen verwendet. Viele dieser Mittel sind problematisch, da sie die biologische Stufe von Kläranlagen außer Funktion setzen können. Es gibt aber auch biologisch abbaubare Mittel.

Die abbaubaren Mittel haben keine Desinfektionswirkung. Sie sollen hauptsächlich den Geruch und die Farbe kaschieren. Sie werden vornehmlich in Camping Toiletten mit Kassetten verwendet. In ihnen ist die Aufenthaltszeit nur wenige Tage.

Die oben beschriebenen Desinfektionsmittel sind biologisch abbaubar und können in einer biologischen Kläranlage entfernt werden. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) beschreibt in ihrem ATV-Merkblatt M 270 „Entsorgung von Inhalten mobiler Toiletten mit Sanitärzusätzen (Chemietoiletten)“[1]unter welchen Voraussetzungen diese Mitbehandlung dieser Sanitärzusätze in einer Kläranlage möglich ist.

Chemietoiletten kommen insbesondere an Orten zum Einsatz, an denen kein Anschluss von Toiletten an die Kanalisation möglich ist. Die gebräuchlichsten Formen sind mobile Camping-Toiletten, Bordtoiletten von Verkehrsmitteln und mobile Toilettenkabinen, die umgangssprachlich auch als „Dixiklo“ bezeichnet und vor allem bei Großveranstaltungen und auf Baustellen genutzt werden.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall: „Entsorgung von Inhalten mobiler Toiletten mit Sanitärzusätzen (Chemietoiletten), ATV-Merkblatt M 270“, Ausgabe 05 1997, ISBN 978-3-927729-54-4.