Danau Towuti

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Danau Towuti
Towutisee um 1930
Towutisee um 1930
Geographische Lage Sulawesi Selatan, Sulawesi
Abfluss über Sungai Larona in den Golf von Bone
Städte am Ufer Laronda
Daten
Koordinaten 2° 45′ S, 121° 30′ O-2.75121.5293Koordinaten: 2° 45′ S, 121° 30′ O
Danau Towuti (Sulawesi)
Danau Towuti
Höhe über Meeresspiegel 293 m
Fläche 561,1 km²f5
Maximale Tiefe 203 mf10

Der Danau Towuti oder Towutissee ist ein 561,1 km² großer See im Regierungsbezirk (Kabupaten) Luwu Timur in der Provinz Südsulawesi, Indonesien. Der Towutissee ist der größte See auf Sulawesi und nach dem Danau Toba der zweitgrößte Indonesiens. Er gehört zum Malili-Seen-System und liegt als Grabenbruchsee in einer Kryptodepression tektonischen Ursprungs. Das Alter des Sees wird auf eine bis vier Millionen Jahre geschätzt. Mit einer Maximaltiefe von über 590 Metern ist er der tiefste See Indonesiens und gehört zu den zehn tiefsten Seen der Erde. Das Wasser des See ist extrem nährstoffarm (ultraoligotroph).

Fauna[Bearbeiten]

Der See beherbergt 14 endemische Süßwasserfischarten (aus der Familie der Sulawesi-Regenbogenfische (Telmatherinidae) und den Gattungen Glossogobius, Mugilogobius, Nomorhamphus und Reiskärpflinge (Oryzias)), Süßwassergarnelen aus der Gattung Caridina, Süßwasserkrabben aus der Familie Parathelphusidae (Gattungen Nautilothelphusa, Parathelphusa und Syntripsa) und Schnecken der Gattung Tylomelania.[1][2] Vom Menschen in den See eingesetzt kommen inzwischen auch einige weitere Fischarten vor, darunter Anabas testudineus, ein Kiemenschlitzaal (Ophisternon cf. bengalense) und Trichopodus trichopterus.[3] Außerdem der Harnischwels Pterygoplichthys pardalis aus Südamerika, der Buntbarsch Melanochromis cyaneorhabdos, der ursprünglich aus dem ostafrikanischen Malawisee stammt und eine Raubwelsart (Clarias cf. batrachus). Besonders problematisch für die endemischen Fische ist die Einführung des Flowerhorn Cichliden, eines in Malaysia aus verschiedenen Amphilophus, “Cichlasoma” und Paraneetroplus-Arten gezüchteten Buntbarsch-Hybriden, der sich stark vermehrt und sich räuberisch auch von Fischen ernährt. Weiter gibt es Leistenkrokodile (Crocodylus porosus) und Ambon-Segelechsen (Hydrosaurus amboinensis).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. von Rintelen, K., and Y. Cai (2009). Radiation of endemic species flocks in ancient lakes: systematic revision of the freshwater shrimp Caridina H. Milne Edwards, 1837 (Crustacea: Decapoda: Atyidae) from the ancient lakes of Sulawesi, Indonesia, with the description of eight new species. Raffles Bulletin of Zoology 57: 343-452.
  2. von Rintelen, T., K. von Rintelen, M. Glaubrecht, C.D. Schubart, and F. Herder (2012). Aquatic biodiversity hotspots in Wallacea: the species flocks in the ancient lakes of Sulawesi, Indonesia. pp. 290-315 in: Gower, D.J., K.G. Johnson, J.E. Richardson, B.R. Rosen, L. Rüber, and S.T. Williams, S.T., eds (2012). Biotic evolution and environmental change in southeast Asia.Cambridge University Press, Cambridge. ISBN 978-1-107-00130-5
  3. Fabian Herder, U.K. Schliewen, M.F. Geiger, R.K. Hadiaty, S.M. Gray, J.S. McKinnon, R.P. Walter & J. Pfaender (2012): Alien invasion in Wallace's Dreamponds: records of the hybridogenic “flowerhorn” cichlid in Lake Matano, with an annotated checklist of fish species introduced to the Malili Lakes system in Sulawesi. Aquatic Invasions 7(4): 521–535