Deutzer Drehbrücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 50° 55′ 39,9″ N, 6° 58′ 23,3″ O

BW

Deutzer Drehbrücke
Nutzung Straßenbrücke
Unterführt

Deutzer Hafen

Ort Köln-Deutz, Deutschland
Konstruktion Drehbrücke
Gesamtlänge 31,29 m
Breite 10 m
Baubeginn 1907
Fertigstellung 1908
Eröffnung März 1908
Lage
Deutzer Drehbrücke (Nordrhein-Westfalen)
Deutzer Drehbrücke

Die Deutzer Drehbrücke ist eine Drehbrücke und liegt im Deutzer Hafen in Köln-Deutz.

Sie verbindet die Siegburger Straße über die Alfred-Schütte-Allee mit dem Poller Rheinufer, dessen ausgedehnte Grünflächen und Sportanlagen in den 1920er Jahren angelegt wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutzer Hafen mit Drehbrücke (1912)

Sie wurde 1907 zeitgleich mit dem Bau des Deutzer Hafens errichtet und im März 1908 dem Verkehr übergeben. Das technische Denkmal besteht aus einer genieteten Stahlfachwerkkonstruktion einer ungleichschenklig ausbalancierten Brücke von 31,29 Meter Spannweite und 10 Meter Breite, die aus dem bis heute vollständig erhaltenen Steuerhäuschen aus Stahlblech über der Brückenmitte elektrisch gesteuert werden kann. Geländer, Brückenköpfe und Steuerhaus wurden im geometrischen Jugendstil gestaltet. Ähnlich der nur wenige Jahre zuvor erbauten Drehbrücke im Rheinauhafen werden die 177 Tonnen Eigengewicht ihres Überbaus hydraulisch aus der Ruheposition gehoben und dann mittels eines Elektromotors gedreht. Konstruiert wurden die Kölner Drehbrücken von der Duisburger AG für die Eisenindustrie und Brückenbau vorm. J.C. Harkort, auch als Brückenbauanstalt Harkort bekannt, die hinsichtlich der Mechanik mit der Düsseldorfer Haniel & Lueg zusammenarbeitete.

Deutzer Drehbrücke mit Steuerhäuschen über der Brückenmitte

Die Deutzer Drehbrücke steht seit dem 1. Juli 1980 unter Denkmalschutz. Die über sie verlaufende Straße hieß zunächst Deutzer Damm, ab 1911 Rheinallee und heißt seit 1957 Alfred-Schütte-Allee.

Im Oktober 2014 wurde die aus den 1950er Jahren stammende Elektrotechnik der Brücke sowie der Fahrbahnbelag während einer vierwöchigen Reparatur saniert. Während dieser Zeit blieb die Brücke in geöffneter Stellung, so dass Schiffe passieren konnten.[1]

Um einer störungsbedingten Sperrung vorzubeugen, hat sich der Rat der Stadt Köln im Dezember 2015 für eine grundlegende Sanierung der Brücke für 1,36 Millionen Euro entschieden. Die Sanierung soll aber wegen der Planung nicht vor Ende 2016 beginnen.[2][3]

Deutzer Hafen mit Drehbrücke (Ballonfahrt, 2013)

Beschädigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke funktionierte einwandfrei, bis sie im Februar 2008 durch ein Schiff beschädigt wurde. Inzwischen ist die Brücke repariert, jedoch aus verkehrspolitischen Gründen am Wochenende für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke auch an Wochenenden passieren.

Am 13. Februar 2013 musste die Brücke erneut für den Verkehr gesperrt werden - diesmal aufgrund eines Getriebeschadens.[4] Ab dem 25. März 2013 fanden die Reparaturarbeiten statt.[5] Seit dem 4. April 2013 ist die Brücke wieder passierbar.[6]

Anfang Juni 2015 wurde bekannt, dass vermutlich wegen eines Defekts an der erst im Oktober 2014 restaurierten Mechanik, die Brücke erneut für den Individualverkehr gesperrt und für den Schiffsverkehr geöffnet bleiben musste. Nach drei Wochen waren die Reparaturarbeiten beendet und die Sperrung konnte aufgehoben werden.[7][8]

Mehrfach kam es insbesondere durch die Hitze des Sommers immer wieder zu Ausfällen bei der mehr als hundertjährigen Technik. Anfang Juli 2015 verzogen sich die Bleche zwischen festem Straßenbelag und Brückenfahrbahn, sowie die Mechanik selbst, die eine Bewegung der Brücke von nur wenigen Millimetern zuließ.[9][10]

Geschichte des Deutzer Hafens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Deutzer Hafen

Mit der Eingemeindung von Deutz und Poll am 1. April 1888 nach Köln wurde eine wichtige Voraussetzung zum Bau des Deutzer Hafens geschaffen. Unter Nutzung einer Landzunge mit natürlichem Hafenbecken, dem Schnellert, wurde der Bassinhafen geplant. Nachdem die preußischen Behörden wegen der Festungsfunktion von Deutz ihre Bedenken aufgegeben hatten, wurden aufgrund einer Kabinettsorder die dafür notwendigen Grundstücke enteignet. Diese Enteignung von ca. 1.100 Parzellen zog sich bis ca. 1898 hin. Erste Ausgrabungs- und Baggerarbeiten fanden bereits 1895 statt. Doch der eigentliche Baubeginn des Hafenbeckens datiert auf 1904 und fand erst 1907 seinen Abschluss. Der Deutzer Bassinhafen besteht aus zwei Hafenbecken vor und hinter der Deutzer Drehbrücke.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadt Köln (Hrsg.): Kulturpfade Stadtbezirk 7 (Porz). Köln, 2.1 Drehbrücke, S. 31–32 (ohne Jahresangabe, 1990er Jahre).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drehbrücke (Köln-Deutz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Stadt-Anzeiger vom 29. Oktober 2014, Die Drehbrücke in Köln-Deutz ist wieder in Betrieb
  2. Kölner Stadt-Anzeiger vom 22. September 2015, Generalsanierung: Deutzer Drehbrücke wird für 1,36 Millionen Euro saniert
  3. Kölnische Rundschau vom 18. Dezember 2015, Grünes Licht für den Kampf gegen den Rost
  4. welt.de: Köln kompakt vom 14. Februar 2013: Drehbrücke für Radler und Passanten gesperrt
  5. Kölner Stadt-Anzeiger vom 22. März 2013, Drehbrücke wird ab Montag repariert
  6. welt.de: Köln Kompakt, Technischer Defekt an Drehbrücke behoben
  7. Kölner Stadt-Anzeiger vom 3. Juni 2015, Drehbrücke im Deutzer Hafen ist schon wieder defekt
  8. Express vom 23. Juni 2015, Deutzer Drehbrücke ist wieder ganz
  9. Kölnische Rundschau vom 2. Juli 2015, RWE repariert Deutzer Drehbrücke
  10. Kölnische Rundschau vom 6. Juli 2015, Mechanik verzogen - Drehbrücke ab Mittwoch wieder offen