DOT-Nummer

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Herstellungsdatum 1107 an Ende der DOT-Nummer: Kalenderwoche 11, Jahr 2007.

Als DOT-Nummer für Reifen von Kraftfahrzeugen wird allgemein die TIN (Tire Identification Number) bezeichnet, die vom Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten (Department of Transportation, kurz DOT) für Produktionen ab 1980 verlangt wird. Sie ist an mindestens einer Reifenflanke einvulkanisiert und wird heute weltweit von Reifen­produzenten angewandt.

Diese „Nummer“ bzw. Zeichenfolge codiert u. a. Hersteller, Größe und Herstellungs­datum des Reifens.

Neben der TIN gibt es auch andere Nummerncodes des DOTs, z. B. für Bremsflüssigkeit.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DOT Reifen-Identifikationsnummer TIN umfasst vier Zeichengruppen:

  1. Die ersten beiden Zeichen, der Plantcode, bezeichnen das Herstellungswerk[1]
  2. Die nächsten beiden Zeichen, der Sizecode, stehen (bei neueren Reifen) für die Reifengröße
  3. Es folgt ein optionaler, herstellerspezifischer Code (Typecode), aus dem auch die Handelsmarke ablesbar sein muss, falls sie sich nicht aus dem Plantcode ergibt
  4. Die letzten drei bzw. vier Ziffern stehen für das Herstellungsdatum (Produktionswoche)

Herstellungsdatum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oft werden Teile der DOT-TIN beidseitig, jedoch das Herstellungsdatum (Wochencode) nur auf einer Reifenflanke angebracht: Bei Reifen mit definierter Laufrichtung ist das üblicherweise rechts, bei Reifen mit definierter Außenseite außen.

  • Die ersten beiden Ziffern sind die Kalenderwoche (KW)
  • Die dritte (und ab 2000 vierte) Zahl steht für die Endziffer(n) des Herstellungsjahres

Bei vielen Herstellern folgte ab 1990 nach den drei Ziffern ein Dreieck ◁ (von Goodyear wurde es z. B. nicht verwendet).

Beispiele für DOT Wochencodes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema Beispiel Herstellungswoche
Ab 1980: 3-stellig
3 4 7
KW 34 - 1987 (August)
oder
KW 34 - 1997 (August)
Ab 1990: 3-stellig + ◁
(nicht alle Hersteller haben das Dreieck verwendet)
4 8 9 ◁
KW 48 - 1999 (November)
Ab 2000: 4-stellig
4 5 0 3
KW 45 - 2003 (November)

Alter von Neureifen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wochencode spielt eine Rolle bei der Beurteilung von gebrauchten wie auch länger gelagerten neuen Reifen, da für die Haftung eines Reifens neben dem Profil und der Gummimischung auch Beschaffenheit und Alter des Gummis eine wesentliche Rolle spielen. Ab zehn Jahren, teils bereits sechs Jahren, warnen Experten vor spürbar schlechterer Haftung.

Die sechs führenden Hersteller sind der Ansicht, dass ein ungebrauchter Reifen – sachgemäße Lagerung vorausgesetzt – bis zu fünf Jahre ab Produktionsdatum noch als neuwertig anzusehen ist und als Neureifen verkauft werden darf. Zwei nordrhein-westfälische Amtsgerichte haben die Fünfjahresfrist für Neureifen bestätigt.[2]

Höchstalter für Anhänger mit 100-km/h-Zulassung (Deutschland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für PKW-Anhänger, die nach der 9. Ausnahmeverordnung[3] der deutschen Straßenverkehrsordnung eine 100-km/h-Zulassung besitzen, gilt ein Höchstalter für die Reifen des Anhängers von maximal sechs Jahren. Ist ein Reifen älter, muss der Gespannführer die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellen zur Entschlüsselung des Plantcodes (englisch)
  2. http://www.kfztech.de/kfztechnik/technikprofi/reifenalter.htm
  3. Text der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]