Elisabeth Strupp

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Elisabeth Strupp (in manchen Quellen auch Maria Elisabeth Strupp), Ehefrau des Gelnhäuser Pfarrers Johannes Strupp, wurde am 3. August 1599 in Gelnhausen als Hexe hingerichtet. Wegen der erhaltenen Verhörprotokolle hat ihr Fall in der Geschichte der Hexenverfolgung besondere Bedeutung.

Zur Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Geburtsdatum und -name von Elisabeth Strupp sind nicht bekannt. Sie hatte mehrere Kinder und war Witwe des evangelischen Pfarrers Johannes Strupp. Ihr Schwiegervater war Peter Strupp, ein ehemaliger Prämonstratenser-Chorherr, der ab 1543 maßgeblicher Reformator für Gelnhausen und erster evangelischer Pfarrer an der dortigen Marienkirche war.

Hexenprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Prozessakten wurde Elisabeth Strupp von der Hausfrau Barbara Scherer denunziert, die selbst als Hexe angeklagt war und wenige Tage vor ihr am 20. Juli 1599 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde. In dem Hexenprozess wurde Elisabeth Strupp zu Unrecht beschuldigt, einen Teil des Kirchenschatzes entwendet zu haben. Ankläger war der Gelnhäuser Bürgermeister Johannes Koch. Es wird überliefert, dass Elisabeth Strupp die Hexenverfolgung kritisierte und damit in Opposition zum Bürgermeister stand. Am 3. August 1599 wurde sie enthauptet, was als „Gnade“ gegenüber der sonst üblichen Verbrennung gesehen wird.[1][2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des 400. Jahrestages des Strupp-Prozesses wurde 1999 vor dem Westportal der Marienkirche in Gelnhausen ein Denkmal mit demTitel „Angesichts Elisabeth Strupp“ aufgestellt (Idee Fanna Kolarova, Ausführung Karl Menzen).[3][4]

Auf dem Landeskirchentag 2006 wurde ein Theaterstück über den Fall Strupp aufgeführt: „‚Sie hat bekannt, dass sie eine Zauberin sei‘ - Der Fall Elisabeth Strupp“.

2013 veröffentlichte die Heavy-Metal-Band Rage featuring Lingua Mortis Orchestra den Musiktitel „Cleansed By Fire“, dem der Fall Strupp zu Grunde liegt. Das zugehörige Video[5] wurde in und um die Gelnhäuser Marienkirche sowie auf dem naheliegenden Obermarkt gedreht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ina Petermann: Hexenverfolgung in Gelnhausen. In: Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis: Hexenwahn und Teufelswerk, Hanau 2003, S. 74–88

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frauenzentrum e. V. (Hrsg.): Hexenverfolgung in Gelnhausen – Der Gelnhäuser Hexenturm ist ein Erinnerungsmal. Information zur Ausstellung (Memento des Originals vom 15. Januar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gelnhausen.de, Gelnhausen 1984.
  2. Artikel in der WeltN24: „Zur Hexe gemacht“; 3. August 2009, gesehen 15. Januar 2017.
  3. Information von Gudrun Kauck zum Strupp-Denkmal; gesehen 15. Januar 2017.
  4. Internetseite von Fanna Kolarova; gesehen 17. Januar 2017.
  5. Musikvideo Cleansed By Fire; gesehen 15. Januar 2017.