Dama de Guardamar

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Dama de Guardamar
Detail

Die Dama de Guardamar, auch genannt Dama de Cabezo Lucero, ist eine nur bruchstückhaft erhaltene Frauenbüste der Iberischen Kunst des 4. Jahrhunderts v. Chr.; sie befindet sich seit dem Jahr 2012 im Museo Arqueológico de Guardamar.

Fund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dama de Guardamar wurde am 22. September 1987 in einer Cabezo Lucero genannten Kultstätte bzw. Nekropolis an der Gemeindegrenze von Guardamar del Segura in der Provinz Alicante entdeckt. Archäologen datieren die Büste in Zeit zwischen 400 und 370 v. Chr. Bei der Entdeckung der Skulptur fand man nur Trümmer vor, die teilweise von Feuer geschwärzt waren. Im Museum von Alicante wurde eine umfangreiche Restaurierung vorgenommen, bei der die Teile gereinigt, ergänzt und wie ein Puzzle zusammengesetzt wurden. Im Jahr 1988 war die Restaurierung abgeschlossen.

In der unmittelbaren Umgebung des Fundortes entdeckte man mehrere Tierskulpturen, die möglicherweise zum Schutz des Heiligtums aufgestellt worden waren.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Büste ist aus feinkörnigem, zartgrauem Kalkstein gefertigt. Dargestellt ist eine Frau mit einem räderartigen Ohrschmuck, der mit einer über die Stirn laufenden Kette zusammengehalten wird. Sie trägt ein haubenartiges, nahezu faltenloses Tuch als Kopfbedeckung; darüber fällt ein weiteres Tuch (wahrscheinlich ein bodenlanger Überwurf) bis auf die Schultern. Das Kleid ist glatt; Webstrukturen sind nicht erkennbar. Als Halsschmuck trägt sie zwei Pektorale mit kleinen steinernen oder metallenen Anhängern sowie zwei unterschiedlich lange Halsketten aus ovalen, flachen und runden Perlen.

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich zur Dama de Elche, der sie im Gesamtaufbau ähnelt, wirkt Dama de Guardamar archaischer; Gesichtszüge, Haartracht, Schmuck und Kleidung sind summarischer und weniger detailliert ausgeführt. Es könnte sich bei der Büste um das Porträt einer realen, aber idealisierten Frauengestalt – vielleicht einer Stammesfürstin oder Priesterkönigin – handeln; denkbar ist jedoch ebenso gut eine Figur aus der religiösen Vorstellungswelt der Iberer (eventuell eine Totengöttin).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carles Recio: La dama de Guardamar. Ayuntamiento de Guardamar del Segura, 1997, ISBN 84-923338-0-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dama de Guardamar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien