Die glorreichen Sieben

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Filmdaten
Deutscher Titel Die glorreichen Sieben
Originaltitel The Magnificent Seven
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Spanisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 123 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Sturges
Drehbuch William Roberts
Produktion John Sturges
Walter Mirisch
Musik Elmer Bernstein
Kamera Charles Lang
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

Die Sieben:

Weitere Personen:

Die glorreichen Sieben (Originaltitel: The Magnificent Seven) ist ein Western aus dem Jahr 1960 von Regisseur John Sturges. Er basiert auf dem Film Die sieben Samurai.

Handlung[Bearbeiten]

Ein mexikanisches Dorf wird regelmäßig von Bandoleros bedroht und ausgeraubt. Einige der Dorfbewohner suchen eine Grenzstadt zu den USA auf, um Gewehre für die Verteidigung zu kaufen. Sie erfahren dort von Chris, dem Helden des Films, dass ihnen ohne Kampferfahrung Gewehre nichts nutzen. Er rät ihnen, sich Männer mit Gewehren für eine bestimmte Zeit zu mieten. Da die Zeiten wirtschaftlich sehr schlecht sind, reicht die geringe Geldmenge der Dörfler aus, Chris zu engagieren. Dieser wiederum schafft es, fünf abgebrannte, aber fähige Revolvermänner für den Kampf zu gewinnen. Ein jugendlicher Heißsporn („Chico“) wird nach eigenem Drängen und Wirbel auch noch in die Gruppe aufgenommen. Von der Darstellung und ihrem Auftreten her wirken die Revolvermänner sehr unterschiedlich und sie scheinen verschiedene Fähigkeiten zu haben, sind sich aber im Kampf ähnlich. Beim letzten Gefecht siegen die Sieben in Zusammenarbeit mit den Dörflern, wobei jedoch vier der sieben Kämpfer umkommen – auch die Bandoleros werden nahezu vollständig aufgerieben. Chris kommentiert dies so: „Nur die Farmer konnten gewinnen, weil sie immer hierbleiben. Wir haben verloren! – Wir verlieren immer!“ Während Chris und Vin davonreiten, hat sich der dritte Überlebende, Chico, in die Dorfschönheit verliebt und bleibt bei den Farmern.

Filmmusik[Bearbeiten]

Der Soundtrack stammt von Elmer Bernstein und Orchestra. Der Soundtrack wurde von mindestens 19 Labels in unterschiedlichen Zusammenstellungen veröffentlicht.[1] Die ursprüngliche Film-LP enthielt nur 12 Titel. Die bisher vollständigsten Zusammenstellungen auf CD enthalten 23 Titel:

  1. Main Title And Calvera
  2. Council
  3. Quest
  4. Medley: Strange Funeral / After The Brawl
  5. Vin's Luck
  6. And Then There Were Two
  7. Fiesta - Elmer Bernstein & his Orchestra
  8. Stalking
  9. Worst Shot
  10. The Journey
  11. Toro
  12. Training
  13. Calvera's Return
  14. Calvera Routed
  15. Ambush
  16. Petra's Declaration
  17. Bernardo
  18. Surprise
  19. Defeat
  20. Crossroads
  21. Harry's Mistake
  22. Calvera Killed
  23. Finale

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Chris Adams Yul Brynner Heinz Giese
Calvera Eli Wallach Arnold Marquis
Vin Steve McQueen Herbert Stass
Bernardo O’Reilly Charles Bronson Franz Nicklisch
Lee Robert Vaughn Rainer Brandt
Harry Luck Brad Dexter Horst Niendorf
Chico Horst Buchholz Horst Buchholz
Britt James Coburn Friedrich Joloff
Alter Mann Vladimir Sokoloff Eduard Wandrey

Hintergrund[Bearbeiten]

  • United Artists brachte den von der Mirisch Corporation produzierten Film am 24. Februar 1961 in die deutschen Kinos.
  • Die mexikanische Filmkommission bestand darauf, dass die hart arbeitenden Bauern im Film jederzeit in frisch gewaschener blütenweißer Kleidung auftraten, um dem Klischee von dreckigen armen kleinen Mexikanern entgegenzuwirken. Einer der ersten Sätze im Film lautet (Calvera): „Ich komme immer wieder gerne in euer sauberes Dorf“.
  • Yul Brynner war damals der bekannteste Darsteller der Glorreichen Sieben und nutzte seinen Status aus. Er wollte immer die besten Sonderbehandlungen, das größte Hotelzimmer etc. Steve McQueen, der damals noch eher unbekannt war, war dies ein Dorn im Auge. In jeder Szene mit Yul versuchte er die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Zum Beispiel die Szene mit dem Leichenwagen. Yul spricht seinen Dialog und Steve reinigt hinter ihm seinen Revolver, hält seine Patronen in der Hand und schüttelt sie. Er ließ sich immer wieder andere Dinge einfallen, um ihn aus dem Konzept zu bringen.
  • Auch aus den Credits geht hervor, dass der Bekanntheitsgrad der Darsteller zur Zeit der Entstehung ein ganz anderer war als in der Rückschau: Robert Vaughn und Brad Dexter werden vor Charles Bronson und James Coburn genannt.
  • Komponist John Barry zitiert die von Elmer Bernstein komponierte Titelmelodie in seiner Filmmusik zum James-Bond-Film Moonraker - Streng geheim.
  • 1998 griff eine amerikanische Fernsehserie das Thema unter dem gleichnamigen Titel in 23 Episoden wieder auf.
  • Im Science-Fiction-Film Westworld (1973) spielte Yul Brynner einen schwarz gekleideten Revolverheld-Androiden im Stil seiner Darstellung aus Die glorreichen Sieben. Mit dieser Rolle parodierte er sich gleichermaßen selbst.
  • In der Parodie Drei Amigos (¡Three Amigos!) (1986) werden drei Filmschauspieler (dargestellt von Chevy Chase, Steve Martin und Martin Short) für echte Revolverhelden gehalten und sollen einem bedrängten Dorf zu Hilfe kommen.
  • Es gibt ferner eine Kinderbuchreihe von Alfred Weidenmann, die die Bezeichnung Die glorreichen Sieben ebenfalls verwendet.
  • Der Stoff wurde vom Münsterschen Theaterlabel Herz&Mund für das Theater bearbeitet und am 1. Oktober 2004 im Theater im Pumpenhaus in Münster uraufgeführt.
  • Im Werk Der Dunkle Turm von Stephen King (im Teil Wolfsmond) wird ein Bezug zwischen der Hauptgruppe des Buches und den Glorreichen Sieben hergestellt, auch ist „Wir sind Reisende in Blei“ ein wiederkehrender Satz in diesem Buch. Und auch ein Handlungsort – die Calla Bryn Sturgis – ist eine Hommage an Hauptdarsteller und Regisseur.
  • The Clash nahmen 1980 einen gleichnamigen Song auf.
  • In der Episode Die glorreichen Ferengi (The Magnificent Ferengi, Staffel 6, Folge 10) aus der Serie Star Trek: Deep Space Nine finden sich – ähnlich wie in Die glorreichen Sieben – sechs Ferengi zu einer anfangs aussichtslosen Mission zusammen.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Gelungene Western-Umsetzung des japanischen Klassikers „Die sieben Samurai“ mit Action, Spannung, Psychologie und einer großen Starbesetzung; der Film wurde immer wieder kopiert – aber nie mehr erreicht.“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich)Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 309-310
  • „Schauspielerische Leistungen, phantastische Landschaftsaufnahmen und die aufregenden Kampfszenen machen den Film zu einem Wildwest-Meisterwerk.“Stern, Hamburg
  • Joe Hembus merkt an, der Film sei „glorreich besetzt“ und markiere „den Beginn des japanischen Zeitalters im Western“; es bleibe den Helden bei Kurosawa wie bei Sturges nur „der bittere Geschmack der Unbehaustheit“.[2]
  • Phil Hardy nennt den Film „einen höchst einflussreichen Western“. Sturges' Regie betone erfolgreich die Setpiece-Einstellungen, durch die die einzelnen Figuren mit Leben erfüllt würden, jedoch auf Kosten des erzählerischen Flusses.[3]
  • Lexikon des Internationalen Films: „Ein spannender Western, der die Folklore geschickt in die rauhe Handlung einfügt, eine exzellente Kameraarbeit aufzuweisen hat und besonders in den Nebenrollen von beachtlichen schauspielerischen Leistungen lebt.“[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Filmmusik von Elmer Bernstein wurde 1961 für den Oscar nominiert. Das Titelthema gilt bis heute als eine der bekanntesten Western-Filmmusiken überhaupt und wurde später unter anderem auch in der Werbung verwendet. Am Bekanntesten wurde dabei die Version für eine Zigarettenmarke.

Fortsetzungen und Neuverfilmungen[Bearbeiten]

Die Glorreichen Sieben fand insgesamt drei „offizielle“ Nachfolger, die ebenfalls im wilden Westen spielen, den Erfolg aber nicht wiederholen konnten:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersicht der verschiedenen Soundtracks zum Film abgerufen am 13. September 2013
  2. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894-1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S. 244 ff.
  3. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S. 276.
  4. Die glorreichen Sieben im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]