Elektromobil

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Der CLASSIC, das in der Schweiz wohl verbreitetste Elektromobil, vor allem von Senioren gefahren.
Ein typisches Elektromobil für durch Alter oder Krankheit Gehbehinderte.

Elektromobil ist die gebräuchliche Bezeichnung für kleine, mehrspurige, offene, elektrisch angetriebene Leichtfahrzeuge, die nur den Fahrzeugführer befördern können und meist von Gehbehinderten genutzt werden. Die ersten Elektroautos Ende des 19. Jahrhunderts wurden ebenfalls teilweise als Elektromobil bezeichnet.

Diese Elektromobile ermöglichen Gehbehinderten, auch längere Strecken zügig zurückzulegen und auch Rollstuhlzugänge zu benutzen. Gepäck kann auf der Bodenplatte zwischen den Beinen und oft im Korb am Lenker transportiert werden. Einige Elektromobile bieten auch die Möglichkeit, einen Anhänger zu befestigen, so dass auch größere Gegenstände und Kisten mit dem Elektromobil transportiert werden können. Der Sitz ist bei vielen Elektromobilen zwecks leichterem Einstieg als arretierbarer Drehsitz ausgeführt. Manche Elektromobile können für den Transport zusammengefaltet werden.

Anders als ein Elektrorollstuhl ist es meist nur auf eine Gehbehinderung ausgerichtet, der Unterschied zu diesem besteht in der direkten Lenkung. Folglich muss der Fahrzeugführer des Elektromobils beide Arme einsetzen und den Ein- und Ausstieg selbständig bewältigen können. Ein vierrädriges Elektromobil kann als elektrisch betriebenes Quad mit Durchstieg zwischen Sitz und Lenker beschrieben werden, ein dreirädriges Elektromobil als elektrisch betriebenes, einsitziges Trike mit Durchstieg zwischen Sitz und Lenker.

Die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ist aufgrund eines Gutachtens des VDV zumeist ausgeschlossen.

Rechtliche Hinweise für Elektromobile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Elektromobil oder auch Elektroscooter werden unter § 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung als motorisierte Krankenfahrstühle aufgeführt und sind damit von der Hauptuntersuchung befreit.[1] Motorisierte einsitzige Krankenfahrstühle mit Elektroantrieb und einer Leermasse von nicht mehr als 300 kg einschließlich Batterien, jedoch ohne Fahrer, einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 500 kg, einer Breite über alles von maximal 110 cm und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 15 km/h sind von der Fahrerlaubnispflicht ausgenommen.[2]

Nach § 1 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) sind motorisierte Krankenfahrstühle bis 6 km/h zulassungsfrei.[3] Sie dürfen Gehwege benutzen, wenn diese nicht vorhanden sind, die Fahrbahn. Über 6 km/h gilt nach § 3 FZV für motorisierte Krankenfahrstühle die Bauartgenehmigung (ABE) oder eine Einzelgenehmigung für die Inbetriebnahme im öffentlichen Straßenverkehr.[4]

Nach dem Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter ist der Halter eines Kraftfahrzeugs verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die Personen-, Sach- oder Vermögensschäden absichert, sofern die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 6 km/h übersteigt.[5] Gültig ist das Versicherungskennzeichen jeweils für ein Jahr beginnend am 1. März bis zum Ende Februar eines jeden Jahres (Unterscheidung jeweils durch Jahresaufdruck und Farbe).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. §3 FZV
  2. § 4 FeV
  3. § 1 FZV
  4. § 4 (1 und 2) FZV
  5. §§ 1 und 2 PflVG