Dom von Monza

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Der Dom von Monza
Blick in den Kirchenraum

Der Dom von Monza ist Johannes dem Täufer geweiht und wurde im frühen 7. Jh. von der bayrisch-stämmigen Königin Theodelinde in Auftrag gegeben. Die Basilika ist somit eine der ältesten Kirchen der Lombardei.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde nach dem Heiligen Jahr 1300 von den Visconti umgebaut und erhielt im Laufe der folgenden Jahrhunderte ihr heutiges Gesicht mit gotischen und neuzeitlichen Elementen.

Der Turm wurde zwischen 1592 und 1606 errichtet und ist 75 m hoch. Er enthält ein achtstimmiges Geläut in der Schlagtonfolge a0–h0–cis1–d1–e1–fis1–gis1–a1. Die Glocken goss Bartolomeo Bozzio im Jahre 1741.

Politische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Theodelinde 627 starb, wurde sie in der Basilika beigesetzt, und der Ort wurde gleich ein Andachtsort. Die zur Aussteuer der Königin gehörende Eiserne Krone gehörte mit Unterbrechungen zum Domschatz und ist heute im Dommuseum aufbewahrt.

Mit der Unterwerfung des Langobardenreiches 773/774 gelangte die Krone in die Hände Karls des Großen, der sich fortan in Personalunion König der Franken und König der Langobarden nannte und sie 781 seinem Sohn Pippin aufsetzte. In der Folge wurde sie zur Krone Italiens und mehrere König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurden mit ihr zu Königen von Italien, d. h. Reichsitaliens gekrönt. Mehrere dieser Krönungen fanden im Dom zu Monza statt, andere in der Basilica di Sant'Ambrogio zu Mailand, eine in Rom und die letzte (Karls V.) in Bologna. Danach wurde sie noch zweimal in Mailand aufgesetzt, 1805 Napoleon I. und 1838 Kaiser Ferdinand I. von Österreich. So trägt der Dom zu Monza die Bezeichnung Duomo (Dom) nicht nur als größte Kirche der Stadt, sondern auch als Krönungskirche des mittelalterlichen (Nord-)Italien.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große Orgel wurde 2002 von dem Orgelbauer Metzler (Schweiz) errichtet, und zwar in einem vorhandenen Orgelgehäuse. Das Instrument hat 29 Register auf zwei Manualen und Pedal.[1]

I Hauptwerk C–f3
1. Principal 16′
2. Principal 8′
3. Viola da gamba 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Octave 4′
6. Traversflöte 4′
7. Quinte 22/3
8. Superoctave 2′
9. Mixtur V 2′
10. Cornet III
11. Trompete 8′
12. Clairon 4′
II Positiv C–f3
13. Principal 8′
14. Bourdon 8′
15. Octave 4′
16. Rohrflöte 4′
17. Nasard 22/3
18. Superoctave 2′
19. Waldflöte 2′
20. Sesquialtera I–II 22/3
21. Scharf IV 1′
22. Schalmey 8′
23. Vox humana 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
24. Subbass 16′
25. Octavbass 8′
26. Octave 4′
27. Rauschpfeife 22/3
28. Posaune 16′
29. Trompete 8′

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Orgel (englisch) und zur Disposition

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dom von Monza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 45° 35′ 0,7″ N, 9° 16′ 32,8″ O