Deutscher Hebammenverband

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) ist der größte deutsche Berufsverband für Hebammen und Entbindungspfleger. Der Verband vertritt die Interessen aller Hebammen: Freiberufliche und angestellte Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Familienhebammen sowie Hebammenschülerinnen. Nach eigenen Angaben hat der Verband im Jahr 2017 über 19.000 Mitglieder.[1]

Der Verband hat 16 Landesverbände. Neben der berufspolitischen Vertretung bietet der DHV Fortbildungen für Hebammen an. Diese sind bei Hebammen in Deutschland in regelmäßigen Abständen vorgeschrieben. Der DHV gilt allerdings nicht als Gewerkschaft und darf deshalb keine Tarifverhandlungen für festangestellte Hebammen führen. Für die Tarife in den Krankenhäusern ist meist die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (Fachbereich 03 – Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) zuständig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1885 wurde Gründung der erste Hebammenverbande in Deutschland durch Rosina Neumann gegründet. Neumann arbeitete als freie Hebamme und rief zum ersten Treffen der Berliner Hebammen auf. Damals gründeten 300 Hebammen den ersten modernen Hebammenverband.

1933 - nach der Machtübernahme des NS-Regimes - entstand im Rahmen der Gleichschaltung der Berufsverbände die Standesorganisation „Reichsfachschaft deutscher Hebammen“[2], welche 1945 aufgelöst wurde.

Seit Oktober 2008 heißt der ehemalige Bund Deutscher Hebammen nun 'Deutscher Hebammenverband e.V.' Grund für die Namensänderung war, dass der Verband Hebammen aller Nationalitäten und Kulturen offenstehen möchte und sich für Familien aller Nationalitäten zuständig sieht.

Politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein setzt sich mit seiner Aktion "Hebammen-Protest" für eine bessere gesellschaftliche und rechtliche Stellung der Geburtshilfe in Deutschland ein. Er beklagt, durch die jahrelang ausbleibende Gebührenanhebung sei die Existenz freiberuflich arbeitender Hebammen bedroht. Viele seien zum Aufgeben gezwungen. Dadurch sei die wohnortnahe Versorgung der Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in Gefahr. Auch im Krankenhaus habe sich die Situation für Hebammen verschlechtert: Hebammen müssten mehrere Schwangere im Kreißsaal gleichzeitig betreuen.[3]

Nachdem im Mai 2012 in Berlin im DHV organisierte Hebammen mit einer Demonstration auf ihre Lage aufmerksam gemacht hatten, kündigte der damalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr an, die freiberuflichen Hebammen besser unterstützen. Er fordere die Krankenkassen auf, bei künftigen Verhandlungen die Situation der Hebammen besser zu berücksichtigen, sagte er der «Süddeutschen Zeitung».[4]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Mitgliederzeitschrift gibt der DHV seit 2000 das Hebammenforum heraus. Inhalt des monatlichen Magazins sind sowohl Fachartikeln, wie auch Verbandsnachrichten, sowie länderspezifische und bundesweite Fortbildungstermine, Tagungs- und Kongresstermine und Stellenanzeigen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.hebammenverband.de/verband/
  2. DHV: Zur Rolle der Berufsorganisation der Hebammen im Nationalsozialismus − Stellungnahme des Bundes Deutscher Hebammen e.V.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hebammenverband.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 2006 (pdf)
  3. http://www.hebammen-protest.de/?page_id=123
  4. Gesundheitsminister will Situation der Hebammen verbessern (Memento vom 7. Mai 2012 im Internet Archive), Stern vom 4. Mai 2012