Damianos Verteidigung

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Die Grundstellung von Damianos Verteidigung nach 2. … f7–f6

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Damianos Verteidigung ist eine Eröffnung im Schach, die aus dem Königsspringerspiel hervorgeht. Sie ist nach dem portugiesischen Schachautor Pedro Damiano benannt, dessen Lehrbuch 1512 erschien. Die Ausgangsstellung der Eröffnung entsteht nach den Zügen

1. e2–e4 e7–e5
2. Sg1–f3 f7–f6

Da die Verteidigung ungünstig für Schwarz ist, ist sie in der Meisterpraxis nicht anzutreffen.

Eine Widerlegung wurde bereits von Greco angegeben. Die Hauptvariante lautet 3. Sf3xe5 f6xe5 4. Dd1–h5+ Ke8–e7 (4. … g7–g6 5. Dh5xe5+ nebst 6. De5xh8) 5. Dh5xe5+ Ke7–f7 6. Lf1–c4+ Kf7–g6 7. De5–f5+ Kg6–h6 8. d2–d4+ g7–g5 9. h2–h4 Kh6–g7 10. Df5–f7+ Kg7–h6 11. h4xg5#.

Zäher sind die Versuche 6. … d7–d5 oder 3. … Dd8–e7. Im ersten Fall gewinnt Weiß nach 7. Lc4xd5+ Kf7–g6 8. h2–h4 h7–h6 9. Ld5xb7. Im zweiten Fall erhält Weiß nach 4. Se5–f3 De7xe4+ 5. Lf1–e2 oder 4. … d7–d5 5. d2–d3 d5xe4 6. d3xe4 De7xe4+ 7. Lf1–e2 entscheidenden Entwicklungsvorsprung.

Ein Kuriosum stellt die 1897 in Sankt Petersburg gespielte Wettkampfpartie Schiffers gegen Tschigorin dar, in der ein damaliger Weltklassespieler nach 1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 f7–f6 3. Sf3xe5 Dd8–e7 4. Se5–f3 d7–d5 5. d2–d3 d5xe4 6. d3xe4 De7xe4+ 7. Lf1–e2 Sb8–c6 8. 0–0 Lc8–d7 9. Sb1–c3 De4–g6 10. Sf3–e5 Sc6xe5 11. Le2–h5 die Dame verlor, in der Folge wegen des schwachen Spiels seines Gegners aber noch ein Remis erreichen konnte.

Damianos Verteidigung wurde nicht von Damiano entwickelt, sondern bereits in dem fünfzehn Jahre älteren Werk von Lucena vorgestellt. Dort handelte es sich vornehmlich um eine Demonstration der Wirkungskraft der mit dem neuen Schach wesentlich mächtiger gewordenen Dame und des Läufers. Nach den mittelalterlichen Schachregeln war die Deckung des e-Bauern durch den f-Bauern vollwertig und erstrebenswert.

Im Werk von Lucena steht im Wesentlichen schon die Widerlegung der Verteidigung, wobei der Angriff nach 6. … d7–d5 mit 7. Lc4xd5+ Kf7–g6 8. De5–g3+ (und nicht wie bei Damiano erstmals angegeben mit 8. h2–h4!) fortgesetzt wird. Daraus schließt Herbert Bastian, dass die Verteidigung Damiano zu Unrecht zugeschrieben wird. Sein Anliegen war die Präsentation der Widerlegung.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Bastian: Schach Grundkurs. Band 2: Eröffnung, 2004, S. 18.