Christian K. Steingruber

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Christian K. Steingruber

Christian K. Steingruber (* 12. September 1958 in Linz) ist ein österreichischer Regional- und Heimatforscher, der neben seiner Berufstätigkeit als Leiter einer Tontechnik-Firma durch seine archäologisch-heimatkundlichen Arbeiten bekannt wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian K. Steingruber maturierte 1977 am Musisch-Pädagogischen Adalbert-Stifter-Gymnasium in Linz. Von 1977 bis 1981 studierte er Tontechnik und Elektroakustik am Institut für Elektroakustik an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Nach der Absolvierung des Zivildienstes 1982 bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International übte er ab 1983 den Beruf des Tontechnikers (Tonmeister) aus. 1989 gründete er in Linz eine eigene Tontechnik-Firma.

Bekannt geworden ist Steingruber durch sein Engagement bei der Erkundung und seinen Einsatz für den Erhalt von Bodendenkmälern in Oberösterreich sowie durch eine Vielzahl archäologisch-heimatkundlicher Arbeiten. Ein besonderes Verdienst war die grundlegende Überarbeitung des „Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs“ von Norbert Grabherr, wodurch eine Reihe irriger Verortungen und Fehldeutungen von Befunden korrigiert und viele zusätzliche Objekte aufgenommen werden konnte. Die gewonnenen Informationen wurden und werden kontinuierlich mit den Aufzeichnungen der Oberösterreichischen Landesmuseen, des Oberösterreichischen Landesarchivs, der Abteilung für Bodendenkmale im Bundesdenkmalamt sowie den Ergebnissen anderer Burgenforscher abgeglichen und in einer Datenbank gespeichert.

Steingruber hat an mehreren archäologischen Grabungskampagnen sowie Begehungen und Neuvermessungen von Bodendenkmalen teilgenommen (z. B. bereits 1977 als Student an der Grabungskampagne in Stillfried[1] in Niederösterreich unter der Leitung von Fritz Felgenhauer, der Bestandsaufnahme der ur- und frühgeschichtlichen Bodendenkmale am Kürnberg, von Nekropolen und Burgstellen im Mühlviertel und im Innviertel oder der Begehung und Dokumentation der Relikte der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden).[2][3][4] Die Ergebnisse sind in zahlreichen Fundberichten[5] auch über bis dahin unbekannt gebliebene Bodendenkmale dokumentiert (z. B. Burg Obermarsbach, Burg Oberwesen, Burgstall Stein, Burgstall bei Wolfstein). Diese Forschungsarbeiten haben sich ebenfalls in der Mitarbeit am Oberösterreichischen Kulturatlas[Anmerkung 1] und der 2011 erfolgten Überarbeitung von dem Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System DORIS[Anmerkung 2] niedergeschlagen. Die erarbeiteten Datensätze und Fotos sind ebenso für das Archäologische Informationssystem für OÖ (AIS)[Anmerkung 3] zur Verfügung gestellt worden.

Seine Arbeiten führen dazu, dass das Bewusstsein über bedrohte Kulturdenkmäler geschärft wird und dass von der Zerstörung bedrohte Objekte unter Denkmalschutz gestellt werden.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Member of Audio Engineering Society“ in der österreichischen Sektion der AES[Anmerkung 4]
  • Mitglied der Gesellschaft für Archäologie in OÖ[Anmerkung 5] (seit 2006)

Ausgewählte Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Fietz (unter Mitarbeit von Steingruber): Von alten Kultmalen in OÖ. Eigenverlag, Linz 1974.
  • Ernst Fietz (unter Mitarbeit von Steingruber): Erzählende Steine. Eigenverlag, Linz 1981.
  • Siegrid Hirsch (unter Mitarbeit von Steingruber): Heilige Quellen in Niederösterreich und Burgenland. Verlag Freya, Linz 2002, ISBN 978-3-901279-99-7.
  • Die Kürnbergburg. In: Oberösterreichische Heimatblätter. 57. Jahrgang, Heft 3/4, Linz 2003.
  • Ur- und frühgeschichtliche Denkmäler am Kürnberg bei Wilhering. In: Wilheringer Heimatbuch. Band 1. Wilhering 2006.
  • Denkmalschutz für „Wachthäuser“! In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 1/2, Linz 2006 (PDF auf land-oberoesterreich.gv.at).
  • Forschungsraum Kürnberg: Neue Erkenntnisse über ur- und frühgeschichtliche Bodendenkmale. In: Oberösterreichische Heimatblätter. 61. Jahrgang, Heft 3/4, Linz 2007 (PDF auf land-oberoesterreich.gv.at).
  • Ausgrabungen in der KG Rufling.
  • Die archäologischen Entdeckungen der Katharina Niedermayr. In: Oberösterreichische Heimatblätter. 63. Jahrgang, Heft 1/2, Linz 2009.
  • Neue Erkenntnisse zu Norbert Grabherrs Historisch-topographischem Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. In: Oberösterreichische Heimatblätter. 65. Jahrgang, Heft 1/2, Linz 2011 (PDF auf land-oberoesterreich.gv.at).
  • Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Oberösterreichisches Landesarchiv, 2. Auflage, Linz 2013.

Ausgewählte Webpublikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steingruber auf archaeologie-oberösterreich (Memento des Originals vom 15. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archaeologie-ooe.info.
  2. Christian Steingruber (gemeinsam mit Franz Straka und Markus Müller): Die Pferdeeisenbahn - 1. Teil.
  3. Christian Steingruber (gemeinsam mit Franz Straka und Markus Müller): Die Pferdeeisenbahn - 2. Teil.
  4. Christian Steingruber: Die Pferdeeisenbahn - 3. Teil. Die Grosse Schleife des Franz Anton Ritter von Gerstner. Über die Rettung eines eisenbahngeschichtlichen Denkmals..
  5. z. B. Bundesdenkmalamt - Fundchronik 2008, S. 539, 625, 626.
  6. Konsulenten und Kulturmedaillenverleihung durch Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Kulturmedaille des Landes OÖ. Christian Steingruber. In: land-oberoesterreich.gv.at. 29. April 2014, abgerufen am 13. Juni 2020 (mit Foto).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Digitaler Oberösterreichischer Kulturatlas (DOKA)
  2. Burgen, Schlösser, Ruinen auf DORIS (Memento des Originals vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/doris.ooe.gv.at
  3. AIS-OOE Archäologisches Informationssystem für Oberösterreich
  4. Homepage der Audio Engineering Society
  5. Gesellschaft für Archäologie in Oberösterreich (Memento des Originals vom 2. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ooegeschichte.at (PDF; 567 kB)