Conrad Hub und Heinrich Hub jr.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Conrad Ludwig Hub (Redakteur bei der Frankfurter Zeitung, * 8.11.1872 in Frankfurt am Main, † 10.03.1932 ebenda) und sein Sohn Heinrich Ludwig Hub (Schauspieler, * 17.11.1902 in Oberursel, † 10.10.1962 in Gießen) waren zwei Humoristen aus Frankfurt am Main, die als Duo Des Mordche und der Konnerad[1] auftraten. Heinrich Hub erlangte in späteren Jahren einige Bekanntheit durch Rollen unter anderem am Fritz Reymond Theater in Frankfurt und am Gießener Stadttheater. Vor seinem Tod trat er auch einmal in der "Firma Hesselbach" als Antiquitätenhändler in der Folge "Der röhrende Hirsch" im Fernsehen auf.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Frankfurter werden auf Tonträgern in ihren Originalvorträgen an verschiedenen geselligen Lokalitäten (Apfelwein-Wirtschaft, Juxplatz[2], Zoologischer Garten) etc. vorgestellt. Ein zeitaktueller Vortrag führt sie gar „im Radio“ vor[3].

Im Hauptkatalog der Firma Homophon[4] auf das Jahr 1928 erscheinen auf den Seiten 28–29 zwei bislang ansonsten unbekannte Frankfurter Humoristen: Conrad Hub und Heinrich Hub junior. Conrad Hub rezitiert Texte der Frankfurter Lokalautoren Friedrich Stoltze und Paul Quilling. Hans Reimann, Autor des Buches Was Nicht im „Baedeker“ steht empfiehlt Menschen, die das Frankfurter Idiom lernen möchten, dass er die mundartlichen Platten des Conrad Hub erwerben möchte.[5] Die Texte von Quilling werden laut ausdrücklicher Angabe auf den Etiketten in „Sachsenhäuser Mundart“ vorgetragen[6].

Schallplatten „Homocord“ 25 cm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Hub, Humorist:
    • 4-2783 (mx. 20 521) Dreißig Gulde (Friedrich Stoltze) / (mx. 20 523) Die explodiert Sposau (Friedrich Stoltze)
    • 4-2784 (mx. 20 522) Der Rollaus (Sachsenhäuser Mundart) (Paul Quilling) / (mx. 20 525) Warum de Herr Schneider net mehr in de Gäulslotterie spielt (Sachsenhäuser Mundart) (Paul Quilling)
    • 4-2785 (mx. 20 526) E gruselich Middernachdsgschicht (Sachsenhäuser Mundart) (Paul Quilling) / (mx. 20 524) Die Frankforter Sproch (Friedrich Stoltze)
    • 4-2786 (mx. 20 527/28) Parre Kännche, I.und II.Teil (Friedrich Stoltze)[7].
  • Conrad Hub und Heinrich Hub jr., Humoristen:
    • 4-2787 (mx. 20 518) Des Mordche und der Konnerad beim Aeppelwein. Originalvortrag / (mx. 20 517) Des Mordche und der Konnerad uffem Juxplatz. Originalvortrag
    • 4-2788 (mx. 20 519) Des Mordche und der Konnerad im Radio. Originalvortrag / (mx. 20 520) Des Mordche und der Konnerad im Zoologische Garte. Originalvortrag

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Homocord-Hauptkatalog 1928. Enthält alle bis zum August 1928 erschienenen Homocord-Electro und Homocord-Vollklang-Platten. Berlin, Homophon Company, 1928
  • Berthold Leimbach: Tondokumente der Kleinkunst und ihre Interpreten 1898 - 1945, Göttingen, im Selbstverlag, 1991, unpaginiert.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mordche ist der jüdische Name Mordechai (bedeutet „Diener des Marduk“, einer babylonischen Gottheit, vgl. hier), also 'Mordechai und Konrad’ !
  2. hessisch für Volksfestplatz, Kirchweih-/Jahrmarktswiese, vgl. hier
  3. Die Verbindung mit diesem in den 1920er Jahren neu aufgekommenen Medium suchten mehrere Volkssänger in ihren Vorträgen herzustellen, vgl. „Tünnes im Rundfunk“ von Gerhard Ebeler auf Tri-Ergon 5692 (mx. 02923) oder „Rundfunk im Himmel“ von Hans Blädel auf Beka B.6563 (mx. 36 332) oder „Ein drahtloses Lied »Radio«“ von Alex Stamer auf Artiphon 03008 (mx. 3008)
  4. Das Label wurde 1904 in Berlin gegründet, u. a. von Hermann Eisner, der später auch das “Artiphon” Label einführte. Die Firma/Das Label hieß 1904 aber ursprünglich HOMOPHON. Dies führte jedoch zu Streitigkeiten mit der Firma ZONOPHON(E). Die Homophon unterlag in dem Patentstreit und wechselte im August 1911 zu dem Namen HOMOKORD. Allerdings wurde nur der Labelname geändert, die Firma hieß weiterhin HOMOPHON. Vgl. radiomuseum und grammophon-platten.de
  5. Hans Reimann: Das Buch von Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Band 9 von Was Nicht im „Baedeker“ Steht, Verlag R. Piper & Co., 1930
  6. vgl. dazu “Hibdebach und dribdebachs” (Memento des Originals vom 11. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/typo3.p209794.mittwald.info
  7. „Parre Kännche“, richtiger Name: Pfarrer Göntgen. Streitbarer Geistlicher, war von 1789 bis 1797 Pfarrer in Bornheim, wurde literarisch von Friedrich Stoltze verewigt, vgl. hier