Brünn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brünn (Begriffsklärung) aufgeführt.
Brno

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Wappen von Brno
Brünn (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Brno-město
Fläche: 23020 ha
Geographische Lage: 49° 12′ N, 16° 36′ O49.19527777777816.608333333333Koordinaten: 49° 11′ 43″ N, 16° 36′ 30″ O
Einwohner: 377.508 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 602 00
Verkehr
Straße: Autobahnen D1 und D2
Bahnanschluss: Brno–Havlíčkův Brod,
Brno–Břeclav,
Brno–Přerov,
Brno–Česká Třebová,
Brno–Tišnov,
Brno–Vlárský průsmyk
Nächster int. Flughafen: Flughafen Brünn-Tuřany
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 29
Verwaltung
Oberbürgermeister: Petr Vokřál (ANO) (Stand: 21. Mai 2015)
Adresse: Dominikánské nám. 1
601 67 Brno
Gemeindenummer: 582786
Website: www.brno.cz
Blick auf Brünn von der Festung Špilberk

Brünn (tschechisch Brno anhören?/i) ist die zweitgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungssitz des Jihomoravský kraj (der Südmährischen Region). Die Stadt ist seit dem 17. Jahrhundert historisches Zentrum Mährens. Brünn ist Universitätsstadt, wichtiger Forschungsstandort und Sitz des römisch-katholischen Bistums Brünn.

In Brünn sind alle Organe der höchsten tschechischen Gerichtsbarkeit angesiedelt. Es sind dies das Verfassungsgericht der Tschechischen Republik (Ústavní soud), der Oberste Gerichtshof (Nejvyšší soud), also die höchste Instanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit, das Oberste Verwaltungsgericht und die Generalstaatsanwaltschaft. Weiter ist die Stadt Sitz des tschechischen Ombudsmanns und der höchsten Wettbewerbsbehörde.

Die Stadt hat weithin eine bedeutende Stellung als starkes Industrie-, Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum. In einem weitläufigen Areal im Stadtteil Pisárky finden alljährlich mehrere für die tschechische Wirtschaft wichtige Messen statt.

Geographie[Bearbeiten]

Brünn liegt am südöstlichen Rand der Böhmisch-Mährischen Höhe. Durch die Stadt fließen die Flüsse Svratka und die von der Stadt Svitavy kommende Svitava, die an der südlichen Stadtgrenze in die Svratka mündet. An der nordwestlichen Stadtgrenze ist die Svratka zu einem etwa 9,5 km langen und an der breitesten Stelle etwa 600 m breiten Stausee Brněnská přehrada aufgestaut.

Das Stadtgebiet befindet sich in einer Höhe von 190 – 479 m ü. M. Der höchste Punkt ist der Berg Kopeček (479 m ü. M.) am westlichen Rand des Stadtgebietes.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2014 hatte Brünn 377.440 Einwohner (offizielle Angabe des Tschechischen Statistischen Amtes) und ist somit die zweitgrößte Stadt Tschechiens.[2]

Jahr 1900 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2014
Einwohnerzahl[3] 109 934[4] 381 862 373 272 370 505 369 559 367 729 366 757 366 680 368 533 370 592 377 440[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtansicht 1593
Stadtansicht um 1700

Auf dem heutigen Stadtgebiet befand sich wahrscheinlich die im Werk des Ptolemaios erwähnte frühgeschichtliche Siedlung Eburodunum. Zwischen 1021 und 1034 wurde die Burg Brünn erbaut und gab später der anliegenden Siedlung den Namen. 1091 findet zum ersten Mal die Siedlung Brünn Erwähnung. Die Stadt wurde 1243 von Wenzel I. als Königsstadt (Böhmen) gegründet.[6] 1277 ist zum ersten Mal die Festung Spielberg (Špilberk), damals als Burg, erwähnt. Ab 1349 war Brünn Sitz der Markgrafen von Mähren. Im Jahre 1641 löste Brünn Olmütz als Hauptstadt von Mähren ab.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brünn 1643 und nochmals zwischen dem 4. Mai und 23. August 1645 erfolglos vom schwedischen General Torstensson belagert und etwa hundert Jahre später von preußischen Truppen ebenso.

Indikationsskizze (1843)

1805 fand nahe der Stadt die Schlacht bei Austerlitz zwischen den österreichischen und russischen Armeen einerseits und der Armee des französischen Kaisers Napoleon I. statt. Napoleon Bonaparte besuchte in diesem Jahr Brünn gleich zweimal, am 20. November 1805 kam er an und blieb bis in die Nacht auf den 29. November, nach seinem Sieg blieb er noch mal vom 7. bis 12. Dezember. Im Jahr 1809 kam er im September noch einmal in die Stadt, wo ihn seine Armee bereit seit dem 13. Juli erwartete. In dem 1786–1787 von Kaiser Joseph II. neugegründeten französischen Park Lužánky (deutsch: Augarten) veranstalten Napoleons Soldaten und die Brünner Honorationen für den französischen Gast eine verspätete Geburtstagsfeier (war Bonaparte doch am 15. August 1809 40 Jahre alt geworden).[7]

Auf Napoleons Anordnung wurden die Brünner Stadtbefestigungen ihrer Funktion als Festungen entkleidet, blieben aber als Bauwerke erhalten. Am 7. Juli 1839 wurde die Eisenbahnverbindung nach Wien eröffnet, ein Abschnitt an der ersten Fernbahn im Kaisertum Österreich.

Kurz nach Beginn der Errichtung der Wiener Ringstraße wurde auch in Brünn die Demolierung der längst nutzlos gewordenen ehemaligen Befestigungsanlagen vorgenommen. Anstelle der „Schanzen“ entstand ab 1860 / 1861 nach Plänen von Ludwig Förster ebenfalls eine Ringstraße, an der zum Teil Grünanlagen verblieben, die aber zum Teil von repräsentativen Gebäuden wie dem Hauptbahnhof oder dem heutigen Mahen-Theater (von Fellner und Helmer) eingefasst wurde.

In der Stadt Brünn gab es um 1900 eine überwiegend deutschsprachige Bevölkerung (63 %), während die Vororte, außerhalb des Stadtkerns der bis 1918 allein zum Brünner Stadtgebiet zählte, überwiegend tschechischsprachig waren. Das Leben in Brünn war daher zweisprachig und „Brünnerisch“ kann als Vermischung der beiden Sprachen verstanden werden.[8]

Nach dem Ersten Weltkrieg lebten in Brünn knapp 55.000 deutschsprachige Bürger. Zu diesen zählten überwiegend die in der Stadt lebenden etwa 12.000 jüdischen Bürger, unter ihnen mehrere bekannte Persönlichkeiten, die sich wesentlich am Kulturleben der Stadt beteiligten. 1930 bekannten sich etwa 52.000 Bewohner zur deutschen und 200.000 zur tschechischen Nationalität, die jüdischen Bewohner beider Nationalitäten inbegriffen.[9]

Mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren im Zweiten Weltkrieg begann auch in Brünn die systematische Verfolgung der Juden. Bis zum Kriegsende wurden aus Brünn 9064 jüdische Stadtbürger in verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert, es überlebten nur etwa 700 von ihnen.[10]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die deutschsprachige Bevölkerung gewaltsam aus der Stadt vertrieben, soweit sie nicht in gemischten Ehen lebten. Im Brünner Todesmarsch (Beginn am 31. Mai 1945) mussten etwa 27.000 vor allem alte und jugendliche Bürger einen Fußmarsch zur 60 km entfernten österreichischen Grenze antreten. Nach den Schilderungen von Beteiligten kamen dabei ca. 5.200 Personen ums Leben, „amtlich“ belegt sind 2.000 Todesfälle.[11] 2015 bedauerte die Brünner Stadtverwaltung die damalige Vertreibung und lud Vertreter von Vertriebenenvereinen zu gemeinsamem Gedenken ein (siehe hier).

In der Zeit des tschechoslowakischen Sozialismus behauptete Brünn seine Stellung als eine der führenden Industriestädte des Landes. Für die stetig wachsende Bevölkerung wurden Plattenbausiedlungen am Stadtrand gebaut.

1993 wurde ein Asteroid nach Brünn benannt: (2889) Brno.[12] Im Jahr 1998 wurde in Brünn die erste Moschee Tschechiens (ohne Minarett und ohne Kuppeldach) erbaut.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung von Brünn

Die Stadt Brünn gliedert sich in 29 Stadtbezirke, zu denen 58 Ortsteile gehören:

  1. Bohunice (Bohonitz)
  2. Bosonohy (Parfuß)
  3. Bystrc (Bisterz)
  4. Černovice (Tschernowitz)
  5. Chrlice (Chirlitz)
  6. Ivanovice (Eiwanowitz)
  7. Jehnice (Jechnitz)
  8. Brno-jih (Brünn-Süd), bestehend aus Dolní Heršpice (Unter Gerspitz), Horní Heršpice (Ober Gerspitz), Přízřenice (Priesenitz), Komárov (Kumrowitz) und Trnitá (anteilig)
  9. Jundrov (Jundorf), bestehend aus Jundrov (anteilig) und Pisárky (anteilig; Schreibwald)
  10. Kníničky (Klein Kinitz)
  11. Kohoutovice, bestehend aus Kohoutovice (Kohoutowitz), Pisárky (anteilig; Schreibwald) und Jundrov (anteilig)
  12. Komín (Komein)
  13. Královo Pole, bestehend aus Černá Pole (anteilig; Schwarzfeld), Královo Pole (Königsfeld), Ponava und Sadová
  14. Líšeň (Lösch)
  15. Maloměřice a Obřany, bestehend aus Maloměřice (anteilig; Malmeritz) und Obřany (Oberseß)
  16. Medlánky (Medlan)
  17. Nový Lískovec (Neu Leskau)
  18. Ořešín (Orscheschin)
  19. Řečkovice a Mokrá Hora, bestehend aus Řečkovice (Retschkowitz) und Mokrá Hora (Mokrahora)
  20. Brno-sever (Brünn-Nord), bestehend aus Černá Pole (anteilig; Schwarzfeld), Husovice (Hussowitz), Lesná, Soběšice (Obeschitz) und Zábrdovice (anteilig; Obrowitz)
  21. Slatina (Latein)
  22. Starý Lískovec (Alt Leskau)
  23. Brno-střed (Brünn-Mitte), bestehend aus Brno-město (Brünn-Stadt), Pisárky (anteilig), Staré Brno (Altbrünn), Stránice, Štýřice, Veveří (Eichhorn) und Trnitá (anteilig)
  24. Tuřany, bestehend aus Brněnské Ivanovice (Nennowitz), Dvorska (Maxdorf), Holásky (Holasek) und Tuřany (Turas)
  25. Útěchov (Autiechau)
  26. Vinohrady (Weinberge), bestehend aus Židenice (anteilig; Schimitz) und Maloměřice (anteilig; Malmeritz)
  27. Žabovřesky (Sebrowitz)
  28. Žebětín (Schebetein)
  29. Židenice, bestehend aus Zábrdovice (Obrowitz) und Židenice (anteilig; Schimitz)

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Brünner Straßenbahnen: Historische und moderne Wagen
Hauptbahnhof

Der moderne flächendeckende Öffentliche Nahverkehr der Stadt besteht aus 11 Straßenbahnlinien, 13 Oberleitungsbuslinien, 35 Omnibuslinien, 11 Nachtbuslinien und einer Schiffslinie auf dem Stausee. Das Stadtumland ist im Verkehrsverbund Integrovaný dopravní systém Jihomoravského kraje (IDS) zusammengeschlossen. Als Brünner Besonderheit ist die stadtspezifische umgangssprachliche Bezeichnung Šalina (sprich Schallina) für Straßenbahn nennenswert.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Brünn ist ein wichtiger Eisenbahnknoten. 1839 wurde die Stadt an die Österreichische Nordbahn angeschlossen. Heute liegt die Stadt an einer europäischen Eisenbahnmagistrale. Es verkehren direkte Eurocity-Züge Budapest/WienPragBerlinHamburg. Auf der Strecke Prag - Brünn beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Züge 160 km/h , diese kann aber nur von Eurocity-Zügen erreicht werden. Die Strecke ist Teil des sogenannten "Ersten Eisenbahn-Korridors", eines seit Mitte der 1990er Jahre geplanten Modernisierungsprogramms.

Seit einiger Zeit wird der Neubau eines Bahnhofs anstatt des bisherigen verkehrstechnisch veralteten Hauptbahnhofs geplant, dessen Gebäude wie auch das benachbarte Postgebäude sind denkmalgeschützt. Der Neubau ist etwa 800 Meter südlich vom bisherigen Bahnhof vorgesehen. [13] Gegen dieses aus der Sicht der Vertreter der Stadt dringende Projekt besteht reger Widerstand. Auch die Finanzierung ist nicht geklärt.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Die Autobahn D1 führt von Prag über Brünn in Richtung Ostrava. Die Autobahn D2 verbindet die Stadt mit der slowakischen Grenze und führt weiter nach Bratislava. Eine Fernstraßenverbindung von Brünn nach Wien besteht, ist aber auf tschechischer wie auch österreichischer Seite verbesserungsbedürftig.

In Brünn wird seit mehreren Jahren ein System innerstädtischer Autobahnen, der sogenannte Große Städtische Ring (Velký městský okruh), errichtet. Dazu gehören vier bereits befahrbare Tunnel. Der aufwändigste Tunnel mit einer Länge von 831 m wurde unter dem Stadtviertel Královo Pole gebaut (Královopolský tunel). Der Lärmschutz des Königsfelder Tunnels wurde nach Bürgerprotesten und gerichtlichen Urteilen nochmals verbessert. Die aufgetretenen Verzögerungen des Tunnelbaus um mindestens drei Monate haben zu erheblichen Kostensteigerungen geführt. Die Gesamtkosten des Tunnels wurden vorläufig auf rund 7 Milliarden Kronen geschätzt (rd. 280 Mill. €), aber noch nicht offiziell bestätigt.[14] Der Königsfelder Tunnel wurde im Rahmen eines "Tags der offenen Tür" am 2. Juni 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt und am 31. August 2012 für den Verkehr freigegeben.[14][15][16]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen Brünn (IATA-Code BRQ, ICAO-Code LKTB) befindet sich etwa zehn Kilometer östlich vom Stadtzentrum. Es werden von hier regelmäßig die Städte London (nur Flughafen Stansted), Moskau und Prag angeflogen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Brünn entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert zur starken Industriestadt. Am Anfang war besonders die Textilbranche von großer Bedeutung. Zu den Traditionsunternehmen gehören oder gehörten die Waffen- und Maschinenbaufabrik Československá zbrojovka a.s. Brno (heute: Zbrojovka Brno a.s.), der Traktorenhersteller Zetor oder das Maschinenbauunternehmen Královopolská (1889 gegründet als Lederer-Porgess Königsfelder Maschinenfabrik). Im Sommer 2006 hinzugekommen, durch Übernahme der Zetor Gießerei, ist die Slévárna Heunisch Brno (Heunisch-Guss).

Heute ist Brünn ein Handelszentrum und bedeutende Messestadt. Es werden etwa 50 Fachmessen jährlich veranstaltet. Zahlreiche Forschungseinrichtungen und Hochschulen erheben die Stadt zu einem wichtigen Forschungszentrum. Die Arbeitslosigkeit betrug im Mai 2006 8,2 %.

Nahe der Stadt befindet sich das Automotodrom Brno (Masaryk-Ring), eine Motorsport-Rennstrecke.

Bildung[Bearbeiten]

Nachtansicht mit Festung Špilberk
Blick auf Petrov mit Kathedrale

Brünn ist eine der wichtigsten tschechischen Universitätsstädte, es befinden sich hier sechs Universitätseinrichtungen. Die größte ist die Masaryk-Universität (gegr. 1919) mit etwa 32 000 Studenten, es folgt die Technische Universität Brünn (gegr. 1899) mit über 18 000 Studenten, weiter die Mendel-Universität für Land- und Forstwirtschaft, die Veterinärmedizinische und Pharmazeutische Universität Brünn, die Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst Brünn (JAMU) und die militärische Universität für Verteidigung.

Das zweitgrößte nationale Museum, das Mährische Landesmuseum, besteht seit 1817 in Brünn; die zweitgrößte nationale Bibliothek, die Mährische Landesbibliothek, existiert seit 1958.

Das Museum der Roma-Kultur wurde 1991 als erstes seiner Art weltweit in Brünn eröffnet; das Technische Museum im Stadtteil Královo Pole wurde 1997 wiedereröffnet.

Das Dům umění (Haus der Kunst) wurde zwischen 1908 und 1911 als Kaiser-Franz-Josephs-Jubiläums-Künstlerhaus errichtet.

Sprache[Bearbeiten]

Neben dem Tschechischen mährischer Ausprägung wurde in Brünn bis ins 20. Jahrhundert hinein die Stadtsprache Hantec verbreitet verwendet, welche ein tschechischer Dialekt mit einem hohen Anteil deutscher Lehnwörter ist. Der Hantec schien bis zur Jahrtausendwende immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Seit dem neuen Jahrtausend tritt der Hantec wiederum in der lokalen Kultur und auch im täglichen Umgang immer häufiger in Erscheinung [17] . Die deutsche Sprache ist mit den Vertreibungen der entsprechenden Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig verschwunden.

Sport[Bearbeiten]

Brünn verfügt u. a. über eine Radrennbahn, auf der 1981 die Bahn-Radweltmeisterschaften ausgetragen wurden. Die Bahn wurde 1974 eröffnet, ist offen und verfügt über eine 400 Meter lange Betonpiste.[18]

Traditionell sind in Brünn auch bedeutende große Fußball- und Eishockeyvereine beheimatet. Zurzeit sind es der Fußballverein FC Zbrojovka Brno und der Eishockeyverein HC Kometa Brno.

Politik[Bearbeiten]

Brünn unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:[19]

Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat 1953 die Patenschaft für alle vertriebenen Deutschen aus der Stadt Brünn übernommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das historische Stadtzentrum wurde 1989 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Sakralbauten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Weiteres[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,4 °C, der durchschnittliche Jahresniederschlag um 505 mm. Die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer ist 1771 Stunden und es gibt jährlich 150 Tage mit Niederschlag.

Brünn
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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3
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24
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38
 
20
10
 
 
31
 
14
5
 
 
37
 
7
1
 
 
27
 
2
-3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Czech Hydrometeorological Institute (ČHMÚ); wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Brünn
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,2 3,1 8,5 14,4 19,5 22,6 24,5 24,2 20,2 14,1 6,6 1,9 Ø 13,4
Min. Temperatur (°C) -5,2 -3,3 -0,2 3,9 8,3 11,4 12,7 12,6 9,5 5,0 0,9 -3,0 Ø 4,4
Niederschlag (mm) 24,6 23,8 24,4 31,5 61,0 72,2 63,7 56,3 37,6 30,7 37,4 27,1 Σ 490,3
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,5 3,9 5,6 7,1 7,4 7,6 7,0 5,4 4,0 1,7 1,3 Ø 4,6
Regentage (d) 6,0 5,4 5,3 5,4 8,3 9,1 9,0 7,3 5,5 5,1 7,0 6,3 Σ 79,7
Luftfeuchtigkeit (%) 84 81 73 65 67 69 67 68 73 78 84 85 Ø 74,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
0,2
-5,2
3,1
-3,3
8,5
-0,2
14,4
3,9
19,5
8,3
22,6
11,4
24,5
12,7
24,2
12,6
20,2
9,5
14,1
5,0
6,6
0,9
1,9
-3,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
24,6
23,8
24,4
31,5
61,0
72,2
63,7
56,3
37,6
30,7
37,4
27,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten]

  • Dora Müller: Drehscheibe Brünn: deutsche und österreichische Emigranten 1933 - 1939 / Přestupní stanice Brno: Němečtí a rakouští emigranti, deutsch und tschechisch. Begleitbuch zu einer gleichnamigen Ausstellung. Deutscher Kulturverband Region Brünn, Brno 1997 (Brünn als Zufluchtsort für deutsche und österreichische Exilanten nach der nationalsozialistischen Machtergreifung)[20][21]
  • Leopold Masur: Sagen aus Brünn, Vitalis, 2008, ISBN 978-3-89919-121-9
  • Irene Hanappi: Brünn: 5 Routen durch die Hauptstadt Mährens. Geschichte, Kultur, Sightseeing, Essen und Trinken, Falter 2007, ISBN 978-3-85439-396-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Brünn – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Einwohnerzahlen Tschechische Republik - Tschechisches Statistisches Amt
  3. Český statistický úřad
  4. Gottlieb Webersik: Geographisch-statistisches Welt-Lexikon. Wien u. Leipzig 1908
  5. Einwohnerzahl Brünn - Tschechisches Statistisches Amt
  6. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 415-424.
  7. Lužánky (Augarten), Lidická 50 Encyklopedie Brna
  8. bruenn.eu
  9. Eva Hahn, Hans Henning Hahn: Die Vertreibung im deutschen Erinnern. Legenden, Mythos, Geschichte. Schöningh, Paderborn 2010, ISBN 978-3-506-77044-8, S. 370.
  10. Webseite der Jüdischen Gemeinde Brünn. Geschichte (Memento vom 14. Juli 2003 im Internet Archive)
  11. "Amt" heißt hier Theodor Oberländer. Siehe Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte & Theodor Schieder Hrsg.: Die Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Vorarbeiten Fritz Valjavec. Teil 4: Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei. Bonn 1957, 2 Bände. Zum Charakter der Publikation, den Bearbeitern und zum Online-Zugang siehe Lemma des Ministeriums
  12. Daten des Asteroiden (2889) Brno
  13. Siehe die offizielle Internetseite des Projektes Europoint Brno, veröffentlicht durch das Magistrat der Stadt Brünn, zuletzt aktualisiert am 2. Januar 2012. http://www.europointbrno.cz/index.php?nav01=6299
  14. a b http://brno.idnes.cz/tunely-uz-se-jezdi-auta-kolik-staly-silnicari-reknou-az-v-roce-2014-pxz-/brno-zpravy.aspx?c=A120831_1823232_brno-zpravy_bor/
  15. http://www.ceskatelevize.cz/zpravodajstvi-brno/zpravy/179647-na-prohlidku-do-novych-tunelu-dobrovskeho-zavitaly-tisice-lidi/
  16. http://www.mestsky-okruh-brno.cz/informace-o-doprave/den-otevrenych-dveri-kralovopolsky-tunel-v-brne/
  17. Sprache: Mit dem "vagen" übers "bergl" ins "štatl" zur "hokna" (Abs. 3) [1]
  18. bikecult.com
  19. Webseite der Statutarstadt Brünn: Partnerschaften
  20. ohne ISBN. Vertrieb Theodor Kramer Gesellschaft
  21. Fluchtpunkt Brünn & Die Sudetenländer in den neunziger Jahren - zwei Ausstellungen im Tschechischen Zentrum Berlin Berliner Zeitung, 11. September 2000