Einwohnerentwicklung von Eilenburg

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Aktuelle Einwohnerzahl
15578
Stadtwappen

Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Eilenburg tabellarisch und graphisch wieder. Die Zahl der Einwohner folgt dabei dem jeweiligen Gebietsstand.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Eilenburg.svgEinwohnerentwicklung von Eilenburg - ab 1871.svg
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Einwohnerentwicklung von Eilenburg. Oben ab 1400 bis 2016. Unten ein Ausschnitt ab 1871

Von 1400 bis 1800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1400 wurden in Eilenburg 147 steuerbare Hausbesitzer gezählt, nimmt man als durchschnittliche Familiengröße sechs Personen an, lebten zu der Zeit etwa 900 Menschen in der Stadt. Die Einwohnerzahl stieg bis ins 16. Jahrhundert auf geschätzt über 1000. Während des Dreißigjährigen Krieges stieg die Zahl der in Eilenburg lebenden Menschen sprunghaft an, da infolge der Schlacht bei Breitenfeld hunderte Verwundete und schätzungsweise 1500 Kriegsgefangene in die Stadt verbracht wurden. In der damit immens übervölkerten Stadt starben zwischen 1631 und 1633 etwa 1350 Personen, denen lediglich 333 registrierte Geburten gegenüberstanden. Durch die sich ausbreitende Pest gibt das Totenregister der Eilenburger Pfarrkirche für dieses Jahr 3161 Seuchentote und weitere 900 namenlose Dörfler an. Damalige Schätzungen kamen auf bis zu 8000 Todesfälle in der kleinen Stadt. Nach Ende des Krieges war Eilenburg eine zerstörte und verarmte Stadt. Durch die Ereignisse des Siebenjährigen Krieges wurden 1759 in der Stadt etwa 3500 verwundete preußische Soldaten aufgenommen. Die Einwohnerzahl stagnierte im ausgehenden 18. Jahrhundert bei etwa 2000.

Jahr Einwohner[1][2]
um 1400 147 steuerbare Hausbesitzer
insgesamt 880 plus 264 in den Vorstädten
1530 182 Hauswirte
insgesamt etwa 1.900 einschließlich Kültzschau
1551 209 Hauswirte
112 Pfahlbürger und Hausgenossen
126 Inwohner
1637 ² 9.000
1774 375 Feuerstätten
1779 ¹ 1.420
1784 ¹ 1.455
1786 ¹ 1.477
1788 ¹ 1.419

¹ Einwohner ab zehn Jahren
² Schätzung

Von 1800 bis 1899[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Auswirkungen des Wiener Kongresses, nach dessen Bestimmungen Eilenburg von Sachsen an Preußen abgetreten werden musste, entwickelte sich das Gewerbe und die Einwohnerzahl stieg bereits bis 1816 sprunghaft auf knapp 5000 Menschen an, was den Übergang von einer Land- zur Kleinstadt mit industrieller Prägung markiert. In den Folgejahren fand ein starker Zustrom der Landbevölkerung in die Stadt mit ihren zahlreichen und weiter expandierenden Industriebetrieben statt. Etwa 1850 überschritt die Einwohnerzahl die Marke von 10.000. Die Stadt ist zu dieser Zeit größer als Torgau, Bitterfeld, Delitzsch und Wittenberg. Weitere Gründungen und fortwährendes Wachstum der vorhandenen Betriebe sorgten bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ein stetes Bevölkerungswachstum. Zur Jahrhundertwende lebten etwa 15.000 Menschen in Eilenburg.

Jahr Einwohner[1][2]
um 1800 ² 2.000
1806 2.120
1816 4.626
1817 4.545
1818 4.562
1819 4.469
1820 4.699
1821 4.813
1822 4.982
1825 5.532
1828 5.975
1829 6.500
1830 6.291
1834 7.175
1837 7.699
1840 8.244
1843 8.733
1846 9.352
1849 9.741
1852 ² 10.300
Jahr Einwohner[1][2]
1854 10.254
1855 9.901
1857 9.819
1859 10.043
1861 10.381
1865 10.384
1867 10.286
1870 10.378
1871 ¹ 10.135
1872 10.133
1873 10.263
1874 10.187
1875 10.312
1876 10.406
1877 10.508
1878 10.643
1879 10.765
1880 10.653
1881 10.778
1882 10.854
Jahr Einwohner[1][2]
1883 10.826
1884 11.022
1885 11.147
1886 11.412
1887 11.812
1888 12.186
1889 12.445
1890 12.703
1891 12.761
1892 12.798
1893 12.833
1894 13.217
1895 ¹ 13.399
1896 13.658
1897 14.061
1898 14.384
1899 14.726

¹ Volkszählungsergebnis, jeweils 1. Dezember
² Rundung

Von 1900 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wachstum setzte sich Anfang des 20. Jahrhunderts fort. Der Einzug der Reichswehr in die neue Kaserne am Vorabend des Ersten Weltkrieges sorgte zudem für einen Sprung der Bewohnerzahl, in die nun auch das stationierte Militär eingerechnet wurde. Durch den Krieg und den Abzug des stationierten Infanterie-Regiments sank die Einwohnerzahl etwas, was jedoch durch ein stetes Wachstum in den Folgejahren ausgeglichen wurde. Lediglich das Jahr der Hyperinflation 1923 bremste das Wachstum etwas. Die Weltwirtschaftskrise 1929 brachte zwar eine enorme Arbeitslosigkeit, wirkte sich jedoch nicht nachhaltig auf die Einwohnerzahl aus. Diese hatte sich bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten bei etwa 20.000 eingependelt.

In den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs fand ein beträchtlicher Sprung im Bevölkerungswachstum statt, wenn auch dieser den abnormen Umständen geschuldet war und daher nicht zu Vergleichszwecken herangezogen werden kann. Zum einen handelte es sich dabei um Frauen und Kinder, die aus dem Rheinland nach Mitteldeutschland umgesiedelt wurden. Zum anderen waren dies Flüchtlinge aus den Deutschen Ostgebieten. Hinzu kamen eine Zahl Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie. Man schätzt die Zahl der Bewohner Anfang 1945 auf etwa 30.000. Die stark übervölkerte Stadt fiel durch eine Artillerieschlacht im April 1945 in Schutt und Asche.

Jahr Einwohner[1][2][3][4]
1900 15.120
1905 ¹ 15.725
1906 16.041
1908 16.347
1909 16.896
1910 ¹ 17.401
1912 17.832
1913 17.976
1914 19.003
1915 18.138
Jahr Einwohner[1][2][3][4]
1916 18.933
1917 19.198
1918 17.557
1919 17.806
1920 17.899
1921 18.105
1922 18.208
1923 18.201
1924 18.051
1925 ¹ 18.172
Jahr Einwohner[1][2][3][4]
1927 18.336
1929 ³ 19.000
1930 19.200
1939 ¹ 20.750
1944 ² 26.000
1945 ² 30.000

¹ Volkszählungsergebnis; 1905 und 1910: 1. Dezember, 1925: 16. Juni, 1939: 17. Mai
² Schätzung
³ Rundung

Von 1946 bis 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 1945 war Eilenburg Schauplatz einer verheerenden Verteidigungsschlacht, in deren Folge 65 Prozent aller Gebäude der Stadt zerstört wurden, 200 Menschen starben durch den Beschuss. Durch den nun fehlenden Wohnraum verließen trotz der gewaltigen Flüchtlingsströme aus den deutschen Ostgebieten viele die Stadt; so lebten ein Jahr nach Kriegsende 2000 Menschen weniger als vor dem Krieg in der Stadt. In den 1950er Jahren wurde die Stadt wieder aufgebaut, zudem wurde Eilenburg 1952 Sitz des neu gebildeten gleichnamigen Kreises. Beides sorgte dafür, dass die Stadt allmählich wieder wuchs. Anfang der 1960er Jahre lag die Einwohnerzahl wieder auf Vorkriegsniveau. Bis Mitte der 1970er Jahre setzte sich das Bevölkerungswachstum fort: 1974 wurde mit 22.245 der historische Höchststand gemessen, Eilenburg war nunmehr eine Mittelstadt und im Ranking der DDR-Städte die 104. größte Stadt vor den umliegenden Städten Torgau, Wurzen, Grimma und Oschatz. Entsprechend der allgemeinen Tendenz sank die Einwohnerzahl von da an wieder ein wenig, was jedoch marginal ausfiel und durch ein Ansteigen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre neutralisiert wurde. Zum Ende der DDR lebten in Eilenburg knapp 22.000 Menschen.

Jahr/Datum Einwohner[1][3][5]
29. Oktober 1946 19.980
1947 20.680
31. August 1950 18.766
31. Dezember 1960 19.371
31. Dezember 1964 21.191
31. Dezember 1971 22.129
31. Dezember 1974 22.245
31. Dezember 1977 22.128
31. Dezember 1979 21.792
31. Dezember 1981 21.673
31. Dezember 1984 21.918
30. Juni 1985 21.955
31. Dezember 1986 21.931
31. Dezember 1988 21.675

Ab 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Kriegswirren der Vergangenheit stellen die Wendejahre 1989/1990 die wichtigste Zäsur in der Entwicklung der Stadt und ihrer Zahl der Einwohner dar. Durch rapide wegbrechende traditionelle Industriestrukturen, die durch Neuansiedlungen und den Ausbau des Dienstleistungssektors nicht adäquat ersetzt werden konnten, sowie durch die schon zur Zeit der DDR bestehende Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen ist die Stadt seit 1990 einem gravierenden Schrumpfungsprozess ausgesetzt. Um diese Ursachen näher zu beleuchten, enthält die aufgeführte Tabelle sowohl die Bevölkerungswanderung, als auch Geburten und Sterbefälle seit 1990.

Insbesondere in den Jahren 1990 und 1991 war eine starke Wegzugstendenz zu verzeichnen, wohingegen in den Jahren 1992 und 1993 die Zuzüge leicht überwogen. Eine besonders starke Abwanderung war in den Jahren 1995, 1996 und – begründet durch das verheerende Muldehochwasser – 2002 zu bemerken, lediglich noch einmal 2003 konnten mehr Zu- als Wegzüge verzeichnet werden. 1994 verlor die Stadt den Kreissitz; im selben Jahr wurde erstmals seit über vierzig Jahren die 20.000-Einwohner-Marke unterschritten und seitdem nie wieder erreicht, auch wenn diese Zahl im allgemeinen Sprachgebrauch für die Einwohnerzahl Eilenburgs noch bis heute kursiert. 1997 war das einzige Jahr seit 1990, in dem die Einwohnerzahl anstieg, was auf die Eingemeindung der Gemeinde Kospa-Pressen zurückzuführen war; real verlor die Stadt auch in diesem Jahr über einhundert Bewohner. Der bisher geringste Einwohnerverlust seit 1990 wurde 2003 verzeichnet, als die Einwohnerzahl absolut um nur 46 abnahm. Im Jahr 2007 stieg die Geburtenrate merklich an, so dass es in jenem Jahr die meisten Geburten je tausend Einwohner seit 1990 und die meisten Geburten total seit 1995 gab, eine Trendwende in der Einwohnerentwicklung ist jedoch nicht abzusehen, die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen betrug in den letzten zwanzig Jahren im Schnitt 100. Insgesamt schrumpfte die Stadt zwischen 1990 und 2010 um 19 Prozent.[6] Im Verlauf des Jahres 2015 gab es erstmals seit der Wiedervereinigung ein reales Bevölkerungswachstum, das sich aus Wanderungsgewinnen ergab. Dabei wirkten sich insbesondere der Zuzug von Flüchtlingen und die Nähe zum stark wachsenden Leipzig aus. Seit 2016 versucht die Stadtverwaltung mit einer Wohnstandortkampagne vom aufstrebenden Leipzig zu profitieren und möchte dabei vor allem junge Familien ansprechen.

Datum Einwohner Zuzüge Wegzüge Geburten Sterbefälle Saldo
31. Dezember 1990 20.688          
31. Dezember 1991 20.272 520 759 127 304 −416
31. Dezember 1992 20.208 698 629 120 253 −64
31. Dezember 1993 20.126 674 629 125 252 −82
31. Dezember 1994 19.852 608 749 115 248 −272
31. Dezember 1995 19.615 625 1017 145 261 −237
31. Dezember 1996 19.135 540 922 133 240 −480
31. Dezember 1997 ¹ 19.539 546 604 107 223 +404
31. Dezember 1998 19.073 463 617 110 165 −466
31. Dezember 1999 18.844 482 502 103 183 −229
Datum Einwohner Zuzüge Wegzüge Geburten Sterbefälle Saldo
31. Dezember 2000 18.642 648 675 107 152 −202
31. Dezember 2001 18.525 349 429 123 142 −117
31. Dezember 2002 18.011 697 983 112 184 −514
31. Dezember 2003 17.965 736 713 127 243 −46
31. Dezember 2004 17.771 625 699 119 180 −194
31. Dezember 2005 17.551 637 663 110 210 −220
31. Dezember 2006 17.355 648 725 118 211 −196
31. Dezember 2007 17.248 566 576 142 204 −107
31. Dezember 2008 17.072 526 599 127 229 −176
31. Dezember 2009 16.777 681 757 128 240 −295
Datum Einwohner Zuzüge Wegzüge Geburten Sterbefälle Saldo
31. Dezember 2010 16.390 620 716 129 239 −387
31. Dezember 2011² 16.113 542 639 121 255 −277
31. Dezember 2012 15.951 665 655 113 250 −162
31. Dezember 2013 15.907 712 592 127 271 −44
31. Dezember 2014 15.798 726 718 135 236 −109
31. Dezember 2015 15.838 797 610 120 255 +40
31. Dezember 2016 15.578

¹ Anstieg durch Eingemeindung von Kospa-Pressen, realer Saldo -116
² 2011 fand eine Volkszählung statt, Einwohnerstand zum 9. Mai 2011: 15.794

Quelle: Statistischer Jahresbericht der Stadt Eilenburg. Das Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen gibt für Eilenburg einen leicht abweichenden Bevölkerungsbestand an.

Bevölkerungsprognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prognose der Bertelsmann-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prognose der Bertelsmann-Stiftung im Vergleich zur realen Entwicklung ab 1990

In ihrem 2008 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2025“, in dem die Bertelsmann-Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland liefert, wird Eilenburg in die Kategorie 4 eingeordnet; in dieser Kategorie befinden sich Städte mit stark rückläufiger Bevölkerungszahl und Überalterung der Gesellschaft. Weitere Merkmale für diese Kategorie sind hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wirtschaftspotenzial. Für Eilenburg wird ein Schrumpfen der Bevölkerung zwischen 2006 und 2025 um 12,4 Prozent (2152 Personen) vorausgesagt. Im Vergleich zu 1990 entspricht das einem Rückgang von 26,5 Prozent (5485 Personen). Das Durchschnittsalter wird nach dieser Prognose von 45,0 2006 auf 50,5 2025 steigen. Der Anteil an Rentnern und Hochbetagten wird weiter steigen, wohingegen der Anteil der Bevölkerung im Familiengründungsalter auf knapp über 20 Prozent sinken wird.

Verschärfend wirken sich dabei die Wanderungsverluste aus; insbesondere die stark negative Bildungswanderung (−56,5 Personen je 1000) und die Familienwanderung (−8,8 Personen je 1000), wohingegen die Wanderung zu Beginn der zweiten Lebenshälfte (−1,9 Personen je 1000) marginal und die Alterswanderung (+6,2 Personen je 1000) sogar positiv ausfällt. (Angaben beziehen sich auf das Jahr 2009)[7]

Jahr
(31. Dez.)
Einwohner % Anteil
0–2-Jährige
Anteil
3–5-Jährige
Anteil
6–9-Jährige
Anteil
10–15-Jährige
Anteil
16–18-Jährige
Anteil
19–24-Jährige
Anteil
25–44-Jährige
Anteil
45–64-Jährige
Anteil
65–79-Jährige
Anteil
über-80-Jährige
2006 17.355 100 2,2 % 2,3 % 2,6 % 4,1 % 3,9 % 7,7 % 26,3 % 27,3 % 18,6 % 5 %
2010 16.850 97,9 2,2 % 2,2 % 3,1 % 4,2 % 2,0 % 6,9 % 24,1 % 30 % 19 % 6,3 %
2015 16.280 93,8 2,1 % 2,3 % 3,0 % 4,8 % 2,1 % 4,4 % 22,6 % 32,7 % 18,2 % 7,9 %
2020 15.756 90,8 1,8 % 2,1 % 3 % 4,8 % 2,5 % 4,7 % 21,2 % 31,2 % 18 % 10,6 %
2025 15.203 87,6 1,7 % 1,9 % 2,8 % 4,8 % 2,5 % 5,1 % 20,4 % 29,4 % 20,3 % 11,3 %

Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Prognose des Statistischen Landesamtes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebenstehende Prognosen im Vergleich zur realen Entwicklung seit 1990

Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen gibt ebenfalls Prognosen für die Einwohnerentwicklung Eilenburgs an. 2007 erschien die 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020. Dabei wurden die Kommunen verschiedener Größen getrennt betrachtet. In der Größenklasse der 15.000-bis-25.000-Einwohner-Städte bildet Eilenburg mit Coswig und Annaberg-Buchholz eine Gruppe von Städten, deren Bevölkerungsverlust mit 9,2 Prozent zwar stärker ausfällt als im landesweiten Schnitt, jedoch niedriger als im Durchschnitt anderer Kommunen in dieser Größenklasse. Die Berechnungen beruhen auf Annahmen dreier verschiedener Szenarien. Alle Varianten gehen von einem leichten Anstieg der Geburtenhäufigkeit von 1,3 auf 1,4 Kinder je Frau aus. Variante 1 geht von einer höheren Lebenserwartung bei Geburt sowie einer weniger nachteiligen Wanderung aus, als die Varianten 2 und 3. Je nachdem, welche Annahmen am ehesten zutreffen, wird für 2020 eine Einwohnerzahl zwischen 15.300 und 16.000 prognostiziert. Soweit möglich wird den Prognosen die tatsächliche Entwicklung gegenübergestellt. Dabei ist zu beobachten, dass die Entwicklung seit 2009 deutlich negativer ausfällt, als in allen drei Varianten angenommen.[8]

Seit 2015 sind Einwohnerzuwächse aufgrund von Wanderungsgewinnen festzustellen. Das Wachstum ist vor allem Ausdruck einer wieder zunehmenden Suburbanisierung durch steigende Miet- und Grundstückspreise im stark wachsenden Leipzig. Die Stadt forciert den Trend seit 2016 mit einer Wohnstandortkampagne.

Datum Einwohner
Variante 1
Einwohner
Variante 2
Einwohner
Variante 3
de facto
31. Dezember 2006 17.300 17.400 17.300 17.355
31. Dezember 2007 17.200 17.300 17.200 17.248
31. Dezember 2008 17.100 17.100 17.000 17.077
31. Dezember 2009 16.900 17.000 16.900 16.777
31. Dezember 2010 16.900 16.900 16.700 16.390
31. Dezember 2012 16.700 16.600 16.400 15.951
31. Dezember 2014 16.500 16.300 16.200 15.798
31. Dezember 2016 16.400 16.100 15.900 16.280
31. Dezember 2018 16.200 15.800 15.600  
31. Dezember 2020 16.000 15.600 15.300  

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anteil der weiblichen Bevölkerung überwiegt in Eilenburg mit 300 gegenüber dem männlichen Anteil an der Bevölkerung. Mit 50,9 Prozent weiblicher Einwohner liegt Eilenburg über dem Landkreisschnitt (50,5 Prozent), sowie über dem Frauenanteil der anderen großen Landkreisstädte, jedoch knapp unter dem landesweiten (51,1 Prozent) und dem bundesweiten Schnitt (51,0 Prozent). 2008 lebten 791 Ausländer in Eilenburg, was einem Anteil von 4,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Dieser Anteil liegt sowohl über dem Landkreisdurchschnitt (1,9 Prozent), als auch dem landesweiten Schnitt (2,75 Prozent), jedoch deutlich unter dem bundesweiten Schnitt (8,2 Prozent) zum selben Stichtag. Es stellt den prozentual höchsten und den absolut zweithöchsten Ausländeranteil aller Städte im Landkreis Nordsachsen dar.[9]

Indikator 25. Februar 1993 31. Dezember 2008
Einwohner mit Hauptwohnsitz 20.241 17.072
davon weiblich 10.446 8.686
davon männlich 9.582 8.386
Deutsche 20.028 16.281
Ausländer 213 791
Ausländeranteil in Prozent 1,05 4,6

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Einwohner nach Stadtteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Stadtteile Berg, Mitte und Ost der Kernstadt nicht getrennt statistisch erfasst werden, kann eine genaue Aussage über die Einwohnerzahl der einzelnen Stadtteile nur über die Kernstadt sowie die sechs Ortsteile getroffen werden. Dabei stellt Kospa den größten, Zschettgau den kleinsten Ortsteil dar. Insgesamt wohnten 2008 1262 Einwohner in den Ortsteilen, was damals 7,3 Prozent der Eilenburger ausmachte. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung in den Ortsteilen überwiegt leicht mit 51,3 Prozent. Im Vergleich zu umliegenden Städten, die von Eingemeindungen profitierten, ist der Anteil an Ortsteilbewohnern in Eilenburg eher gering, so dass das zusammenhängende Stadtgebiet für sich größer ist, als etwa dieses der insgesamt größeren Städte Wurzen oder Schkeuditz.

Ortsteil weiblich männlich gesamt
Behlitz 90 89 179
Hainichen 129 115 244
Kospa 132 122 252
Pressen 109 107 216
Wedelwitz 99 99 198
Zschettgau 88 85 173
Gesamt 647 615 1262
Eilenburg
(Kernstadt)
8.039 ¹ 7.771 ¹ 15.810 ¹

¹ Die Zahlen für die Kernstadt basieren auf der Annahme, dass die Einwohnerzahl in den Ortsteilen bis zum 31. Dezember 2008 unverändert blieb.
Stand: 4. Juni 2008
Quelle: Stadtverwaltung Eilenburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.): Wer, wo, wie viele? - Bevölkerung in Deutschland 2025. Praxiswissen für Kommunen. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-86793-042-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eilenburg in Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. a b c d e f g Geschichte der Stadt Eilenburg chronologisch in Auszügen, Entnommen, überarbeitet und zusammengestellt aus Chroniken, Sachbüchern und Abhandlungen von S. Buchhold, 2012 (PDF; 649 kB)
  3. a b c d Wolfgang Beuche: Die Industriegeschichte von Eilenburg Teil I, 1803-1950, 2008, ISBN 978-3-8370-5843-7
  4. a b c Rolf Vettermann, Andreas Flegel: Geschichte der Stadt Eilenburg. Kapitel 7 und 8, Eilenburg 1989.
  5. Pädagogisches Kreiskabinett Eilenburg: Kreis Eilenburg vorgestellt, 1986
  6. Statistiken und weitere Fakten zur Entwicklung Eilenburgs (Memento des Originals vom 7. Februar 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eilenburg.de auf den Seiten der Stadt Eilenburg
  7. Bertelsmann-Stiftung: Bevölkerungsprognose 2012-2030
  8. Sachsen.de: 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2020 (Memento des Originals vom 18. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.demografie.sachsen.de, 2007
  9. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Sächsische Gemeindestatistik – Gemeindestatistik 2009 für Eilenburg, Stadt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]