Diedrichshagen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Diedrichshagen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Diedrichshagen führt kein Wappen
Diedrichshagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Diedrichshagen hervorgehoben
Koordinaten: 54° 3′ N, 13° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Landhagen
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 17,28 km²
Einwohner: 533 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17498
Vorwahl: 03834
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 028
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor Körner Straße 36
17498 Neuenkirchen
Webpräsenz: www.amt-landhagen.de
Bürgermeister: Detlef Neumann
Lage der Gemeinde Diedrichshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Diedrichshagen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sie wird vom Amt Landhagen mit Sitz in Neuenkirchen verwaltet. Durch die Nähe zur Stadt Greifswald und die günstige Lage konnte der Ort seine Einwohnerzahl seit 1990 fast verdoppeln.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedrichshagen liegt rund acht Kilometer südöstlich des Zentrums von Greifswald. Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 109. Die Bundesautobahn 20 ist über die etwa 20 Kilometer entfernte Anschlussstelle Gützkow erreichbar. Die Bahnstrecke Berlin–Angermünde–Stralsund tangiert das Gebiet im Westen, der nächste Bahnhof liegt in Greifswald, ein Haltepunkt in Groß Kiesow.

Kurz vor Guest zweigt von der Bahnstrecke Berlin-Stralsund ab den 1970er Jahren der Streckenabschnitt zum KKW Lubmin ab, der durch das Gemeindegebiet verläuft. Seit 1990 ist der Streckenabschnitt aber nur noch wenig frequentiert, nimmt aber wegen des neuen Abzweiges von 2012 nach Vierow zum Hafen wieder zu.

Parallel zur B 109 verlief nördlich von 1897 bis 1945 die Kleinbahnstrecke der Kleinbahngesellschaft Greifswald-Wolgast (KGW). Diedrichshagen hatte an der heutigen Tankstelle einen Haltepunkt.

Diedrichshagen befindet sich im Bereich der Lehmplatten des vorpommerschen Flachlandes. Auf einem mehrschichtigen Grund aus Mergel mit zwischengelagerten Sanden wurden am Ende der Eiszeit von abschmelzenden Gletschern nochmals zwei bis acht Meter mächtige Sandschichten abgelagert (Teile der sogenannten Franzburger Staffel). Örtlich hinterließ abfließendes Schmelzwasser südwärts gerichtete Rinnen, die später vermoorten (heute Grünland oder Moorwald).

Landwirtschaftsflächen und Wald nehmen heute annähernd gleich große Teile des Gemeindegebietes ein. Die meisten Waldflächen waren vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gerodet und erst danach wieder aufgeforstet worden, einige Bereiche (z. B. südlich von Guest) haben jedoch immer Wald getragen.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diedrichshagen
  • Guest

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedrichshagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedrichshagen wurde 1271 erstmals als thom Diderichshagen urkundlich erwähnt. Aus der Folgezeit sind zudem die Bezeichnungen Dyetricheshagen (1280), Diderikeshaghen (1285), Dyderykeshaghen (1347), Diderkeshaghen (1462) und 1630 schließlich erstmals Diedrichshagen belegt.[2][3]

Der Ort ist eine typische deutsche Rodungssiedlung. Der Name geht, wie bei vielen anderen Orten auch, auf den Gründer der Siedlung (den Lokator) während der deutschen Ostexpansion zurück.

Das Dorf gehörte zum Kloster „Hilda“ (Kloster Eldena), es richtete im Ort ein landwirtschaftliches Vorwerk ein. Nach der Säkularisierung von 1534 war es erst herzogliches Domäne, die Herzöge übergaben es dann aber ab 1634 an die Universität Greifswald. Diese verpachtete das Vorwerk, auch Schäferei oder Gut genannt, damit diente es der Finanzierung der Einrichtung.

Diedrichshagen gehörte im 19. Jahrhundert zum Kirchspiel Groß Kiesow. Diedrichshagen hatte 1865 129 Einwohner, im Ort waren 1 Schule, 7 Wohnhäuser und 12 Wirtschaftsgebäude. Es wurde auch ein Schafbestand von 1200 Tieren genannt.

Gut Diedrichshagen wurde zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg aufgesiedelt. In den 1930er Jahren entstanden so mehrere kleine Bauernwirtschaften. Die Bodenreform gab es deshalb in Diedrichshagen nur eingeschränkt (Großbauern und NS-Enteignungen sind möglich).

1887/88 wurde nördlich von Diedrichshagen ein städtisches Wasserwerk für Greifswald gebaut;[4] hiernach heißt die nördlichst gelegene Straße der Gemeinde „Am Wasserwerk“.

Im Ortsteil Diedrichshagen sind die ehemalige Schule (heute Gemeindezentrum) und die Bauernstellen aus den 1930er Jahren gut erhalten. Nach 1990 wurden zwischen diesen Gehöften zahlreiche Häuser verschiedenen Stils gebaut worden.

Ein zum Ort gehörendes Forsthaus wurde um 1900 erbaut und befindet sich im Waldgebiet nordöstlich von Diedrichshagen.

Im Ort befindet sich der Hauptsitz des „Zweckverbandes Wasser und Abwasser Boddenküste (ZWAB)“, zuständig für die Gebiete der Ämter Züssow, Landhagen und Lubmin.

Seit 2011 verläuft dicht an Diedrichshagen von Nordost nach Südwest die Erdgasleitung NEL von Lubmin in Richtung Westen.

Guest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guest wurde erstmals 1249 als Gustin urkundlich genannt. Diese Urkunde ist aber nur ein Regest, die nicht als zuverlässig gilt. Erst 1658 wurde der Name „Güst“ verwandt, der aktuelle Namen wurde 1806 erwähnt.[3]

Nach einer anderen Deutung wurde Guest erst 1349 in einer Urkunde der Gützkower Grafen genannt.[5]

Der Name Guest (manchmal auch Güst geschrieben) ist dagegen offenbar die „Eindeutschung“ eines früheren (älteren) slawischen Ortsnamens (vermutlich Gustin o. ä.). Möglicherweise ist es eine Verballhornung, denn güst bedeutet im Niederdeutschen so viel wie unfruchtbar, trocken oder nicht trächtig, was die Bodeneigenschaften der meisten Flächen um den Ort charakterisiert. In der schwedischen Vermessungskarte (Matrikelkarte) wurde der Name als Just geschrieben. Der Name bedeutet im slawischen so viel wie dicht, was sich auf den umliegenden Wald bezog, der erst durch die frühdeutschen Hagensiedlungen gerodet wurde.

Bei den Erstnennungen des Dorfes waren die Besitzer die Familie von Behr. Um 1600 gehörte das Gut dann der Familie Schmachtshagen. Als dieses Geschlecht 1656 erlosch, fiel der Besitz an den Lehnsherren - die schwedischen Könige zurück. Im Dorf gab es neben den Gutsarbeitern in ihren Katen nur einen Bauern und den Krüger (Gastwirt). 1747 erwarb dann wieder die Familie von Behr das Gut, die es aber 1776 an Hauptmann von Horn verkaufte. Aber schon 1784 verkaufte er es wieder und bis 1865 (Bericht Berghaus) und wohl auch danach wechselten laufend die Besitzer, es war damit ein so genanntes Walzengut.

Guest gehörte zum Kirchspiel Weitenhagen. Es hatte 1865 105 Einwohner, 7 Wohnhäuser, 1 Fabrikgebäude (Mühle) und 10 Wirtschaftsgebäude. Eine Besonderheit des Gutes war die große Schafherde mit 930 Tieren.

Das Gut Guest bestand bis 1945. 1945 richtete die Rote Armee hier ein Pferdelazarett ein, denn mit Pferden wurden im Nahbereich gut die Hälfte aller Transporte abgewickelt. Dadurch wurde das Gut Guest erst ein paar Jahre später aufgeteilt (wahrscheinlich 1948 oder 1949). Es entstand danach entsprechend der Bodenreform eine Neubauernsiedlung neben dem Gutshof, die von Flüchtlingen bzw. Umsiedlern vorwiegend aus Ostpreußen errichtet wurde.

In Guest sind neben dem denkmalgeschützten Speicher (jetzt Kindergarten) auch das zum Mietshaus umgebaute Gutshaus und mehrere kleine Gebäude gut erhalten. Die stattlichen Ställe wurden durch die TLG Immobilien beseitigt, um die Flächen für Wohngrundstücke zu veräußern. Trotz inzwischen neu hinzugekommener Gebäude sind die Strukturen des früheren Gutes und der Siedlung noch erkennbar. In Guest gibt es einen kleinen Gutspark und Reste eines alten Gutsobstgartens.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte dieser Teil Pommerns in den Jahren 1648–1815 zu Schweden und kam danach an Preußen.

Bereits nach 1952 entstanden in beiden Ortsteilen kleine Genossenschaften (LPG), die sich bald zusammenschlossen. Infolge der Bildung immer größerer landwirtschaftlicher Komplexe gehörten die Orte Diedrichshagen und Guest in den 1970er und 1980er Jahren zu den beiden LPG Pflanzenproduktion und Tierproduktion in Groß Kiesow.

Bis in die 1980er Jahre war etwa die Hälfte der Einwohner in der Landwirtschaft beschäftigt, die anderen überwiegend in der nahen Stadt Greifswald. Heute arbeiten nur noch einzelne Personen in der privatisierten Landwirtschaft, die meisten, sofern nicht arbeitslos, pendeln nach Greifswald, einige arbeiten in örtlichen Handels- und Dienstleistungsbetrieben.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nordöstlich von Diedrichshagen am Waldrand liegt ein bronzezeitlicher Schälchenstein. Dieser Kultstein aus Granit hat sechs verschieden große Schälchen, er ist 1,2 m lang, 0,85 m breit und 0,58 m hoch.
  • Das Dorfkino Diedrichshagen macht Programmkino als Teil des Mobilen Kinos „Filmklub Güstrow“ und als regionale Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diedrichshagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Teodolius Witkowski: Die Ortsnamen des Kreises Greifswald, Weimar 1978, S. 52.
  3. a b Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 28 ff
  4. Festschrift zum 10-jährigen Bestehen der Stadtwerke Greifswald, S. 12.
  5. Hoffmann, Johannes; Die Grafschaft Gützkow; Doktorarbeit 1946; Maschinenschrift in Uni-Bibliothek Greifswald; S. 71