Delphine Boël

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Delphine Boël (2008)

Delphine Michèle Anne Marie Boël (* 22. Februar 1968 in Uccle, Belgien) ist eine belgische Künstlerin und möglicherweise die Tochter von Albert II. von Belgien. Der König hat diese Vaterschaft nie anerkannt.

Leben[Bearbeiten]

Wappen der Familie Boël

Boël ist die Tochter von Baronin Sybille de Sélys Longchamps. Ihre Mutter war zu dieser Zeit noch mit dem Industriellen Jacques Boël verheiratet, dessen Nachnamen Delphine trägt. Delphine Boël wuchs nach der Scheidung ihrer Mutter von Jacques Boël in London auf. Ihre Schulausbildung erhielt sie in einem Internat in der Schweiz. Anschließend absolvierte sie ein Kunststudium an der Chelsea School of Arts in London, das sie 1990 mit einem B.A. fine arts (Honours) abschloss.

Boël ist als Künstlerin tätig und stellt Collagen und Skulpturen, unter anderem aus Pappmaché, her. Seit 2000 hatte sie mehrere Ausstellungen.[1]

Delphine Boël lebt mit dem Texaner James „Jim“ O'Hare zusammen. Mit ihm hat sie zwei Kinder.

Verhältnis zu Albert II.[Bearbeiten]

1999 schrieb Mario Danneels in seiner Biographie über Königin Paola (Paola, van „la dolce vita“ tot koningin), dass König Albert II. eine nichteheliche Tochter habe. Albert II. hat die Vaterschaft nie anerkannt. Er hat aber in einer Weihnachtsansprache 1999 eingeräumt, dass sich seine Ehe dreißig Jahre zuvor in einer Krise befunden habe.[2]

2005 hat Boël die Beziehung zwischen ihrer Mutter und Albert II. in einem Interview geschildert.[3] Die Beziehung der beiden habe von 1966 bis 1984 bestanden. Albert habe sogar Pläne gehabt, sich von seiner Frau Paola scheiden zu lassen. Boël behauptet, die Tochter von Albert zu sein. Auch habe er sich in ihrer Kindheit um sie gekümmert und sie und ihre Mutter besucht. Spätestens seit 1999 bestehe zwischen Albert und ihr keinerlei Kontakt mehr, wie Boël und ihre Mutter in verschiedenen Interviews beklagten.

Im April 2008 erschien Boëls Autobiographie Couper le cordon („Die Nabelschnur zerschneiden“). Darin schreibt sie, sie halte sich für das Kind Alberts, habe aber die Hoffnung auf Anerkennung durch ihn aufgegeben.[4]

Von der Presse wird Boël weitgehend als Tochter des früheren Königs behandelt.[5] 2013 stellte sie einen Antrag auf Vaterschaftsfeststellung gegen Albert II.[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.delphineboel.com/
  2. Originaltext der Ansprache auf Niederländisch
  3. http://michelbouffioux.skynetblogs.be/post/1263329/delphine-boel-190504
  4. http://www.welt.de/vermischtes/article1884234/Angebliche_Tochter_rechnet_mit_Albert_II._ab_.html
  5. http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Belgien-Regierungskrise;art123,2418614
  6. „Delphine Boël will endlich eine Königstochter sein“ welt.de vom 18. Juni 2013