Daniel Greser

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Daniel Greser

Daniel Greser, auch: Greiser, Gresser (* 6. Dezember 1504 in Weilburg; † 29. September 1591 in Dresden), war ein lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel war der Sohn des Schusters Conrad Greser († 1532 in Weilburg (Pest)) und dessen Frau Aula geboren. Nach dem Schulbesuch in Weilburg, im Alter von etwa 15 Jahren wurde er als Priester in Trier ordiniert, erhielt seine erste Tonsur und wurde Ostiarius. Danach besuchte er die Partikularschule in Butzbach, war zwei Jahre in Kassel, ein Jahr in Gotha, dann an der Schule Unserer lieben Frauen in Erfurt. In Erfurt erlebte er wie Martin Luther, auf seiner Durchreise zum Reichstag in Worms predigte. Nach Weilburg zurückgekehrt erhielt er ein Kanonikat. Dieses behielt er jedoch nicht lang, weil sein Vorgänger jenes zu Unrecht erworben hatte. Stattdessen verschaffte ihm sein Onkel ein Vikariat am Weilburger Stift und bald darauf wechselte er in gleicher Eigenschaft nach Koblenz. Da er aber zu jung war ein Priester zu werden, zog er nach an die Universität Mainz, wo er bis 1526 studierte. 1526 wurde er in Mainz zum Priester geweiht und versah in der Folge ein Priesteramt in Edelsberg.

Von Erhard Schnepf, der in seiner Vaterstadt Weilburg wirkte, wurde er für das Werk der Reformation überzeugt. Gemeinsam mit Schnepf zog er nach Marburg, lernte dort auch Johannes Brenz kennen und wurde für die konsequent lutherische Auffassung gewonnen. 1531 wurde er zum Pfarrer in Gießen berufen und wirkte dort, bis ihn Herzog Moritz von Sachsen 1542 nach Dresden berief. Gegenüber den zahlreichen Kryptocalvinisten hielt er dort an seiner strengen Position fest, was nicht ohne Härten abging. 1567 schrieb er eine Postille, 1570 gab er 51 Bußpredigten heraus, die einen bemerkenswerten Stil zeigen, und schließlich eine Lebensbeschreibung.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greser war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er 1531 in Weilburg mit Eva N.N. († 1532 in Weilburg (Pest)). Seine zweite Ehe ging er im Advent 1532 in Weilburg mit Katharina N.N. († 8. März 1586 in Dresden), To eines Fischers, ein. Aus der Ehe stammen Kinder. Von diesen kennt man den Sohn Hieronymus Greser[1] die Tochter Katharina Greser welche erst den Pfarrer in Knobelsdorf bei Waldheim Georg Großmann und in zweite Ehe 1592 Adam Breitingk, dem Sohn des Pfarrers in Etzdorf Johann Breitingk, heiratete. Die Tochter Anna Greser verheiratete sich mit Valentin Greser[2] Die Tochter Margaretha Greser verheiratet sich 1559 in Dresden mit Nikolaus Selnecker, die Tochter Hesther Greser verheiratete sich mit dem Pfarrer in Seifersdorf David (Friderici?), den Sohn Johann Greser[3] und den Sohn Peter Greser[4].

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enarratio … Evangeliorum et Festivalium 1567
  • Homiliae de poenitentia 1570
  • Historia und Beschreybung des gantzen Laufs meines Lebens. 1587

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens BrockhausGreser, Daniel. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 641.
  • Paul Tschackert, Gustav Kawerau: Daniel Greser’s Bericht über die von ihm gehörte Predigt Luthers. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte. Band 21, 1900, S. 137, 457
  • Herrmann: Aus dem Leben Daniel Greser’s 1532–1542. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins. N. F. 9, 1900, S. 20–40
  • Otto Clemen: Zur Biographie Daniel Gresers. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte. Band 20, 1906/7, S. 248–252
  • F. Heymach: Daniel Greser. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Band 41, 1910/11, S. 70–85
  • Butte: Daniel Greser. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung. Band 2, 1950, S. 144–171
  • Franz LauGreser, Daniel. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 49 f. (Digitalisat).

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hieronymus Greser (* 1534 in Gießen; † 1584 in Dresden), 21. März 1548- 1554 kurf. sächs. Ls. St. Afra Meißen; (294b, 38) 1554 Uni. Wittenberg; 1560 Pfr. Kötzschenbroda, 1564 Diak. Kreuzkirche Dresden,
  2. Valentin Greser (auch: Graser, Groser, Großen; * 1532 in Roßwein; † 14. Februar 1576 in Halberstadt) 22. September 1551 Uni. Wittenberg; Mag. phil., 1556 Pfr. Merkwitz, 1557 Pfr. Lommatzsch, 1568 Sup. Weissensee, 1572 Sup. Gandersheim, 1572 Pfr. Halberstadt, To. Fortuna Greser verh. Gregor Seitz Pfr. Kesselsdorf, To. Katharina Greser verh. Balzar Grützmacher (Dresden), So. Daniel Gräser (* ± 1557 in Lommatzsch; † 6. März 1614 in Oechlitz) Som.-Sem. 1580 Uni. Leipzig, Pfr. Oechlitz
  3. 13. Juli 1554-1558 kurf. sächs. Ls. St. Afra Meißen
  4. Peter Greser (* Dresden) 17. Mai 1565 kurf. sächs. Ls. Pforta, Som-Sem. 1568 Uni. Leipzig, 18. Mai 1570 Uni. Wittenberg, 2. September 1572 Mag. phil.