Der Herr der Ringe (Tabletop)

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Der Herr der Ringe oder seit 2012 das Der Hobbit Tabletop Strategiespiel ist ein Tabletopspiel der Firma Games Workshop, welches sich an die Verfilmung von John Ronald Reuel Tolkiens Büchern, Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs, lehnt. Dabei können entweder mit bestimmten Figuren Szenen aus den Filmen nachgespielt oder unabhängige Schlachten in Bezug auf die Trilogie geführt werden.

Games Workshop baute nach dem Erfolg der Tabletopspiele Warhammer Fantasy und Warhammer 40.000 mit Der Herr der Ringe ein drittes Standbein der Firma auf. Das Spiel wird immer noch erweitert, so gibt es zum Beispiel mittlerweile die dritte Edition, und die Völkeranzahl wurde von zwei auf zwölf aufgestockt. Inzwischen gilt das Spiel als etabliert und steht gleichwertig neben den beiden anderen Hauptspielsystemen von Games Workshop.

Nach dem Erwerb der Lizenz stellte New Line Cinema strenge Anforderungen an Games Workshop, die inzwischen aber gelockert wurden. So musste das Spiel anfangs in Läden genau getrennt von den anderen Systemen platziert werden und das „Mischen“ von Herr der Ringe-Miniaturen und Figuren von anderen Spielen war offiziell untersagt. Zudem musste jeder Schauspieler, nach dessen Erscheinung ein Modell angefertigt wurde, sein Einverständnis dazu geben. Bis auf Liv Tyler, die erst den dritten Entwurf absegnete, kam es dabei jedoch zu keinen Schwierigkeiten.

Das Spiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Spieler entscheidet sich für eine der spielbaren Gruppen oder Völker und stellt mit Hilfe der völkerspezifischen Regeln eine Armee zusammen. Die Truppen werden durch entsprechende Zinn-, Plastik oder Resinminiaturen dargestellt und auf dem Spieltisch nach bestimmten Regeln platziert.

Das Spiel läuft in Phasen ab, ein Spieler bewegt seine Miniaturen, dann der andere, danach schießt der erste Spieler mit seinen Fernkampftruppen, nach ihm wieder der Gegner, und als letztes wird der Nahkampf gleichzeitig abgehandelt. Der Ausgang der meisten Ereignisse wird per Würfelwurf bestimmt.

Spielsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel benutzt ähnlich wie Warhammer Fantasy und Warhammer 40,000 ein Punktesystem, mit dem die Armeestärken der spielenden Parteien gerecht aufgeteilt werden soll. Jede Einheit hat einen Punktewert, der nach Stärke der jeweiligen Figur variiert. Vor dem Spiel wird ein Punktelimit festgelegt.

Es gibt folgende Spielmöglichkeiten:

  • Szenario
Beim Szenario wird ein Ereignis aus den Büchern oder Filmen nachgespielt, wobei die Spielfiguren festgelegt sind und Sonderregeln verwendet werden.
  • Punktspiel
Bei dieser Spielmethode kämpfen zwei ungefähr gleich starke Armeen gegeneinander. Die Figuren können vom Spieler selbst ausgewählt werden, das Punktelimit machen sich die Spieler selbst aus (oft 500, 600, 700 Punkte).
  • Kriegerbanden
Bis zu 25 Miniaturen.

Die Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Modelle sind im 28 mm Maßstab gehalten, was etwa dem Maßstab 1:60 entspricht. Damit sind sie im Schnitt zwar kleiner als Warhammer-Miniaturen, dagegen untereinander jedoch größtenteils maßstabsgetreu. Einige Großmodelle wurden aus Kostengründen und der im Sinne der Spielbarkeit etwas geschrumpft, dies ist aber kein echtes Manko, da die Figuren selbst nur Abstrakte Marker auf dem Spielfeld darstellen.

Es gibt sowohl Zinn- als auch Kunststoffmodelle, wobei Games Workshop seit einiger Zeit dazu tendiert, bei Neuauflagen von früheren Zinnfiguren Kunststoff zu verwenden. Neuerdings wurde (2011) ein neues Material, mit der Produkt Bezeichnung Finecast, eingeführt. Finecast ist ein sogenanntes Hybrid Resin, ein Resin Kunstharz mit Materialeigenschaften, die den mechanischen Eigenschaften des normalerweise verwendeten PE Kunststoffes entsprechen sollen. Tatsächlich handelt es sich um ein einfaches Resin (also ein zwei Komponenten Kunstharz) welches auch schon in ähnlicher Form von Privateer Press (für Hordes und Warmaschine) oder Alchemy Miniatures verwendet wurde. Das in der Spielergemeinschaft, fälschlicherweise oft als Plasteresin bezeichnete, Finecast ist seit seiner Markteinführung heftig umstritten.

Die Figurenbausätze sind in der zumeist Mehrteilig und sie werden in der Regel von den Spielern selbst bemalt und zusammengebaut. Neben Figuren, die in den Filmen auftauchen und somit ein Vorbild boten, entwarf Games Workshop auch Modelle zu Charakteren, die nur in der Buchvorlage erwähnt werden (z. B. Tom Bombadil, Arathorn).

Ergänzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergänzungsbücher enthalten weitere Szenarios zum Nachspielen, Hintergrundinformationen und eventuelle Sonderregeln, Armeelisten und Profile von Einheiten.

  • Schatten und Flamme (Zum alten Regelbuch "Die Zwei Türme")
  • Die Belagerung von Gondor (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Die Befreiung des Auenlandes (Zum alten Regelbuch "Die Rückkehr des Königs")
  • Der Schatten im Osten (aktuell)
  • Der Sturz des Nekromanten (aktuell)
  • Legionen von Mittelerde (Buch mit fast allen Einheiten und ihren Werten, Szenarios für Armeen)
  • Der Untergang von Arnor (aktuell)
  • Khazad-Dûm (aktuell)
  • Gondor in Flammen (aktuell)
  • Harad (aktuell)
  • Mordor (aktuell)
  • der Ringkrieg (kein Ergänzungsbuch im eigentlichen Sinne)
Sämtliche Profile und Regeln der Erweitungsbücher sind mittlerweile veraltet.

Aktuelle Regelwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Hobbit Regelbuch (mit den Profilen zum 1. Hobbitfilm)
  • There And Back Again (Erweierungsbuch zum 2. und 3. Hobbitfilm, nur auf Englisch erhältlich)

Die Quellenbücher enthalten die aktuellen Profile der Armeen aus Herr der Ringe.

  • Die Königreiche der Menschen
  • Die Freien Völker
  • Die Gefallenen Reiche
  • Mordor
  • Moria und Angmar

Strategiespiele in Mittelerde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Strategiespiele in Mittelerde" war eine vom Verlag DeAgostini herausgegebene Heftreihe, in denen das Herr der Ringe-Tabletopspiel erläutert wurde. Es wurden veraltete Regeln aus den oben erwähnten Regelbüchern von Games Workshop verwendet, und man spielte ebenfalls mit GW-Miniaturen, die häufig mit den Heften billiger waren als wenn man sie im Laden direkt kaufte. Die Miniaturen waren aber die gleichen. Die Hefte waren unterteilt in

  • "Abenteuer Mittelerde": Tabletop-Spieler, die den "Herr der Ringe" nicht kennen, werden in die Hintergründe des Buches/Filmes eingeführt.
  • "Spielregeln & Tipps" erklärt die (veralteten) Spielregeln oder gibt Hinweise zu Strategien etc.
  • "Szenario": in diesem Abschnitt wird ein Szenario mit Sonderregeln, Siegbedingungen usw. zum Nachspielen vorgestellt.
  • "Mal-Workshop": Hier wird erläutert, wie man die beigelegten unbemalten Figuren zum Leben erweckt.
  • "Modellbau-Workshop": In Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird gezeigt, wie man eigene Geländeteile (z. B. Hecken, Hügel, Häuser, Ruinen, Bäche usw.) baut.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kosten für die Figuren sind sehr unterschiedlich, so sind Zinnfiguren-Pakete je nach Größe von 12,50 Euro (1 Charaktermodell zu Fuß, wie z. B. König der Toten; 2 Einheiten, wie die Tunnelkämpfer) über 12,50 Euro (3 Modelle) bis 20,00 Euro (2 Charaktermodelle oder berittene Einheiten) zu haben, während große Spezialeinheiten (z. B Kriegsmûmak von Harad) bis zu 70 Euro kosten. Plastikkriegerboxen kosten 19,50 Euro und enthalten je 12 Krieger. Die aus dem Sortiment genommenen Armeeboxen für je 80 Euro und die größeren Streitmachtsboxen, welche bis zu über 200 Euro kosteten, sind nicht mehr erhältlich.

Die Preiserhöhung der Plastikboxen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurden die Preise der Plastikkrieger von Games Workshop stark erhöht.

Figuren im Pack Preis
bis Dezember 2010 24 15,50,-€
ab Januar 2011 24 19,50,-€
ab Juni 2011 24 26,00,-€
ab Februar 2012 12 17,50,-€
ab Juni 2012 12 19,50,-€

Spielgruppen und Ligen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland und auch in anderen Ländern organisiert Games Workshop seit Anfang 2014 keine eigenen Herr-der-Ringe-(Tabletop)-Turniere und -Veranstaltungen mehr. Aus diesem Grund haben sich in den verschiedensten sozialen Medien Gruppen und Ligen gebildet. Diese Gruppen vernetzen die Herr-der-Ringe-(Tabletop)-Hobbyisten, um gleichgesinnte Spielpartner zu finden und Veranstaltungen (wie Turniere) zu organisieren.

Gruppen und Ligen auf Facebook[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • HTL World (vormals Hobbit Tabletop Liga)
  • Great British Hobbit League
  • Herr der Ringe / Der Hobbit – Tabletop
  • Tabletop Herr der Ringe Bremen und Umgebung
  • Hobbit-Tabletop
  • Alpenbund Austria

Gruppen und Ligen auf Youtube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • HTL World (vormals Hobbit Tabletop Liga)
  • Great British Hobbit League

Spielbare Armeen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]