Dreikäsehoch

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Dreikäsehoch ist eine umgangssprachliche und scherzhafte Bezeichnung für ein kleines (also nicht hochgewachsenes) Kind. Sie wird zumeist dann angewandt, wenn von Seiten des Kindes ein aufmüpfiges oder freches Verhalten beobachtet wird.

Der Begriff wurde 2007 zum drittschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt.

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Benennungsmotiv dieser seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlichen Redewendung ist unklar.[1] Eine Möglichkeit besteht in der damaligen scherzhaften Verwendung aufeinander gestapelter Käselaibe als Größenangabe für Kinder.[2] Ein Dreikäsehoch ist folglich so groß wie ein Stapel aus drei Käselaiben. Andererseits wird vermutet, dass das Wort hingegen nichts mit Käse zu tun hat, sondern vom französischen Wort caisse (deutsch: Kiste, Kasten) abstammt. Demnach bezeichnet es jemanden, der so groß ist wie drei Kisten.

Dreikäsehoch in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der türkische Schriftsteller Rıfat Ilgaz (1911–1993) hat dem Dreikäsehoch (türkisch: Bacaksız) in einigen seiner Kinderbücher ein literarisches Denkmal gesetzt. Die in der Edition Orient (Berlin) von 2006 bis 2008 in einer dreibändigen deutsch-türkischen Ausgabe erschienenen Bücher tragen die Titel:

  • Der Dreikäsehoch und die Riesenmelone – Bacaksız ve kocaman karpuz. Edition Orient, Berlin 2006, ISBN 978-3-922825-68-5.
  • Der Dreikäsehoch auf der Polizeiwache – Bacaksız karakolda. Edition Orient, Berlin 2007, ISBN 978-3-922825-70-8.
  • Der Dreikäsehoch in der Schule – Bacaksız Okulda. Edition Orient, Berlin 2008, ISBN 978-3-922825-72-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Dreikäsehoch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elmar Seebold (Bearbeiter), Friedrich Kluge (Begründer): Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. de Gruyter, Berlin, ISBN 3-11-017473-1, S. 214. Dort wird auch auf das französische haut comme trois pommes (hoch wie drei Äpfel) verwiesen.
  2. Christoph Gutknecht. Pustekuchen! Lauter kulinarische Wortgeschichten (= Beck’sche Reihe. Band 1481). C.H. Beck, ISBN 978-3-406-47621-1, S. 65.