Dekoder.org

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Dekoder.org
Website-Logo
Russland entschlüsseln
Onlinemagazin
Sprachen Deutsch
Gründer Martin Krohs
Betreiber dekoder-gGmbH
Online Sep. 2015
https://www.dekoder.org/

Die Internetplattform dekoder.org (Eigenschreibung: дekoder oder dekoder bzw. dekoder.org) verbindet russischen und belarussischen Journalismus in deutscher Übersetzung mit kontextualisierenden Beiträgen europäischer Wissenschaftler. Der Slogan der Website lautete Russland entschlüsseln, seit 2021 Russland und Belarus entschlüsseln. Die russischsprachige Version ging 2019 online und hat das Motto читая Европу. Der Gründer des Projekts ist Martin Krohs, derzeitiger Geschäftsführer Anton Himmelspach, und Chefredakteurin ist Tamina Kutscher.[1] Getragen wird das gemeinnützige Projekt von der dekoder-gGmbH mit Sitz in Hamburg. Das Webportal ist seit September 2015 online.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

dekoder hat sich zum Ziel gesetzt, die im deutschsprachigen Raum geführten Russland- und Belarus-Debatten durch journalistische Stimmen aus den Ländern selbst zu bereichern und diese Stimmen durch Kontextualisierung für nicht-russischsprachige Leser verständlich zu machen.[2] Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf unabhängigen, nicht vom russischen/belarussischen Staat finanzierten und kontrollierten Internet-Medien.

Formate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

dekoder übersetzt Beiträge aus unabhängigen belarussischen und russischen Medien wie Republic, Kommersant, Nowaja Gaseta.[3] Begriffe und Phänomene, die im deutschsprachigen Raum nicht allgemein bekannt sind, werden von Wissenschaftlern aus deutschen und europäischen Forschungsinstituten in eigenen Hintergrundtexten erklärt.[4] Diese nach wissenschaftlichen Standards verfassten Hintergrundtexte werden auf der Website von dekoder Gnosen (von griechisch gnosis ‚Erkenntnis‘) genannt.

Übersetzungen und Gnosen sind durch Crosslinks miteinander verbunden; eine dynamische Bildschirmdarstellung ermöglicht das Hin-und-Herwechseln zwischen den beiden Sparten. dekoder bezeichnet sich aufgrund der engen Verschränkung von Journalismus und Wissenschaft als ein hybrides Format.[5]

dekoder veröffentlicht zudem regelmäßig Debattenschauen zu aktuellen Themen mit übersetzten Textabschnitten unabhängiger wie auch staatlicher russischer Medien,[6] Formate mit Fotostrecken junger russischer, belarussischer und auch ukrainischer Fotografen, interaktive Infografiken und Themen-Dossiers.

Trägerschaft und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dekoder-gGmbH als Trägerorganisation ist eine gemeinnützige GmbH mit den Satzungszielen Völkerverständigung und Bildung. Das Projekt wird durch Spenden getragen, das Internet-Angebot ist kostenfrei. Das Portal ist unabhängig von staatlicher Finanzierung und nimmt keine Förderung von Parteistiftungen an.

dekoder wird von sechs festangestellten Mitarbeitern betreut (Journalisten, Wissenschaftler und Übersetzer); auf der Seite sind Beiträge von mehr als 100 Übersetzern und Wissenschaftlern zu finden, die als Freelancer mit dem Projekt kooperieren.

Erwähnungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dekoder ist regelmäßig in deutschen Medien präsent. Bereits nach der Gründung wurde viel über das Projekt berichtet, so in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Rundschau, auf netzpiloten.de und bei Deutschlandradio Kultur. Das Medium Magazin hat dekoder im Februar 2016 in die Top Ten der besten journalistischen Projekte des Jahres 2015 gewählt (Gründer Martin Krohs in der Kategorie Entrepreneur).[7] 2016 wurde dekoder mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Information“ ausgezeichnet.[8] Unter russischen oder mit Russland befassten Onlinezeitungen auf deutsch ist Dekoder nach einer Untersuchung der Onlinezeitung Russland.RU vom November 2016 nach Anzahl der Follower in sozialen Netzwerken der siebtgrößte Anbieter.[9] Am 17. Juni 2021 wurde dekoder ein weiteres Mal mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, diesmal in der Kategorie „Spezial“ für das Format „dekoder Specials“.[10] Im selben Jahr erhielt dekoder außerdem den Sonderpreis des Karl-Wilhelm-Fricke-Preises.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tamina Kutscher übernimmt die dekoder-Chefredaktion. In: kress. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  2. Die Russland-Erklärer. In: ze.tt. Abgerufen am 18. Mai 2016.
  3. Inna Hartwich: Das russische Russlandbild zeigen. In: fr-online.de. 5. November 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  4. Julian Hans: Russland: Gegenrede. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 18. Mai 2016]).
  5. Worum es geht. In: дekoder | DEKODER | Journalismus aus Russland in deutscher Übersetzung |. 13. August 2015, abgerufen am 17. Mai 2016.
  6. Jenseits eines Schwarz-Weiß-Bildes: “dekoder” entschlüsselt Russland – quergewebt. In: blog.grimme-online-award.de. Abgerufen am 17. Mai 2016.
  7. Journalisten des Jahres, Medium Magazin. Abgerufen am 20. Mai 2016.
  8. Grimme Online Award 2016 verliehen. (Nicht mehr online verfügbar.) Grimme Institut, archiviert vom Original; abgerufen am 25. Juni 2016.
  9. Russische News auf Deutsch wachsen konstant. In: russland.news – russland.RU. Abgerufen am 9. März 2017.
  10. Grimme Online Award 2021 dekoder Specials. Abgerufen am 27. März 2022.
  11. Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2021. Bundesstiftung Aufarbeitung, abgerufen am 28. März 2022.