Dreifaltigkeitskapelle (Kirchhausen)

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Die Dreifaltigkeitskapelle in Kirchhausen
Altar
Blutstein an der Dreifaltigkeitskapelle

Die Dreifaltigkeitskapelle im Heilbronner Stadtteil Kirchhausen geht auf eine Stiftung von 1716 zurück und befindet sich südöstlich etwas außerhalb des Ortskerns beim heutigen Freibad.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitskapelle zu Kirchhausen wurde 1716 von Johann Debatia, einem Beisitzer in Kirchhausen, gestiftet. Bis 1838 war sie am Dreikönigsfest Ziel von Prozessionen und blieb später Wallfahrtsort.[1] Besondere Bedeutung erlangte hierbei der vor der Kapelle befindliche Blutstein.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle ist ein schlichter, nach Westen ausgerichteter, eingeschossiger Saalbau mit polygonalem Chorschluss. Die Vorderseite wird von einer Rundbogentüre nebst zwei Rundbogenfenstern geprägt. Gesimse sind aus Sandstein ausgeführt. Das ziegelgedeckte Dach bekrönt ein kleiner Glockenturm.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Inneren der Kapelle befindet sich ein barocker Altar mit der plastischen und farbig gefassten Darstellung der Marienkrönung, der links und rechts von vollplastischen Figuren der Strahlenkranzmadonna und des hl. Sebastian flankiert wird. An der rechten Seitenwand sind außerdem alte Heiligenfiguren aufgestellt, die den Hl. Alban, den Hl. Christophorus sowie Anna mit der jugendlichen Maria zeigen. An der gegenüberliegenden Seitenwand sind Figuren der Heiligen Ulrich und Nikolaus befestigt, außerdem ein jüngeres Gemälde, das einen betenden Hirten zeigt. Zur Ausstattung zählt darüber hinaus noch ein Weihwasserbecken von 1741.

Eine Oberamtsbeschreibung von Heilbronn aus dem Jahr 1903 erwähnt ein heute nicht mehr vorhandenes Deckengemälde mit Szenen aus der Offenbarung Johannes, das 1892 von Anton Glassen aus Hochhausen gemalt wurde.[2]

Vor der Kapelle befinden sich zwei Bildstöcke. Der rechte Bildstock mit der farbig gefassten Reliefdarstellung des Blutwunders stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der linke Bildstock zeigt im neogotischen Gehäuse eine farbig gefasste Ölbergszene.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Fekete, Simon Haag, Adelheid Hanke, Daniela Naumann: Denkmaltopographie Baden-Württemberg. Band I.5: Stadtkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3., S. 212.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Die Capelle zur heil. Dreifaltigkeit oberhalb der Mühle wurde von Joan Debatia, Beisitzer in Kirchhausen († 1718), gestiftet und am Dreikönigsfeste bis 1838 in Procession besucht; noch heut zu Tage ist sie Wallfahrtsort.“ zitiert nach: Königlich statistisch-topographisches Büro (Hg.): Beschreibung des Oberamts Heilbronn. Herausgegeben von dem Königlichen statistisch-topographischen Bureau. Lindemann, Stuttgart 1868, S. 312. online bei google-books
  2. Statistisches Landesamt (Hg.): "Beschreibung des Oberamts Heilbronn." Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1903. Band II, S. 392

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreifaltigkeitskapelle (Kirchhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 10′ 52″ N, 9° 7′ 13″ O