Derdiyoklar

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Derdiyoklar, auch Derdi Yoklar oder Grup Derdiyoklar ikilisi genannt, ist eine seit 1979 existierende türkische Folkgruppe, die dadurch bekannt wurde, dass sie ihre mehrstimmig vorgetragenen alevitischen Deyiş und ironischen Lieder mit Elektrosaz und Schlagzeug begleitete. Sie wird häufig als wichtige Gruppe früher migrantischer Subkultur in Deutschland genannt[1][2] und in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch in einer Radiosendung von John Zorn gespielt.[3]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bis 1986 aus den Gründern Ali Ekber Aydoğan (Elektrosaz - Gitarre und Gesang) und İhsan Güvercin (Davul und Gesang) bestehende Duo wurde auch in der Türkei bekannt, lebte aber seit Bestehen in Deutschland und hatte in den 1980er Jahren die größten Verkaufserfolge auf dem deutsch-türkischen Schallplatten- und Kassettenmarkt. Aydoğan und Göğercin traten mehrfach in türkischsprachigen Unterhaltungssendungen auf. Berühmt wurden sie insbesondere durch Songs gegen Ausländerfeindlichkeit in Deutschland mit Titeln wie Liebe Gabi oder Hop Hop Dazlaklar sowie durch ihre ironische Selbstinszenierung bei Liveauftritten. Ihr Stil war eine ungewöhnliche Mixtur aus Disco, Folk, Krautrock, Psychedelia and türkischer Tradition. Bis heute veröffentlichte Derdiyoklar (zuletzt in abweichender Besetzung) weit über ein Dutzend Alben.[4] Nach dem Ausscheiden Güvercins machte Aydoğan als Derdiyok Ali zusammen mit dem neuen Schlagzeuger Mehmet Taniş weiter. Güvercin spielte unterdessen in der Gruppe Güvercinler Ikilisi als Schlagzeuger und begann eine Zusammenarbeit mit seinem Neffen Yusuf Güvercin, aus der nur ein Album entstand. Im Jahre 1994 trennten sich auch deren musikalische Wege und Yusuf Güvercin ging den Weg mit Güvercins Sohn Zekai Güvercin weiter. Mehmet Tanis trennte sich Ende 1999 von Aydogan und lebt jetzt in Karlsdorf (Baden Württemberg). Er spielt weiterhin als Schlagzeuger.

Das Duo hat in den 1980er Jahren viele türkische Jugendliche in Deutschland beeinflusst und sie zum Musik machen angeregt. Viele haben versucht und versuchen immer noch sie durch Namensgebung, Aussehen oder durch die von Derdiyoklar komponierten Songs zu kopieren.

Aydoğan lebt in Nürnberg, Güvercin inzwischen in Antalya. Beide Musiker sind nach der Trennung, zum letzten Mal am 11. Januar 2001 in Erlensee bei Hanau spontan zusammen auf der Bühne aufgetreten, nachdem Arif Sağ, Musa Eroğlu, Emekci und noch viele Leute, die derzeit am Ort waren, sie ermutigt haben wieder zusammenzukommen. Nach ein paar gescheiterten Versuchen trennten sich beide wieder. Oktober 2008 traten Aydogan und Mehmet Tanis gemeinsam als Duo im "Babylon" (Istanbul) auf.

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Şu Dünyanın Halkı, Türküola 1979
  • Disco Folk, Türküola 1980
  • Yaşayın Hayvanlar, Türküola 1981
  • Arif Dogup Arif ölen Türküola 1983
  • Disko Folk 5 Yasinda, Türküola 1984
  • Coban Mamos, Türküola 1985
  • Oyun Havalari ve Halaylar, Türküola 1986
  • Öküz Çağı, Türküola 1988
  • Hop Hop Dazlaklar, Türküola 1989
  • Türkülerle Gömün beni, Türküola,1992
  • Yolculuk Nereye, 1995 Türküola
  • Adak, Duygu Müzik 1999
  • Bağışla Beni, Akbaş Muzik 2001
  • Öl Ki Meşhur Olasın Sen, Özdemir Müzik 2005

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nedim Hazar: „Die Seiten der Saz in Deutschland“ In: Aytaç Eryılmaz/Mathilde Jamin (Hg.), Fremde Heimat: Eine Geschichte der Einwanderung; Essen 1998
  2. http://mog.com/music/John_Zorn
  3. http://mog.com/music/John_Zorn
  4. http://www.diskotek.arkaplan.com.tr/catalog/product_info.php?cPath=21&products_id=183

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]