Cortaillod-Kultur

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Kulturenfolge in der Schweiz

Die Cortaillod-Kultur ist Teil der Chassey-Lagozza-Cortaillod Kultur und eine der zahlreichen archäologischen Kulturen des Neolithikums in der kulturell kleinteilig gegliederten Schweiz. Sie folgt dem Néolithique ancien valasian bzw. der La-Hoguette-Gruppe oder der Egolzwiler Kultur und war zum Teil zeitgleich mit der Pfyner Kultur. In einigen Regionen wurde sie aber auch durch letztere abgelöst. Das klassische Cortaillod der Zentralschweiz dauerte etwa von 4300 bis 3900 v. Chr., im Westen des Verbreitungsgebietes durch das nachlaufende Cortaillod tardif eher von 3900 bis 3500 v. Chr. Der Typ Cortaillod Port-Conty am Neuenburgersee geht sogar bis 3.300 v. Chr.

Am Zugersee wurde in den 1990er Jahren die bisher älteste Seeufersiedlung der Schweiz entdeckt, auf 4350 bis 4000 v. Chr. datiert und anhand der Keramikfunde dem Cortaillod oder der noch älteren Egolzwil Kultur zugeordnet (AiD 1999/2). Zu den herausragenden Funden von Cham-Eslen gehört eine gelochte Doppelaxt aus Serpentinit mit einem mit Birkenrinde umwickelten Schaft. Anderenorts fanden sich eine relativ hohe Anzahl an Hundeknochen, die eine enge Beziehung am Ende der Cortaillod-Kultur zwischen Mensch und Tier nahelegt. Cortaillod und Pfyner Kultur wurden durch die Horgener Kultur abgelöst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Dick: Wirtschaft und Umwelt cortaillod- und horgenzeitlicher Seeufersiedlungen in Zürich (Schweiz). Ergebnisse samenanalytischer Untersuchungen aus der prähistorischen Station "Mozartstrasse", Gebr. Bornträger, 1989, ISBN 3443640443
  • Jörg Schibler: The economy and environment of the 4th and 3rd millennia BC in the northern Alpine foreland based on studies of animal bones. in: Environmental Archaeology 11(1): 49-64, 2006.