Der Eroberer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum allgemeinen Begriff sowie Personen mit dem Beinamen „der Eroberer“ siehe Eroberer.
Filmdaten
Deutscher Titel Der Eroberer
Originaltitel The Conqueror
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1956
Länge 111 Minuten
Stab
Regie Dick Powell
Drehbuch Oscar Millard
Produktion Dick Powell
Howard Hughes
Musik Victor Young
Kamera Joseph LaShelle
William E. Snyder
Leo Tover
Harry J. Wild
Schnitt Robert Ford
Kennie Marstella
Besetzung

Der Eroberer (Original: The Conqueror, Alternativtitel Die Barbaren) ist ein 1954 produzierter Film von Dick Powell, der 1956 in die Kinos kam. Die Herstellung des Films wird mit späteren Krebserkrankungen der Beteiligten in Verbindung gebracht, da die Dreharbeiten im durch einen Atombombentest radioaktiv kontaminierten Teil des Snow Canyon von Utah stattfanden. John Wayne (→ Filmografie) spielte (nach Auffassung vieler Kritiker grotesk fehlbesetzt) den Mongolenführer Dschingis Khan. Der Film wurde von RKO produziert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mongolenführer Temujin, auch bekannt als Dschingis Khan, überfällt im 12. Jahrhundert eine Karawane der Merkiten. Dabei nimmt er die Tochter des Tatarenherrschers Kumlek gefangen. Temujin versucht mit allen Mitteln, die widerspenstige Gefangene Bortai zu seiner Frau zu nehmen. Im Kampf gegen die Tataren verbündet er sich mit dem chinesischen Herrscher Wang Khan. Es kommt jedoch anders, und die Tataren befreien Bortai und nehmen Temujin gefangen. Temujin soll daraufhin zu Tode gefoltert werden; Bortai hat aber inzwischen ihre Liebe zu ihm entdeckt und befreit ihn.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Wayne bekam für seine Rolle als Dschingis Khan den Golden Turkey Award in der Kategorie größte Fehlbesetzung aller Zeiten.

„Prunkepos mit großem Aufwand an Menschen, Tieren und Material und allerlei historischen Ungereimtheiten aus dem 12. Jahrhundert. Einer der wenig glücklichen Versuche des Schauspielers Dick Powell, Regie zu führen.“

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehort, Radioaktivität und die Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenaufnahmen fanden in Windrichtung des Atomwaffentest­geländes Nevada Test Site in der Stadt St. George im US-Bundesstaat Utah statt. Auf der Nevada Test Site wurde am 19. Mai 1953 die Atombombe Harry, später „Dirty Harry“ genannt, gezündet, die den stärksten radioaktiven Fallout eines Atombombentests auf dem amerikanischen Kontinent verursachte.

Eine Abbildung zeigt John Wayne mit seinen beiden Söhnen und einer unbekannten Person beim Blick auf einen Geigerzähler während der Außendreharbeiten.[2] Einige Tonnen verstrahlten Sandes aus der Gegend wurden im Studio zur Dekoration benutzt. Der Zusammenhang zwischen der Radioaktivität als möglicher Ursache von Waynes Erkrankung wurde unter anderem 1979 vom Boulevardmagazin Star enthüllt.

30 Jahre später waren 91 Mitglieder des 220-köpfigen Filmteams an Krebs erkrankt. 1981 waren bereits 46 von ihnen gestorben, darunter die Darsteller John Wayne († 1979), Agnes Moorehead († 1974) und Susan Hayward († 1975) sowie der Regisseur Dick Powell († 1963). John Hoyt starb 1991. Der Schauspieler Pedro Armendáriz hatte sich bereits 1963 das Leben genommen, nachdem er erfahren hatte, dass er unheilbar an Krebs erkrankt war.[3] Auch viele der beteiligten Komparsen starben an Krebs.[4]

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde im aufwändigen CinemaScope-Verfahren hergestellt.
  • John Waynes Söhne Michael und Patrick spielten in Nebenrollen mit.
  • William Conrad wurde später als Fernsehdetektiv Cannon und als Nero Wolfe bekannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Eroberer. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. John Wayne starb durch die Atombombe. In: netzeitung.de. 26. Mai 2007, archiviert vom Original am 2. Oktober 2013, abgerufen am 6. Juli 2014.
  3. Artikel im People Magazine
  4. John Wayne in der Strahlenwüste bei Spiegel online