Diskussion:Buddy Bolden

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Puzzlestücke einer Legende[Quelltext bearbeiten]

Auch wenn keine Aufnahmen von ihm existieren, die Geschichten rund um ihn sind eine Fundgrube für Jazz-Historiker. Sie verdeutlichen, wie Jazz entstanden ist, und welche Ansichten als überholte Romantisierungen gelten müssen. Lawrence Gushee ("Pioneers of Jazz - the Story of the Creole Band, Oxford Univ. Pr. 2005, Kapitel "George Baquet) zitiert aus einem Interview mit dem berühmten Jazz-Klarinettisten der ersten Stunde, wie dieser als junger Musiker, der vorher "only legitimate" (im Sinne von europäisch-korrekt, vom Blatt ablesend) spielte, eines Abends eine Tanzveranstaltung mit dem berühmten Bolden besuchte und sehr erstaunt über ihre Spielweise war: "I'd never heard anything like that before... They got me up on the stand that night,... After that I didn't play legitimate so much". Und G. Baquet (der noch auf einigen J.R.Morton-Platten zu hören ist) wurde - neben L. Tio - einer der grössten "Einflüsse" auf die nachfolgende Klarinettistengeneration wie Bechet, Nicholas, Bigard. Baquet, als ein "creole of color", lernte also von einem - wie man es in New Orleans damals nannte - "uptown negro" das Ausschmücken, Personalieren von Musik, aus dem später das Improvisieren wurde. Über seinen Bruder Achille Baquet - ebenfalls einen bekannten Klarinettisten (noch zu hören auf einigen Platten von Jimmy Durantes New Orleans Band, im Stil erinnernd an Yellow Nunez) sagte man in New Orleans, er habe das Ausschmücken verlernt, weil er zu intensiv klassische Musikweisen studiert hätte. (Jimmienoone) (nicht signierter Beitrag von 2A02:1205:34CF:4DF0:914:8AD:D00A:F9DF (Diskussion | Beiträge) 14:24, 21. Jan. 2013 (CET))

Update wäre wünschenswert[Quelltext bearbeiten]

... da Boldens Bedeutung für den frühen Jazz ja unstrittig ist. Deshalb sollte man einiges ergänzen und berichtigen. Der Artikel gibt zwar das Buch von Donald Marquis als Quelle an, aber hat der Schreiber des Artikels es auch gelesen?? Schon, dass Bolden Friseur war, ist nach neueren Erkenntnissen wohl falsch; wahrscheinlich war er Stuckateur. Und ein paar mehr Hinweise auf seine Spielweise wären angebracht: Er war das, was die kreolischen Musiker "faker" nannten, also ein des Notenlesens unkundiger, wir würden heute sagen, "Natur-Musiker", der nach Gehör spielte und so zwangsläufig "ausschmückte" oder "improvisierte" (wobei der Unterschied wohl fliessend war). Auch hierzu sind die Lebenserinnerungen des Bassisten Pops Foster sehr aufschlussreich, ebenso das, was Bunk Johnson und zahllose andere Jazzer der ersten Stunde zu ihm erzählt haben. (Jimmienoone) (nicht signierter Beitrag von 2A02:1205:34C9:9960:88B4:A2CE:BCA7:CD1E (Diskussion | Beiträge) 15:16, 30. Aug. 2013 (CEST))

Im Buch von Vic Hobson, "Creating Jazz Counterpoint: New Orleans, Barbershop Harmony, and the Blues" (Roundhouse Publ. Group 2014, Kap. 'New Orleans, S. 109ff.) gibt es eine gute Kurzdarstellung der verschiedenen Zeitzeugenaussagen zu Boldens Anfängen und ihrer jeweiligen historischen Wahrscheinlichkeit. Hobson kommt zu dem Schluss, dass Bolden auf dem Akkordeon anfing und um 1900 eigentlich erst ein Anfänger auf dem Kornett war. (nicht signierter Beitrag von 2A02:1205:C68C:9890:6C8E:89B0:8CA9:E723 (Diskussion | Beiträge) 15:45, 24. Aug. 2014 (CEST))

Korrigiert, die Angaben über seinen Beruf waren nach den Erzählungen von Danny Barker.--Claude J (Diskussion) 16:48, 30. Aug. 2013 (CEST)

Danny Barker war einer der überragenden Gitarristen/Banjospieler des New Orleans Jazz, und darüber hinaus eine sehr eloquente, extrovertierte Persönlichkeit, nach übereinstimmenden Angaben seiner Zeitgenossen. Aber sehr vieles, was er als realistische Ereignisse erzählt hat, sind pure Fiktion (genau wie bei Bunk Johnson, Jelly Roll Morton und anderen Musikern des alten N.O.), wie er später teilweise selbst zugegeben hat. Und hinsichtlich Bunk Johnsons kann heute als erwiesen gelten, dass er niemals auf irgendeiner regelmässigen Basis in der von ihm angegebenen Periode (Ende des 19. Jhdts.) mit Bolden selbst spielte. Das ist schon aufgrund seines Geburtsdatums - das er falsch (viel zu früh) angegeben hat - unwahrscheinlich. Johnson spielte hingegen erst mit Boldens Band, als der Posaunist Frankie Dusen diese übernommen hatte - also als Nachfolger von Bolden. (Vermutlich hat Johnson "geflunkert", um in seiner Verbitterung über die fast verpasste Karriere und seine lange Vernachlässigung sich als etwas interessanter und wichtiger erscheinen zu lassen - es wäre verständlich.) Hingegen sind die Aussagen von Bunk Johnson zum Spielstil Boldens sehr wohl ernst zu nehmen. Er selbst hat ja in zwei Beispielen (davon eines - "Make Me a Pallet on the Floor" - z.Z. [Sept. 2013] auf Youtube) versucht, den Bolden-Stil nachzuempfinden. Musiker wie der Trompeter Charlie Love und der Bassist Glenny (der wohl noch selbst mit Bolden persönlich gespielt hat) haben ebenfalls Platten eingespielt, die den Bolden-Stil für die jazzgeschichtlich interessierte Nachwelt wiedergeben sollten. Beide Nachempfindungen stimmen stilistisch stark überein und sind auch musikgeschichtlich plausibel. (nicht signierter Beitrag von 2A02:1205:34C9:9960:70EF:41D6:EF25:9152 (Diskussion | Beiträge) 11:32, 5. Sep. 2013 (CEST))

Das kannst du ja gerne ergänzen im Artikel bzw diesen ausbauen.--Claude J (Diskussion) 13:43, 5. Sep. 2013 (CEST)

Generelle Anmerkung zur Glaubwürdigkeit von Zeitzeugen[Quelltext bearbeiten]

Wenn es eine Berufsgruppe von Leuten gibt, die die berüchtigten Angler mit ihrem Latein noch übertrumpfen, dann sind es Jazzmusiker. Das macht das Feilen an jazzgeschichtlichen Fragen nicht einfacher. Dass z.B. Bunk Johnson, Danny Barker, Jelly Roll Morton und viele andere an ihren Biographien und an ihren Erzählungen aus der Entstehungszeit des Jazz "kosmetische Aufhübschungen" vorgenommen haben ist bekannt (Jazzmusiker improvisierten ja damals ohnehin nicht, sie "schmückten aus" - von daher war ihnen diese Vorgehensweise nicht fremd). Viele waren auch nicht unbedingt fanatische Anti-Alkoholiker, und der Konsum von Whisky und Gin gilt gemeinhin nicht als gedächtnisfördernd. Es kann auch bei manchen Erzählungen der Verdacht aufkommen, dass einige alte Kämpen arg tief in die Münchhausen-Kiste gegriffen haben - so zum Beispiel wenn erzählt wird, wie laut Bolden spielte. Posaunist Zue Robertson glaubte sich zu erinnern, dass Bolden gelegentlich so laut spielte, dass der Stimmzug aus seiner Trompete flog und 20 Fuss weiter weg landete. Das ist natürlich unmöglich. (nicht signierter Beitrag von 2A02:1205:C68C:9890:6C8E:89B0:8CA9:E723 (Diskussion | Beiträge) 18:23, 24. Aug. 2014 (CEST))