Chinit

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Chinit
Chinit.png
Daten
Lage Kambodscha
Flusssystem Mekong
Abfluss über Tonle Sap → Mekong → Südchinesisches Meer
Quelle Tonle Sap (See)
12° 31′ 38″ N, 104° 27′ 31″ O
Quellhöhe 502 m
Mündung Tonle Sap (Fluss)Koordinaten: 13° 32′ 25″ N, 105° 47′ 55″ O
13° 32′ 25″ N, 105° 47′ 55″ O
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 497 m
Sohlgefälle 1,9 ‰
Länge 264 km
Einzugsgebiet 4504 km²
Mittelstädte Kampong Thom, Kampong Chhnang

Der Chinit (Stung Chinit, auch Chinith geschrieben) ist ein Fluss in Kambodscha in der Provinz Kampong Thom.[1][2] Er ist ein wichtiger Abfluss des Sees Tonle Sap („großer See“) und hat eine Länge von 264 km. Mit 4.504 km² hat er das drittgrößte Einzugsgebiet der Flüsse rund um den Tonle-Sap-See, das jährlich eine Niederschlagsmenge von ca. 1.500 mm aufweist. Der durchschnittliche Abfluss wird auf 6.711 m³/s geschätzt.[3] Die wichtigsten Nebenflüsse sind der Kambot, der Slap und der Tang Krasang. Ungewöhnlich ist, dass der Fluss in einer Schleife bei Kampong Chhnang in der Provinz Kampong Chhnang zurück in den Hauptabfluss des Sees, den gleichnamigen Tonle Sap, mündet, der zum Mekong und zum Mekongdelta fließt.

Die prähistorische Ausgrabungsstätte von Samrong Sen befindet sich am Ufer des Flusses.[1][4] Wasserressourcenprojekte, die 1971 und 2003 begannen, hatten unterschiedlichen Erfolg.[5]

Die Subbecken der Flüsse rund um den Tonle-Sap-See

Binnenschifffahrt wird aufgrund der geringen Tiefe des Flusses nur sehr eingeschränkt praktiziert. Bewohner des Flussufers nutzen Fischer- und Gemeinschaftsboote zum Transport von Waren zu den Märkten;[6] der Fluss ist damit eine wichtige Handelsroute.[3]

Der Chinit war Gegenstand von Studien zur Fischwanderung. Dazu wurden in Abschnitten von 20 bis 50 km flussaufwärts im Chinit und vier weiteren Flüssen in den Überschwemmungsgebieten des Tonle-Sap-Sees Proben von Larven und Jungfischen entnommen. Im Chinit wurden 71 Arten aus 4 Typen registriert. Dabei wurde festgestellt, dass die Arten in den fünf Flüssen unterschiedlich, in den Nebenflüssen des Chinit aber identisch waren.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stung Chinit. (PDF; 901 kB) In: River Catalogue. Cambodia. Band 2, 1997, Kyoto University, Japan, S. 23–31.
  2. Stung Chinit sub-basin: Rivers and Irrigation. (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive; PDF; 3,5 kB) Asian Development Bank
  3. a b State of water environmental issues. Cambodia. Water Environment Partnership in Asia (WEPA), Ministry of the Environment of Japan.
  4. Sophady Heng: A study of polished stone tools from Samrong Sen, Cambodia: the French Museum collections. (PDF; 237 kB) In: Annali dell’Università degli Studi di Ferrara, Sezione di Museologia Scientifica e Naturalistica. ISSN 1824-2707.
  5. Mike Chegwin: The Stung Chinit Irrigation and Rural Infrastructure Project, Cambodia. (Memento vom 10. Juli 2004 im Internet Archive; PDF; 4 kB) In: News and Views. Band 33. International Commission on Irrigation and Drainage, British section, S. 6–8.
  6. The Mekong River System (Basin) in Cambodia (Memento vom 22. Juli 2011 im Internet Archive). Ministry of Public Works and Transport, Cambodia Inland Waterway Navigation, 31. Januar 2010.
  7. Phanara Thach, Tharith Chea, Kent G. Hortle: Drift of fish fry and larvae in five large tributaries of the Tonle Sap-Great Lake system in Cambodia. (PDF; 6,9 MB) Mekong River Commission and Inland Fisheries Research and Development Institute, Department of Fisheries, Phnom Penh. In: Tim J. Burnhill, Terry J. Warren (Hrsg.): Proceedings of the 7th Technical Symposium on Mekong Fisheries, 15th – 17th November 2005. MRC Conference Series No. 6. Mekong River Commission, Vientiane, ISSN 1681-7613, 15. November 2005, S. 289–293.