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Confrerie Pictura

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Die Boterwaag an der Prinsegracht in Den Haag. Der linke Teil war das ursprüngliche Gebäude von 1650 (mit dem Schwan über der Tür).
Die Haagsche Teekenacademie im Jahr 1751

Die Confrerie Pictura (Bruderschaft der Malerei) war eine niederländische Gilde des Goldenen Zeitalters. Sie wurde 1656 in Den Haag in der damaligen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, einer Vorläuferin der heutigen Niederlanden, gegründet.[1]

Schon im 16. Jahrhundert ist eine Lukasgilde in Den Haag überliefert. 1656 spaltete sich von dieser die Confrerie Pictura ab, deren Gründer mit der Lukasgilde unzufrieden waren, da diese neben Malerhandwerkern und Lackierern auch Glasern, Graveuren, Goldschmieden, Druckern und Buchverkäufern, in manchen Städten sogar Sattlern offenstand. Sie hingegen hatten sich zum Ziel gesetzt, sich als professionelle Kunstmaler getrennt von den so genannten kladschilders (Klecksern, Pinslern) zu organisieren. Eine enorme Besonderheit der damaligen Zeit war es, dass sie auch den Bildhauern die Mitgliedschaft in der Gilde ermöglichten, denn erst 1678 war es Samuel van Hoogstraten, der in seiner Schrift „Inleyding tot de hooge schole der schilderconst“ (Einführung in die Hohe Kunst der Malerei) das geschwisterliche Verhältnis von Malerei und Bildhauerei in Holland vertrat.[1]

Das Ziel der Confrerie Pictura war der Schutz der Kunstmaler und die Festigung ihrer Beziehungen untereinander. Bald war es für jeden Maler in Den Haag obligatorisch, der Confrerie beizutreten, da ihm andernfalls das Ausstellen seiner Werke verwehrt blieb. Die Gilde gab sich strenge Regeln, in denen Handels- und Verkaufsgrundsätze genauso festgehalten waren, wie die Verpflichtung, an Beerdigungen verstorbener Gildenbrüder teilzunehmen. Die Confrerie Pictura hatte eine Verfassung von 28 Regeln. Eine der wichtigsten Regeln war die Verpflichtung, eigene Arbeiten ständig im Versammlungsraum der Confrerie auszustellen. Sobald ein Werk verkauft war, musste es durch ein neues ersetzt werden. Anfänglich trafen sich die Mitglieder im Gebäude der Den Haager Boterwaag an der Prinsegracht, dem damaligen Umschlagplatz für Butter. Später, in den 1680er Jahren, zog die Gilde in das Korenhuis um, dem Platz des Getreidehandels, ebenfalls an der Prinsegracht gelegen. Dort standen ihnen im Obergeschoss vier separate Räume zur Verfügung.[1]

Haagsche Teeken-Academie

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Im Jahr 1682 gründeten fünf Mitglieder der Confrerie Pictura – Willem Doudijns, Daniel Mytens der Jüngere, Augustin Terwesten, Theodor van der Schuer und Robbert Duval – eine eigenständige Zeichenschule: die Haagsche Teeken-Academie (Haager Zeichenakademie – auch Academie van de Teyken-Const). Sie ist die direkte Vorläuferin der heutigen Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag, der ältesten Kunstakademie der Niederlande. Zahlreiche originale Werke der Gründungsmitglieder sind noch heute in den Räumen des Gebäudes erhalten.[1]

Rachel Ruysch: Blumenstillleben (1700). Schenkung an die Confrerie Pictura, heute im Mauritshuis, Den Haag

Zu den Mitgliedern der Confrerie Pictura zählten neben den Gründungsmitgliedern auch Johan van Haensbergen, Isaac van Duynen und Leendert Maertensz. van Haestra. Im Jahr 1701 wurde mit Rachel Ruysch die erste Frau in die Confrerie aufgenommen. Sie trat gemeinsam mit ihrem Mann, dem Maler Juriaen Pool, bei und entrichtete den Aufnahmebeitrag in Form eines Blumenstilllebens, das als das Schönste unter den ausgestellten Werken galt. Ruysch blieb zwanzig Jahre lang Mitglied. Neben Künstlern zählte die Confrerie auch eine beträchtliche Anzahl von Kunstliebhabern aus der Haager Elite zu ihren Mitgliedern, darunter auffallend viele Juristen.[1]

Auflösung und Nachwirkung

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Die Confrerie Pictura bestand bis 1849, ihr wichtigstes institutionelles Erbe ist die aus der Haagse Teekenacademie hervorgegangene Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten. Darüber hinaus lebt der Name in einer modernen Stiftervereinigung des Mauritshuis in Den Haag weiter.[2]

  • Haagse Schilders in de Gouden Eeuw, Uitgeverij Waanders, Zwolle 1998, ISBN 90-400-9295-8
  • Piet Bakker: From Guild to Society – The Foundation of Confrerie Pictura in The Hague Revisited, in: Early Modern Low Countries 3 (2019) 1, S. 115–140.
  • Johan Gram: De schildersconfrerie Pictura en hare Academie van Beeldende Kunsten te 's Gravenhage, 1682–1882. Rotterdam 1882.
Commons: Confrerie Pictura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Piet Bakker: From Guild to Society – The Foundation of Confrerie Pictura in The Hague Revisited. In: Early Modern Low Countries. Band 3, 2019, S. 115–140.
  2. Het Mauritshuis: Business Club Mauritshuis. 8. Mai 2019, abgerufen am 16. März 2026.