Die Firma Hesselbach

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Seriendaten
Originaltitel Die Firma Hesselbach
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1960–1967
Episoden 51 in 3 Staffeln
Genre Familienserie
Erstausstrahlung 22. Januar 1960 auf Deutsches Fernsehen
Besetzung

Die Firma Hesselbach ist eine deutsche Familienserie aus dem Jahr 1960. Sie basiert auf den Figuren der Hesselbach-Familie. Die Regie führten Wolf Schmidt und Harald Schäfer. Produzentin der Serie war Lia Wöhr.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie handelt von den alltäglichen Nebensächlichkeiten der Familie Hesselbach und zeichnet damit das kleinbürgerliche Milieu der noch jungen Bundesrepublik nach. Karl „Babba“ Hesselbach (Wolf Schmidt) ist Besitzer einer kleinen Verlagsdruckerei, Verleger der Wochenzeitung Weltschau am Sonntag und mit Mamma Hesselbach (Liesel Christ) verheiratet. Die Szenerie spielt irgendwo im Hessischen, erst in der letzten Staffel wird der Ort der Handlung in die fiktive Stadt Steintal gelegt.

In der ersten Staffel steht die tägliche Arbeit im Verlag im Vordergrund. Zwischenmenschliche Ereignisse im Betrieb bilden hauptsächlich die Basis der Handlungen. Aber auch konkrete Probleme des Wirtschaftswunders werden thematisiert (z. B. Rohstoffknappheit und Arbeitskräftemangel). Gegen Ende der ersten Staffel kommen die Kinder der Hesselbachs, Heidi (Rosemarie Kirstein) und Peter (Dieter Henkel), aus dem Internat zurück und steigen in den Familienbetrieb ein.

Damit ist die Grundlage für die zweite Staffel gelegt: Die Familie rückt in den Vordergrund und die Handlungen verlegen sich stärker auf familiäre Ereignisse (Liebe, Heirat und Geburt). In diese Staffel fallen auch die beiden einzigen Folgen, die im Ausland spielen. Eine Urlaubsreise führt die Hesselbachs nach Cannes und später Herrn Hesselbach zu einem Kongress nach Tokio. Die Folge Der Kongreß von Tokio ist dabei die einzige Folge, die tatsächlich zu einem Teil im Ausland gedreht wurde.

Anfang 1963 kam erste Kritik an der Serie auf, die nach drei Jahren Hesselbach-Folgen im Fernsehen und zuvor neun Jahren im Hörfunk auf Ermüdungserscheinungen der Zuschauer zurückzuführen waren. Wolf Schmidt reagierte darauf, indem er die Serie mit Folge 42 zu einem vorläufigen Ende brachte, indem Herr Hesselbach in Ruhestand tritt und die Leitung des Verlags seinem Prokuristen und Schwiegersohn Fred Lindner (Joachim Engel-Denis) übergibt.

Bereits Ende 1966 kehrten die Hesselbachs mit modernerem Konzept auf den Bildschirm zurück. Die Handlungen orientierten sich jetzt stärker an der Person Karl Hesselbach, was auch aus den Titeln Herr Hesselbach und… ersichtlich wird. Hauptsächlich behandeln die Folgen der dritten und letzten Staffel kommunalpolitische Episoden, in denen Herr Hesselbach als Stadtrat in Steintal agiert. Auch hier wurden aktuelle gesellschaftliche Themen behandelt und versucht vermehrt jugendliche Zuschauer anzusprechen. Dies gelang nur zum Teil. Im Sommer 1967 stellte der Hessische Rundfunk die Serie ein, obwohl Wolf Schmidt bereits weitere Folgen geschrieben hatte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960 bis 1961 wurde die Fernsehserie in der ARD gezeigt. Hier hatte auch die Frankfurter Volksschauspielerin Liesel Christ ihren ersten Auftritt als Mamma Hesselbach. Die Serie machte den neuhessischen Regiolekt in ganz Deutschland bekannt. Die niedrigste Sehbeteiligung der ersten Staffel lag bei 63, die höchste bei 94 Prozent, und die Serie galt somit als einer der frühen Straßenfeger. Allerdings gab es damals in der Bundesrepublik nur ein Fernsehprogramm.

Ab Ende 1961 ging unter dem Titel Die Familie Hesselbach die zweite Staffel auf Sendung. Der Wechsel von Firma auf Familie wurde am Ende der Folge Das Zimmer auch von Babba Hesselbach thematisiert. Der Kamera zugewandt stellt er fest, dass es in Zukunft mehr um die Familie als um die Firma gehen müsse und ändert per Tricktechnik eigenhändig den eingeblendeten Serientitel. Im Abspann erzählen die Hesselbach-Angestellten dann dem Zuschauer, was das wohl für ihre Rollen bedeuten wird. Die Sehbeteiligung der zweiten Staffel lag diesmal zwischen 70 und 84 Prozent. Selbst der Sendestart des ZDF am 1. April 1963 konnte die Einschaltquoten kaum drücken.

Die letzte Staffel wurde 1966 bis 1967 ausgestrahlt (Titel: Herr Hesselbach und …). Hier machte sich die Konkurrenz durch das ZDF bemerkbar: Die Sehbeteiligung lag zwischen 29 und 67 Prozent. Die endgültig letzte Folge lief am 7. Juni 1967.

Die Erkennungsmelodie, die sogenannte Hesselbach-Polka, komponierte Willy Czernik. Zu jeder Folge gab es eine individuelle Variante.

Episoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstausstrahlung in Klammern

Die Firma Hesselbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 01. Das Dokument (22. Januar 1960)
  • 02. Das Techtelmechtel (5. Februar 1960)
  • 03. Der Kriminalfall (19. Februar 1960)
  • 04. Die Spezialistin (18. März 1960)
  • 05. Der große Kunde (11. April 1960)
  • 06. Sabotage (13. Mai 1960)
  • 07. Die Panne (10. Juni 1960)
  • 08. Der schwarze Freitag (15. Juli 1960)
  • 09. Das Gerücht vom Dienst (19. August 1960)
  • 10. Die Gehaltserhöhung (23. September 1960)
  • 11. Der Betriebsausflug (14. Oktober 1960)
  • 12. Ein Minister kommt (25. November 1960)
  • 13. Ein gewisses Gewissen (23. Dezember 1960)
  • 14. Der Anbau (20. Januar 1961)
  • 15. Mehr Frauen in die Politik!? (17. Februar 1961)
  • 16. Das Tüchelchen (17. März 1961)
  • 17. Der Familienbetrieb (14. April 1961)
  • 18. Das Sparschwein (17. Mai 1961)
  • 19. Modernisierung (23. Juni 1961)
  • 20. Das Gewitter (21. Juli 1961)
  • 21. Geheimsachen (11. August 1961)
  • 22. Das Dreckrändchen (15. September 1961)
  • 23. Der röhrende Hirsch (13. Oktober 1961)
  • 24. Das Zimmer (17. November 1961)

Die Familie Hesselbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 25. Simulanten (15. Dezember 1961)
  • 26. Die Erbschaft (12. Januar 1962)
  • 27. Telefonitis (16. Februar 1962)
  • 28. Die Festaufführung (16. März 1962)
  • 29. Allergia maritalis (13. April 1962)
  • 30. Die Hochzeit (11. Mai 1962)
  • 31. Der Dieb (22. Juni 1962)
  • 32. Die Party (13. Juli 1962)
  • 33. Der Urlaub (10. August 1962)
  • 34. Das Jubiläum (21. September 1962)
  • 35. Fernmassage (19. Oktober 1962)
  • 36. Der Wahrsager (16. November 1962)
  • 37. Der Kinderwagen (14. Dezember 1962)
  • 38. Die Erpressung (11. Januar 1963)
  • 39. Die Rücksichten (15. Februar 1963)
  • 40. Die Ehemaligen (15. März 1963)
  • 41. Der Kongreß von Tokio (24. April 1963)
  • 42. Wertsachen (29. Mai 1963)

Herr Hesselbach und …[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 43. Herr Hesselbach und der Film (19. Oktober 1966)
  • 44. Herr Hesselbach und der Feind (23. November 1966)
  • 45. Herr Hesselbach und das Mündel (29. Dezember 1966)
  • 46. Der Graf von Hesselbach (25. Januar 1967)
  • 47. Herr Hesselbach und die Kunst (22. Februar 1967)
  • 48. Herr Hesselbach und das Juwel (22. März 1967)
  • 49. Herr Hesselbach und der Windhund (19. April 1967)
  • 50. Herr Hesselbach und das Festival (17. Mai 1967)
  • 51. Herr Hesselbach und der Ball (7. Juni 1967)

Literatur & DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DVD-Kollektionen Firma Hesselbach, Familie Hesselbach und Herr Hesselbach. hrMedia
  • Harald Schäfer: Die Hesselbachs. Erinnerungen an eine erfolgreiche Familienserie aus den Anfangstagen des Fernsehens. Frankfurt/Main: Fischer. 1996. ISBN 3-89501-394-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]