D.O.A. (Band)

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Joey „Shithead“ Keithley, das einzige noch aktive Gründungsmitglied.

D.O.A. ist eine 1978 in Vancouver, Kanada, gegründete Hardcore-Punk-Band. Der Bandname ist eine dem englischsprachigen Rettungswesen entlehnte Abkürzung – das Akronym für den Patientenbefund Dead on Arrival bedeutet im Deutschen „Bei Ankunft (gemeint ist: Einlieferung) tot“.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

D.O.A. ist die dienstälteste[1] und erfolgreichste kanadische Band dieses Genres. Als einziges Originalmitglied seit der Gründung im Jahre 1978 ist nur noch Sänger, Gitarrist und Songschreiber Joey „Shithead“ Keithley dabei. Schlagzeuger Ken Jensen, der 1992 nach einer mehrmonatigen Band-Inaktivität (von Auflösung war schon die Rede)[1][2] eingestellt worden war und maßgeblich für die Entwicklung des Hardcore-Punks verantwortlich zeichnete,[3] starb im Januar 1995 bei einem Hausbrand.[3][4] Bekannt in Europa wurde D.O.A. vor allem mit dem Album Last Scream of the Missing Neighbors, einer Kollaboration mit Jello Biafra, dem ehemaligen Sänger der Dead Kennedys. In ihren Texten kommt die politisch linke Ausrichtung der Band deutlich zum Ausdruck. Häufige Themen sind Antirassismus, Globalisierungskritik, Meinungsfreiheit und soziale Ungerechtigkeit. Aus Anlass des 25. Geburtstages der Band im Jahre 2003 erklärte der Bürgermeister von Vancouver, Larry Campbell, den 21. Dezember zum „D.O.A.-Day“.

2013 kündigte D.O.A. an, dass sie bis Ende Februar noch einige Auftritte geben und sich danach auflösen werde; danach wolle Joey Shithead sich einer politischen Karriere bei der New Democratic Party in British Columbia widmen.[5]

Stil[Bearbeiten]

Dass es eine Punk-Phase zu Beginn gegeben hat, ist unstrittig. Wann der Stil zu Rock bzw. zu Hardcore wurde, wird unterschiedlich beurteilt. Frank Jinx teilte in der EB/Metronom der Einfachheit halber nach Kalenderdekaden ein: Die 1970er seien die Punk-Phase gewesen, die 1980er die Hardcore-Phase und die 1990er die Rock-Phase.[2] Henning Richter (Metal Hammer) erlebte 1996 ein Konzert in Berlin und befand, es sei Punk mit einem „guten Schuß eingängigen Hardrock“ gewesen.[6] Im Sub Line charakterisierte Hartwig Schröder die Jahre um das 1990 erschienene Murder-Album als „müde“, danach sei die Hardcore-Zeit angebrochen.[7] Für Dirk Schneidinger vom Musikmagazin Spex, der auch von einer überstandenen „matte[n] und lustlose[n]“ Phase, die Mitte der 1980er eingesetzt habe, schrieb, war diese jedoch gerade mit Murder überstanden.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Disco Sucks (EP, 1978)
  • Something Better Change
  • Hardcore ‘81 (1981)
  • War on 45 (EP, 1982 EP)
  • Bloodied But Unbowed
  • Let’s Wreck the Party (1992)
  • True (North) Strong & Free
  • The Dawning of a New Error (Best Of, 1978–1985)
  • Last Scream of the Missing Neighbors (1989, mit Jello Biafra)
  • 13 Flavours of Doom (1992)
  • Loggerheads (1993)
  • Murder
  • Talk Minus Action Equals Zero (1991)
  • Moose Droppings
  • The Black Spot
  • Greatest Shits (Best Of, 1978–1998)
  • The Lost Tapes (1998)
  • Festival of Atheists (1998)
  • Win the Battle (2002)
  • War and Peace (2003, Best Of 1978–2001)
  • Live Free or Die (2004)
  • Bloodied But Unbowed (2006, Kompilation 1978–1983)
  • Northern Avenger (2008)
  • Kings of Punk, Hockey and Beer (2009, Best Of)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Dirk Schneidinger: D.O.A. Fuck Papierverarbeitungsemission etc!. In: Spex. August 1990, S. 12.
  2. a b  Frank Jinx: D.O.A. Talk Minus Action is Zero (Live '89) […]. In: EB/Metronom. Nr. 35, Dezember/Januar 1991/1992, Just for the Record, S. 51 (Sammelrezension).
  3. a b Ken Jensen. † Jan. 29, 1995 (aged 29). In: deadpunkstars.com. Abgerufen am 6. Juli 2015 (englisch).
  4.  Ken Jensen. In: Musik Woche. Das Nachrichtenmagazin für die Musikbranche. Nr. 8/1995, 20. Februar 1995, Ticker, S. 6.
  5. Bandauflösungen. In: Rock Hard, Nr. 310, März 2013, S. 7.
  6.  Henning Richter: D.O.A., Nomeansno, Itch. Berlin, SO 36. In: Metal Hammer. November 1996, Live, S. 140.
  7.  Hartwig Schröder: D.O.A. Thirteen Flavours of Doom. In: Sub Line. Indie-Progressive Rock & Pop Magazine. November 1992, Sub Line CDs + LPs, S. 60.

Weblink[Bearbeiten]