Das tapfere Bettelmännlein

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Das tapfere Bettelmännlein ist ein Märchen. Es steht in Ludwig Bechsteins Neues deutsches Märchenbuch an Stelle 17 und basiert auf Der Bettler in Ignaz und Josef Zingerles Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland (1854).

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein fauler Bettler will ein Held sein wie das tapfere Schneiderlein. Er haut mit seinem Hut nach den Fliegen auf dem Käse, den er auf der Alm erbettelt hat, und schreibt einen Zettel: „Sieben auf einen Streich!“ Da bitten ihn Bauern, einen Bär zu erlegen. Er tut groß, dann flieht er vor dem Bären in eine Hütte und sperrt ihn dort ein. Die Bauern trauen sich nicht hinein, er erschießt ihn durchs Fenster und wird als Held entlohnt. Er soll noch einen wilden Mann im Gebirge töten. Wieder tut er, als sei das gar nichts. Er will sich verdrücken, flieht als er ihm begegnet und stürzt ihn in eine Schlucht. Der bittet ihn, bei seiner Frau, der wilden Fangga, einen Keil zu holen. Er holt stattdessen den Geldsack, flieht und reißt unterwegs einem Lamm die Gedärme heraus. So erzählen die Schäfer dem verfolgenden Riesen, er habe seine eigenen Gedärme weggeworfen, um schneller zu sein. Der macht es nach und stirbt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bechstein bemerkt die Ähnlichkeit zu Das tapfere Schneiderlein und gibt an, er habe dieser Tiroler Version ihre volle Selbständigkeit zu geben versucht. Ungelenke, dialektgefärbte Rede charakterisiert die naiven Bauern. Der Text parodiert mehrere Märchen der Brüder Grimm – neben Das tapfere Schneiderlein auch Vom klugen Schneiderlein, indem der Held vorgibt, er habe den Bär gefangen, sie wollten ihm vielleicht „Tanzstunden geben“. Bei dem „Bärenhäuter“ denkt man an Grimms Der Bärenhäuter, bei dem wilden Mann an De wilde Mann, beim Klauen des Geldsacks an Der Meisterdieb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 104–109, 290.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Das tapfere Bettelmännlein – Quellen und Volltexte