Drolerie

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Drolerien an der Kathedrale Notre-Dame de Paris
Drolerie am Turm der St.-Jakobs-Kirche in Brünn
Zungezeigender Blecker am Stadtturm in Buchen (Odenwald)

Eine Drolerie (franz.: drôle, drollig/komisch/lustig) in der mittelalterlichen Kunst ist eine derb-lustige, grotesk überzeichnete Darstellung von Menschen, Fabelwesen und Tieren. Drolerien finden sich sowohl in der Buchmalerei als auch in der plastischen Kunst. Auf dem Papier waren Drolerien eine Art mittelalterlicher Karikaturen. Die heute bekanntesten Drolerien finden sich an gotischen Kirchen, wo sie öfters als Wasserspeier am Rand des Daches fungieren. Als Halbplastik ausgeführte Drolerien werden auch als Maskaron (Fratzenkopf) bezeichnet.

Die Bezeichnung Drolerie wird gelegentlich auch für literarische Groteskformen (Unsinnsgedichte, Fatrasien etc.) verwendet.[1]

Als deutsche Bezeichnung für solche Figuren gibt es Blecker[2] (das sind solche, die etwas entblößen, vor allem ihr Hinterteil) und Zanner[3] (das sind solche, die ihre Zähne blecken oder Grimassen schneiden).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Conrads: Dämonen und Drolerien an romanischen und gotischen Kirchenbauten Frankreichs. Ein Beitrag zur Charakteristik zweier Bereiche mittelalterlichen Plastik Dissertation an der Universität Marburg 1950.
  • Hermann Jung: Närrische Volkskunst. Drolerien und Narreteien an niederrheinischen Chorgestühlen. Duisburg 1970
  • Katrin Kröll, Hugo Steger (Hg.): Mein ganzer Körper ist Gesicht: groteske Darstellungen in der europäischen Kunst und Literatur des Mittelalters. Rombach, Freiburg im Breisgau 1994, ISBN 3-7930-9097-3. Darin: Katrin Kröll: Mein ganzer Körper ist Gesicht. Die Komik des grotesken Körpers in der christlichen Bildkunst des Mittelalters. S. 11–105

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drolleries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Drolerie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Z. B. Christa Unzner-Fischer: Dunkel war’s, der Mond schien helle. Verwunderliche Drolerien. Altberliner Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-357-00147-0
  2. DWB Bd. 2, Sp. 88. Siehe auch die Fastnachtsfigur des Buchener Bleckers.
  3. DWB Bd. 31, Sp. 257