Detritus (Geologie)

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Detritus (lat. detritus „abgerieben“) steht in der Geologie für lockere mineralische Substanz, die durch Erosion von ihrem Ursprungsort entfernt und an anderer Stelle wieder abgelagert wird.

Solcherart transportierter und abgelagerter Detritus wird auch als detritisches Sediment bezeichnet und die entsprechende mineralische Substanz in diagenetisch veränderten Sedimentgesteinen als allothigenes Material. Der Ursprungsort wird Liefergebiet genannt. Abführendes Medium kann sowohl strömende Luft als auch strömendes Wasser sein. Während in terrestrischem Milieu vor allem Verwitterung für die Erzeugung von Lockermaterial aus anstehendem Gestein sorgt, spielt in flachmarinem Milieu Bioerosion eine nicht unbedeutende Rolle, und die mineralische Substanz entstammt nicht selten den Kalkskeletten mariner Organismen.

Einen ähnlichen Detritusbegriff gibt es auch in der Bodenkunde und Gewässerkunde, jedoch steht er dort vorwiegend für Reste von Lebewesen, das heißt für zerfallen(d)es organisches Material.

Quellen[Bearbeiten]

  • Christiane Martin, Manfred Eiblmaier (Hrsg.): Lexikon der Geowissenschaften. 6 Bände. Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2000–2002, ISBN 3-8274-1655-8
  • Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2010, ISBN 978-3-8274-1810-4, S. 30